Montag, 25. Mai 2020

dena:
Potenzialatlas für Power to Gas


[17.6.2016] Ein neuer dena-Potenzialatlas für Power to Gas identifiziert vier Schwerpunktregionen für eine sinnvolle Nutzung in Deutschland. Die Strategieplattform Power to Gas empfiehlt zudem Gesetzesänderungen.

Vier Regionen in Deutschland sind besonders gut für die Nutzung von Power to Gas geeignet. Die Strategieplattform Power to Gas der Deutschen Energie-Agentur (dena) hat jetzt einen Potenzialatlas für Power to Gas erstellt. Das Ergebnis: Vier Regionen in Deutschland eignen sich besonders als Standort für die Umwandlung von erneuerbarem Strom zu Gas: die Region Unterelbe-Weser-Ems, Mitteldeutschland-Berlin-Brandenburg, Neckar und Rhein-Main-Ruhr. In den vier Schwerpunktgebieten kommen mehrere günstige Faktoren zusammen. Es bestehen bereits verschiedene Pilotprojekte, weitere sind geplant. Standorte für die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien und für die Nutzung von Wasserstoff und Methan aus Power to Gas sind ebenfalls vorhanden. Wie die Energie-Agentur mitteilt, bedarf es insbesondere Perspektiven für die Nutzung von Wasserstoff und Methan in der Mobilität, weil Power to Gas in diesem Sektor die besten Marktchancen habe. Auch eine Anbindung an Standorte der Chemieindustrie wirke sich positiv aus, wenn dort Wasserstoff gebraucht werde. Schließlich zeichneten sich die Schwerpunktregionen dadurch aus, dass die Landespolitik hier bereits einen Ausbau von Power to Gas anstrebe. So unterstütze Nordrhein-Westfalen zum Beispiel Brennstoffzellenbusse im öffentlichen Nahverkehr und Wasserstoffantriebe im Schienenverkehr. Ähnliche Initiativen hätten Hessen, Hamburg und Niedersachsen ergriffen. Baden-Württemberg fördere den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur und auch in Berlin sei der Ausbau von Wasserstofftankstellen geplant. Brandenburg bereite eine Förderrichtlinie für Energiespeicher vor, in der Power to Gas einen Schwerpunkt bilden soll. Für die Potenzialanalyse sind Experten aus Politik, Unternehmen, Verbänden und Forschung befragt und zahlreiche Studien ausgewertet worden. Der Atlas soll es Unternehmen erleichtern, geeignete Standorte für Power to Gas zu finden. Laut der Energieagentur können politische Entscheidungsträger anhand der Informationen die Einsatzmöglichkeiten für Power to Gas besser einschätzen.

Kritik am politischen Rahmen

Des Weiteren moniert die Energie-Agentur die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Vor allem auf Bundesebene seien hier noch einige Hindernisse auszuräumen. So empfiehlt die dena etwa, Power-to-Gas-Anlagen beim Bezug von Strom nicht länger mit den Abgaben für Letztverbraucher zu belasten. Der Strom werde durch Power to Gas nicht verbraucht, sondern umgewandelt und gespeichert. Eine solche Änderung wäre mit dem neuen Strommarktgesetz möglich. Ohne Letztverbraucherabgaben würde sich die Kostenbilanz von Power-to-Gas-Anlagen entscheidend verbessern. Außerdem sollten im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Anreize geschaffen werden, nicht integrierbaren Strom aus Windkraft- und Solaranlagen mit Hilfe von Power to Gas zu speichern. Die aktuelle EEG-Novelle klammere diesen Punkt jedoch komplett aus. Des Weiteren sei es wichtig, die EU-Richtlinie über die Qualität von Kraftstoffen in deutsches Recht zu übertragen. Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien würden dann als Biokraftstoffe eingestuft. (me)

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse (PDF, 643 KB) (Deep Link)
http://www.dena.de
http://www.powertogas.info

Stichwörter: Energiespeicher, dena, Power to Gas, Potenzialatlas

Bildquelle: Deutsche Energie-Agentur

Druckversion    PDF     Link mailen




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energiespeicher

Stadtwerk Haßfurt: Spatenstich für PV-Großspeicher
[5.5.2020] Das Stadtwerk Haßfurt und Digital Energy Solutions starten ein Großspeicherprojekt mit einer Leistung von zwei MWh und zwei MW für Photovoltaik-Strom aus einer 750-kWp-Anlage. mehr...
Der Strom dieser PV-Anlage fließt künftig in einen großen Speicher.
Grenzach-Wyhlen: PtG-Anlage im Megawattmaßstab
[15.4.2020] Eine Power-to-Gas-Anlage mit einer elektrischen Anschlussleistung von einem Megawatt erzeugt erneuerbaren Wasserstoff mit dem Strom aus dem Rhein-Wasserkraftwerk in Grenzach-Wyhlen. mehr...
Die industrielle Power-to-Gas-Anlage am Wasserkraftwerk in Grenzach-Wyhlen.
Stadtwerke Rostock: Wärmespeicher für Marienehe
[30.3.2020] Ein neuer Wärmespeicher im Rostocker Stadtteil Marienehe soll die Wärmeversorgung der Hansestadt absichern. 2021 soll er in Betrieb gehen. Sein Fassungsvermögen liegt bei 45 Millionen Litern Warmwasser. mehr...
Der neue Rostocker Wärmespeicher kann 45 Millionen Liter Warmwasser fassen.
Energy Storage Europe: Messe auf März 2021 verschoben
[25.3.2020] Nachdem der diesjährige Messetermin aufgrund der Coronakrise abgesagt worden ist, soll die Energy Storage Europe im März 2021 stattfinden. mehr...
Fraunhofer: Wasserstoff-Roadmap fertig
[19.3.2020] Mehrere Fraunhofer-Institute haben eine Wasserstoff-Roadmap für Deutschland erstellt und diese der Regierung übergeben. Allein für Deutschland könnte es ein Wachstum der Technologie auf 50 bis 80 Gigawatt bis 2050 geben. mehr...
In einer Pilotanlage erprobt das Fraunhofer ISE bereits seit zwei Jahren die Wasserstoffeinspeisung in das Erdgasverteilnetz.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Energiespeicher:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen