Freitag, 27. April 2018
Sie befinden sich hier: Startseite > Themen > Politik > KWK zum Wahlthema machen

B.KWK:
KWK zum Wahlthema machen


[21.8.2017] Um Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in die politische Diskussion vor der Bundestagswahl einzubringen, hat der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung seine Einschätzung zu acht Aspekten der KWK veröffentlicht – und fragt konkret bei den Parteien nach, wie sich diese für die KWK nach der Wahl stark machen wollen.

Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) hat jetzt seine Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl 2017 veröffentlicht. Wie der B.KWK meldet, wurden diese an die Parteien versandt, um das Thema KWK in der öffentlichen Diskussion zur Bundestagswahl 2017 zu verankern. Insgesamt sollen die Parteien zu acht Themen Stellung zu nehmen:
- Umlagen reduzieren: Die Einführung der anteiligen EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) auf den Eigenverbrauch und die Belegung von Mieterstromkonzepten mit der vollen EEG-Umlage schwächen laut dem Verband massiv dezentrale Kraft-Wärme-Versorgungskonzepte. Auch der hohe bürokratische Aufwand mache derartige Konzepte unattraktiv.
- Vermiedene Netzentgelte erhalten: Die Abschaffung vermiedener Netzentgelte ab dem Jahr 2023 verkenne die netzdienlichen Eigenschaften von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und schwäche zugleich deren Wirtschaftlichkeit. Deshalb sollten diese auch nach 2022 gezahlt werden, so der B.KWK.
- Vollständig neue Finanzierung der Energiewende durch CO2-Steuer?: Die fluktuierenden erneuerbaren Energien bedürfen eines Ausgleichssystems, das eine sichere Stromerzeugung jederzeit gewährleistet. Zudem leistet die KWK insbesondere im Wärmemarkt den bedeutenden Beitrag für Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Sie verbindet den Strom- und Wärmemarkt und verknüpft beide mit dem Gasmarkt. Sie hat laut dem Branchenverband also die Fähigkeit zur Deckung der Residuallast. Schon heute spare die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme bis zu 50 Prozent Primärenergie und bis zu 80 Prozent CO2-Emissionen ein. Entsprechend kann die Technologie mit Blick auf die Sektorkopplung eine Brücke zu Power-to-Gas-Anlagen mit erneuerbarem Gas aus Wind-, Solar- und Biomethan bauen. Flüssiggase böten vor allem im ländlichen Raum ein erhebliches Potenzial für KWK-Wärmenetze. Bei der Einführung einer CO2-Steuer müsse die KWK deshalb sachgerecht eingeordnet werden. Denn immerhin könne eine nationale CO2-Steuer ein probates Steuerungsinstrument sein, wie dies beispielsweise die Schweiz schon vormache.

Wird die künftige Energieversorgung dezentraler?

- Die Energiewende erfordert eine Änderung der Struktur des Energieversorgungssystems. Hier stelle sich die Frage nach einer mittelfristigen Umstrukturierung der Energieversorgung hin zu mehr dezentralen Strukturen.
- Die KWK koppelt schon heute Sektoren und nutzt erneuerbare Energien: 2015 lag die Bruttostromerzeugung bei 646,9 Terawattstunden. Davon wurden 102,2 Terawattstunden in KWK-Anlagen erzeugt. Der größte Anteil des KWK-Stroms wurde aus gasförmiger Primärenergie (54,6 Terawattstunden) und der zweitgrößte Anteil aus erneuerbaren Energien (25,2 Terawattstunden) produziert. Damit hat die KWK einen Anteil von 16 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland. Schon heute sind viele der KWK-Anlagen stromnetzdienlich, da sie mit ihrer großen Flexibilität das Über- und Unterangebot von Strom im Netz ausgleichen.
- Nach Einschätzung der Branchenvertreter spart die KWK viel Geld, weil sie die vorhandene Infrastruktur nutzt und trotzdem den Ausbau der erneuerbaren Energien voranbringt. So könne heute noch abgeregelter Wind- und Solarstrom künftig in erneuerbares Gas umgewandelt und in den Gasnetzen gespeichert werden. Zu einem späteren Zeitpunkt können gasbefeuerte KWK-Anlagen wieder Strom und Wärme produzieren. Das spare Geld, weil man weniger Übertragungsleitungen bauen, dafür aber überschüssigen erneuerbaren Wind- und Sonnenstrom nutzen kann.
- Das im aktuellen KWKG definierte Ausbauziel für die Stromerzeugung aus KWK-Anlagen in Höhe von 120 Terawattstunden bis zum Jahr 2025 scheint derzeit nicht erreichbar.
- Der administrative Aufwand für KWK-Anlagenbetreiber sei zu hoch, insbesondere beim Betrieb von Mini- und Mikro-KWK-Anlagen für kleinere Wohn- und Gewerbeobjekte.
13 konkrete Fragen zu oben genannten Themen hat der B.KWK jetzt an die Bundesparteien verschickt, um das Gespräch über KWK anzukurbeln. (me)

www.bkwk.de
B.KWK-Wahlprüfsteine 2017 (PDF; 273 KB) (Deep Link)

Stichwörter: Politik, Kraft-Wärme-Kopplung, B.KWK



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik

BNetzA: Düsseldorfer Urteil angefochten
[26.4.2018] Die Bundesnetzagentur sieht sich als Anwalt der Verbraucher und legt Rechtsbeschwerde gegen einen Beschluss des Oberlandesgerichts Düsseldorf ein. Die Richter hatten geurteilt, dass die Eigenkapitalzinssätze für Strom- und Gasnetze zu niedrig angesetzt sind. mehr...
Baden-Württemberg: Photovoltaik hält Spitzenplatz
[26.4.2018] Nach einer ersten Abschätzung ist der Anteil erneuerbarer Energien in Baden-Württemberg im Jahr 2017 erneut gestiegen. Mit dem starken Zubau an Windenergieanlagen hat die Stromerzeugung aus Erneuerbaren einen neuen Höchstwert erreicht. mehr...
BDEW: Kraftwerksprojekte im Wartestand
[25.4.2018] Laut aktueller Kraftwerksliste des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind von 52 Projekten lediglich 14 im Bau. Weil sich Gas- und Pumpspeicherkraftwerke derzeit nicht rechnen, fürchtet der Verband ab 2023 eine Unterdeckung bei der gesicherten Leistung. mehr...
Hessen: Staatspreis für Energie
[17.4.2018] Das Land Hessen hat einen Staatspreis für innovative Energielösungen ausgelobt. Noch bis Ende Mai dieses Jahres können sich Privatpersonen, Unternehmen, Institutionen und Kommunen mit ihren Konzepten bewerben. mehr...
Hessen lobt Staatspreis für Energie aus.
Bundesnetzagentur: Sonne schlägt Wind
[13.4.2018] Die erste technologieübergreifende Ausschreibung zur Ermittlung der Förderhöhe für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat einen strahlenden Sieger. mehr...
Die erste technologieübergreifende Ausschreibung zur Ermittlung der Förderhöhe für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat einen strahlenden Sieger.

Suchen...

GISA GmbH
06112 Halle (Saale)
GISA GmbH
GWAdriga GmbH & Co. KG
10719 Berlin
GWAdriga GmbH & Co. KG
KIRCHNER INGENIEURE
31655 Stadthagen
KIRCHNER INGENIEURE
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen