Donnerstag, 17. Oktober 2019

Stadtwerke Heidelberg:
Baustart für neues Holzheizkraftwerk


[26.1.2012] Im Rahmen ihrer Energiekonzeption 2020 haben die Stadtwerke Heidelberg den Spatenstich für ein neues Holzheizkraftwerk gesetzt. Darüber soll der Passivhausstadtteil Bahnstadt in Zukunft komplett mit Strom und Wärme versorgt werden können.

Spatenstich für Kraftwerk auf Basis von Holz und Kraft-Wärme-Kopplung. Die Stadtwerke Heidelberg haben Anfang Dezember 2011 den Startschuss für die Realisierung des neuen Holzheizkraftwerks auf ihrem Werksgelände im Pfaffengrund gegeben. Baustart für das neue Kraftwerk wird voraussichtlich im Frühjahr 2012 sein, Ende 2013 soll das Kraftwerk dann ans Netz gehen. In das Projekt wollen die Stadtwerke insgesamt 20 Millionen Euro investieren.
Dem Spatenstich ging eine intensive Zeit der Planung und Abstimmung voraus. Der Bau basiert auf einem Gemeinderatsbeschluss vom April 2008 und steht im Zusammenhang mit der Bahnstadt: Das Energiekonzept des Passivhausstadtteils sieht vor, dass der verbleibende Bedarf an Wärme dort über erneuerbare Energien gedeckt werden soll. Mit dem Bau des Holzheizkraftwerks wird diese Anforderung erfüllt, denn die Anlage erzeugt so viel Strom und Wärme, wie die geplanten 2.000 Haushalte zuzüglich der Gewerbebetriebe und öffentlichen Einrichtungen in der kompletten Bahnstadt voraussichtlich benötigen werden.

Auftakt für Energiekonzept 2020

Gleichzeitig ist das Holzheizkraftwerk nach Angaben der Stadtwerke ein erster, wichtiger Schritt, um den Anteil erneuerbarer Energien an der hocheffizienten Fernwärme in Heidelberg zu erhöhen, wie es sich die Stadt im Rahmen ihrer Energiestrategie zum Ziel gesetzt hat. „Das Holzheizkraftwerk ist ein enormer Sprung für erneuerbare Energien in Heidelberg und ein wichtiger Baustein unseres Klimaschutzkonzepts“, erklärt Oberbürgermeister Eckart Würzner. Die Heidelberger Bahnstadt werde damit zu einem Null-Emissions-Stadtteil. Die Anlage sei in Deutschland zudem eines der größten dezentralen Kraftwerke auf Basis von Holz und Kraft-Wärme-Kopplung, so Würzner weiter. „Das Holzheizkraftwerk ist der Auftakt, um unsere Energiekonzeption 2020 umzusetzen“, so der Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg, Rudolf Irmscher. „Wir steigen damit erstmals richtig in die Eigenerzeugung ein, um bis zum Jahr 2017 unser Ziel zu erreichen, nur noch Strom aus erneuerbaren Energien sowie aus hocheffizienten Gaskraftwerken zu gewinnen.“

Hoher Wärmeanteil

Bisher beschränkte sich die Eigenerzeugung in Heidelberg im Wesentlichen auf Solarstrom. Mit dem neuen Holzheizkraftwerk wird die Eigenerzeugung um 24.000 Megawattstunden steigen, denn das neue Kraftwerk produziert neben einem hohen Wärmeanteil auch Strom. „Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sind deshalb besonders effizient und nutzen die eingesetzte Energie gut aus“, erläutert Peter Erb, bei den Stadtwerken zuständig für den Bau der Anlage. Auf der Außenfassade des Kraftwerks wird darüber hinaus eine 1.000 Quadratmeter große Photovoltaik­anlage mit einer Leistung von 100 Kilowatt installiert, die zusätzlich Strom erzeugt. Vor allem aber wird das neue Kraftwerk jährlich rund 80.000 Megawattstunden Wärme produzieren. Der Anteil von Wärme aus erneuerbaren Energien wird in Heidelberg somit von 0 auf 14 Prozent steigen. Das Ziel, das sich die Bundesregierung für die deutschlandweite Wärmeversorgung bis zum Jahr 2020 gesetzt hat, erreicht die Stadt Heidelberg dank des neuen Holzheizkraftwerks bei der Fernwärme somit bereits im Jahr 2014.

Gut für die Klimabilanz

Insgesamt wird das Holzheizkraftwerk die Klimabilanz der Stadt Heidelberg um rund 30.000 Tonnen CO2 im Jahr verbessern. Und noch über einen weiteren Punkt freut sich Stadtwerke-Geschäftsführer Rudolf Irmscher: „Mit dem Fernwärmenetz haben wir in Heidelberg beste Bedingungen, um ein solches Kraftwerk durchgängig in Grundlast und damit wirtschaftlich fahren zu können.
(bs)

http://www.heidelberger-stadtwerke.de
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe Januar 2012 von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Kraft-Wärme-Kopplung, Heidelberg, Stadtwerke Heidelberg, Holzheizkraftwerk, Eckart Würzner, Rudolf Irmscher

Bildquelle: H+B Pressebild Pfeifer

Druckversion    PDF     Link mailen




 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Kraft-Wärme-Kopplung

11. B.KWK-Kongress 2019: Energiewende mit Kraft-Wärme-Kopplung
[15.10.2019] Der Kongress des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) Anfang November steht unter dem Motto „Klima Wende kalkulierbar – nur mit KWK“. Vorträge und Praxisbeispiele sollen zeigen, wie mit Kraft-Wärme-Kopplung die Energiewende gelingen kann. mehr...
Chemnitz: MAN ES baut zwei Heizkraftwerke
[22.8.2019] MAN Energy Solutions wird für eins energie in sachsen zwei Motorenheizkraftwerke auf Erdgasbasis in Chemnitz bauen. Die neuen Heizkraftwerke stellen knapp 130 Megawatt elektrische sowie über 150 MW thermische Leistung für die Versorgung der Stadt bereit. mehr...
Architektenentwurf des künftigen MHKW Nord in Chemnitz.
Stadtwerke München: Upgrade für Gasturbinen
[12.8.2019] Die Stadtwerke München nutzen die Gasturbinen-Upgrade-Lösung 9EMax von General Electric (GE), um die Anlagenleistung in ihrem Heizkraftwerk-Süd (HKW-Süd) zu steigern. Gleichzeitig können damit die Brennstoffkosten gesenkt werden. mehr...
Stadtwerke München modernisieren die Gasturbinen im Heizkraftwerk-Süd.
Thüga SmartService: KI optimiert KWK-Anlagen
[30.7.2019] Thüga SmartService hat eine Kooperation mit dem Unternehmen VK Energie vereinbart. Dessen Software auf Basis von künstlicher Intelligenz wird von Thüga künftig zur digitalen Betriebsoptimierung von KWK-Anlagen genutzt. Erster Anwender ist schwaben regenerativ. mehr...
Thüga SmartService und VK Energie schließen Kooperation zur Optimierung von KWK-Anlagen.
Würzburg: Heizkraftwerk wird modernisiert
[10.7.2019] Das Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk am Mainufer in Würzburg erhält einen Wärmespeicher, zudem wird die Turbine modernisiert. Dadurch soll der Nutzungsgrad deutlich steigen. mehr...
Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk am Mainufer in Würzburg: Planfoto des HKWs mit integriertem neuem Wärmespeicher.

Suchen...

 Anzeige

Aktionscode für stadt+werk-Leser:
SCW-K21

 Anzeige


Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Kraft-Wärme-Kopplung:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
enerquinn GmbH
88250 Weingarten
enerquinn GmbH

Aktuelle Meldungen