EUROFORUM

Dienstag, 21. Januar 2020

EnBW / Enbridge:
Grünes Licht für Offshore-Park Hohe See


[20.2.2017] EnBW hat einen Co-Investor für den Offshore-Windpark Hohe See gefunden, das kanadische Unternehmen Enbridge. Die Aussführungsphase ist damit eröffnet.

Der Aufsichtsrat von Energie Baden-Württemberg (EnBW) hat bereits zum Jahresende 2016 die Investitionsentscheidung für den Offshore-Windpark Hohe See (wir berichteten) getroffen. Jetzt steht auch der Co-Investor für das Großprojekt mit rund 500 Megawatt fest – das kanadische Energieinfrastrukturunternehmen Enbridge wird 49,9 Prozent der Anteile an EnBW Hohe See übernehmen, EnBW behält die restlichen 50,1 Prozent. Wie EnBW mitteilt, sieht ein zwischen beiden Unternehmen vereinbartes Beteiligungsmodell vor, dass beide Partner die Umsetzung des Offshore-Windparks vom Bau bis zur Inbetriebnahme gemeinsam finanzieren werden. EnBW werde alle Aktivitäten während der Umsetzung steuern und überwachen. Dazu sollen aber auch Enbridge-Mitarbeiter in das EnBW-Projektteam eingebunden werden. Die Betriebsführung und Wartung der Anlagen nach Fertigstellung werde EnBW auf Basis eines Service- und Managment-Vertrags verantworten.
Der Windpark EnBW Hohe See wird rund 90 Kilometer nördlich von Borkum und 100 Kilometer nordwestlich von Helgoland auf einem Areal von 42 Quadratkilometern errichtet. Der Park mit einer Leistung von knapp 500 Megawatt verteilt auf 71 Windräder wird nach seiner für 2019 geplanten Inbetriebnahme jährlich rund zwei Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit können laut dem Unternehmen rund 560.000 Haushalte versorgt und 1,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Siemens liefert 71 Windturbinen

Mit der bereits erteilten Ausführungsaufforderung an die Lieferanten der Hauptgewerke ist die Bauphase des Projekts offiziell eröffnet, informiert EnBW. Mit der Lieferung und Installation von 71 Windturbinen ist der Konzern Siemens beauftragt, Vertragspartner für die Komponente Innerparkverkabelung ist die Firma VBMS, für das Offshore-Umspannwerk ist ein Konsortium aus ENGIE Fabricom, Iemants NV und CG Holdings Belgium NV verantwortlich. EnBW Hohe See ist nach Angaben von EnBW das größte deutsche Offshore-Windparkprojekt, das gegenwärtig gebaut wird. Mit EnBW Baltic 1 und EnBW Baltic 2 betreibt EnBW bereits zwei große Windparks in der deutschen Ostsee.
Der EnBW Vorstandsvorsitzende Frank Mastiaux sagt: „Mit Enbridge an unserer Seite realisieren wir unseren bislang größten Offshore-Windpark und schaffen durch diese Beteiligung gleichzeitig finanziellen Spielraum für die Entwicklung neuer Projekte. Das inzwischen dritte erfolgreiche Beteiligungsmodell, mit dem wir uns die Risiken teilen, ist ein weiterer großer Schritt in der Umsetzung unserer Strategie EnBW 2020.“ Das Investitionsvolumen belaufe sich auf 1,8 Milliarden Euro, der Windpark werde nach seiner Fertigstellung einen substanziellen Beitrag zum Konzernergebnis von EnBW leisten, so Mastiaux weiter.
Al Monaco, Präsident und CEO von Enbridge, ergänzt: „Das Projekt Hohe See fügt sich gut in Enbridges Strategie, die Präsenz im Bereich Erneuerbare Energien zu erhöhen, und bietet uns zusätzlich die Chance für organisches Wachstum auf dem europäischen Markt für Offshore-Windparks. Uns gefällt diese Branche und insbesondere dieses Projekt, denn es wird von soliden wirtschaftlichen Eckdaten getragen und bietet attraktive Renditen, die im Einklang mit dem Wertversprechen an unsere Investoren stehen.“
In einer Pressemeldung heißt es, dass auch die vertiefte Prüfung der technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Offshore-Windpark Albatros weit fortgeschritten sei. Voraussichtlich im Frühjahr wolle der EnBW-Aufsichtsrat über den Bau des Nordsee-Windparks entscheiden, für Enbridge böte sich auch hier die Option einer Beteiligung. Durch ein Ja zu Albatros könnten Synergien in der Errichtungs- und Betriebsphase gehoben werden. So könnte zusammen mit dem 116 MW-Projekt Albatros ein Gesamtprojekt mit einer Leistung von rund 610 Megawatt entstehen. (me)

http://www.enbw.com
http://www.enbridge.com

Stichwörter: Windenergie, Siemens, Enbridge



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Windenergie

Windparks: Höhere Anfangsvergütung verlängern
[21.1.2020] Betreiber von Windenergieanlagen, die 2015 in Betrieb gingen, sollten jetzt, nach fünf Betriebsjahren die höhere Anfangsvergütung verlängern. Dies kann nötig sein, wenn die Anlage etwa in einem windschwachen Gebiet liegt. mehr...
Trianel: Erneuerbare-Portfolio wächst
[17.1.2020] Trianel Erneuerbare Energien erwirbt einen weiteren Windpark in Niedersachsen und verfügt nun über eine Wind- und Solarenergieleistung von rund 200 Megawatt in acht Bundesländern. mehr...
Alte und neue Energiewelt: Der Windpark Emmerthal steht in Sichtweite zum Kernkraftwerk Grohnde, das mit dem Atomausstieg spätestens Ende 2021 abgeschaltet wird.
Badenova: Windstrom für 12.000 Haushalte
[13.1.2020] Mit dem Windpark Kambacher Eck verzeichnete die badenova-Tochter WÄRMEPLUS 2019 ein Rekordergebnis. Insgesamt wurden 32.000 MWh Strom erzeugt und damit 5.000 MWh mehr als geplant. Das reichte bilanziell, um 12.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. mehr...
Verzeichnete 2019 mit 32.000 MWh ein Rekordergebnis: der Windpark Kambacher Eck.
Trianel: Windpark Bad Arolsen am Netz
[10.1.2020] Knapp ein halbes Jahr Bauzeit verging, bis der Windpark Bad Arolsen mit insgesamt 6,9 MW ans Netz angeschlossen wurde. Das Trianel-Projekt kann 9.000 Haushalte mit Strom versorgen. Insgesamt sollen Projekte mit einer Gesamtleistung von 182 MW realisiert werden. mehr...
Ging in Betrieb: TAP Windpark Bad Arolsen mit zwei Windkraftanlagen und einer Gesamtleistung von 6,9 MW.
CO2-Preis: Kohleverstromung auf Rekordtief
[9.1.2020] Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch stieg nach einer Jahresauswertung von Agora Energiewende 2019 auf fast 43 Prozent. Gleichzeitig fiel die Kohleverstromung auf ein Rekordtief. Die Treibhausgasemissionen sanken dadurch um mehr als 50 Millionen Tonnen. mehr...

Suchen...

 Anzeige

e-world
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Windenergie:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen