BDEW

Freitag, 27. April 2018

Holzkirchen:
Zehntes Geothermie-Kraftwerk geplant


[24.6.2016] In Holzkirchen bei München wird das zehnte Geothermiekraftwerk Deutschlands geplant. Die Umsetzungszeiträume für ein solches Projekt sind jedoch lang. Diesem Umstand müsse im EEG 2016 mehr Rechnung getragen werden, fordert der Bundesverband Geothermie.

Dank fündiger Bohrung soll in Holzkirchen nahe München das zehnte Geothermiekraftwerk in Deutschland entstehen. Mit der erfolgreichen ersten Bohrung – 60 Liter pro Sekunde und mehr als 140 Grad Celsius – seien nun die finanziellen Mittel für die zweite Bohrung durch die Geldgeber freigegeben. Laut dem Bundesverband Geothermie zeigt das Beispiel Holzkirchen abermals, das Geothermieprojekte langfristige Realisierungszeiträume benötigen. Deshalb fordert der Verband jetzt, diese Umsetzungszeiträume im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2016 stärker zu berücksichtigen. So sollte etwa die Degression bei Tiefer Geothermie mengengesteuert erfolgen und sich an der installierten Gesamtleistung orientieren. Zwar habe das Kabinett beschlossen, die Übergangsfrist für den Degressionsbeginn um zwei Jahre zu verlängern, von 2018 auf 2020, dies helfe jedoch höchstens frisch gestarteten Projekten. Dauerhafte Sicherheit biete das EEG Projektentwicklern in der jetzigen Form nicht, es schaffe weder einen klaren Ausbaupfad für Geothermie noch den notwendigen Vertrauensschutz. Aktuell seien neun Kraftwerke mit einer installierten Leistung von 38 Megawatt am Netz, mit Holzkirchen soll das zehnte hinzukommen. Im hessischen Trebur werde gerade gebohrt und zahlreiche weitere Projekte stünden kurz vor der Umsetzung. Zunächst müsse jedoch das EEG wieder Sicherheit für Projektentwickler schaffen. Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie, sagt: „Die Branche muss darauf vertrauen können, dass die bei Projektstart geltende Vergütung auch noch für den Betrieb der Anlage gilt.“ (me)

www.geothermie.de

Stichwörter: Geothermie, Bundesverband Geothermie



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Geothermie

Stadtwerke München: Bohrung in der Stadt
[27.4.2018] Die Arbeiten am größten Geothermie-Kraftwerk Deutschlands haben in München begonnen. Die 50-Megawatt-Anlage der Stadtwerke München soll im Jahr 2020 ans Netz gehen. mehr...
Tiefenschnitt mit den geplanten Geothermie-Bohrungen am HKW Süd der Stadtwerke München.
Unterschleißheim: Neuer Großkunde für Geothermie
[13.2.2018] Der Business Campus Unterschleißheim hat sich für Fernwärme von der städtischen Geothermie-Gesellschaft entschieden. mehr...
Unterschleißheim: Unterzeichnung des Wärmeliefervertrages.
Aachen: Thermalquelle heizt Gebäude
[24.11.2017] Eine heiße Quelle heizt nun Gebäude im Aachener Stadtteil Burtscheid. Im Endausbau sollen fast fünf Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr per Wärmetauscher gewonnen werden. mehr...
Quellraum der Landesbadquelle, die nun für die Wärmeversorgung genutzt wird.
Stadtwerke München: Kooperation mit IEP
[22.11.2017] Die Stadtwerke München und das Unternehmen IEP, eine Tochtergesellschaft der Gemeinde Pullach, wollen ihre Fernwärmenetze verbinden und gemeinsam Projekte der Tiefen Geothermie entwickeln. mehr...
Helge-Uve Braun (l.), Technischer Geschäftsführer der SWM, und Helmut Mangold, Geschäftsführer IEP, unterzeichnen die Absichtserklärung.
GeoTHERM 2018: Simultandolmetschen inklusive
[18.10.2017] In internationaler Atmosphäre trifft sich auch im kommenden Jahr die Geothermiewelt in Offenburg (1. - 2. März 2018) zur Kongressmesse GeoTHERM. mehr...

Suchen...

Aktuelle Meldungen