Mittwoch, 14. April 2021

Stellungnahmen:
Gebäudeenergiegesetz ist gescheitert


[3.4.2017] dena-Chef Andreas Kuhlmann, der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller und die stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe Barbara Metz bedauern das Scheitern des geplanten Gebäudeenergiegesetzes.

Das geplante Gebäudeenergiegesetz ist endgültig gescheitert. Das ist laut Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena) und Sprecher der Allianz für Gebäude-Energieeffizienz (geea) ein erheblicher Rückschlag für die Energiewende im Gebäudesektor: „Wir bedauern sehr, dass der Koalitionsausschuss sich nicht auf einen Kompromiss zum neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) verständigen konnte und dieses Vorhaben damit für diese Legislaturperiode gescheitert ist. Ohne das GEG wird Deutschland nun zunächst keinen Niedrigstenergie-Standard für öffentliche Gebäude festlegen.“ Damit verstoße Deutschland gegen die EU-Gebäuderichtlinie. Außerdem hätte aus Sicht des dena-Chefs die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen können. Es sei ein schlechtes Signal, wenn sich nicht einmal die öffentliche Hand selbst dazu verpflichte, ihre eigenen Gebäude heute so zu bauen, dass sie den Klimazielen genügen. Bedauernswert sei auch, dass es nun nicht zu einer Vereinfachung des Ordnungsrechts für Gebäude komme. Geplant sei nämlich gewesen, das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinspar-Verordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) mit dem GEG zusammenzulegen. „Das gescheiterte Vorhaben zeigt, dass die Politik die Schlüsselfunktion des Gebäudesektors für die Energiewende offenbar immer noch nicht ausreichend versteht“, kommentiert Kuhlmann.
Auch Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Bündnis 90/Die Grünen) zeigt sich enttäuscht: „Schon der Entwurf des Gesetzes blieb weit hinter dem zurück, was klimapolitisch notwendig ist. Aber noch nicht einmal ein unambitioniertes Gesetz bekommt diese Bundesregierung noch auf die Beine gestellt.“ In ihrem Klimaschutzplan nach der Weltklimakonferenz von Paris habe die Bundesregierung noch erkannt, dass der Gebäudebestand einen besonderen Beitrag leisten muss. Aber so wie es um konkrete Maßnahmen geht, leiste die Bundesregierung einen Offenbarungseid. In einer aktuellen Meldung bezeichnet der baden-württembergische Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft es als besonders erschreckend, dass sich die Bundesregierung nicht für den im privaten Wohnungsmarkt inzwischen etablierten Standard KfW-Effizienzhaus 55 für öffentliche Gebäude festlegen konnte. Untersteller: „Wie der Bund so bis 2050 sein Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestands erreichen will, bleibt ein Rätsel.“
Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH) sieht das ähnlich und sagt: „Anstatt die Schlüsselrolle von Gebäuden im Klimaschutz endlich mit Handeln zu untermauern, kuscht die Bundesregierung vor einigen Unionsabgeordneten, die eine Vorfestlegung für den noch zu definierenden Effizienzstandard im privaten Neubau fürchten und an der Vereinbarkeit von Klimaschutz und bezahlbarem Wohnraum zweifeln. Die Forderung der Unionsfraktion nach einem noch weniger ambitionierten Standard ist völlig haltlos, da dieser weder den nötigen Treibhausgaseinsparungen noch einer Vorbildfunktion des Bundes gerecht werden würde.“ (me)

http://www.dena.de

Stichwörter: Energieeffizienz, dena, Andreas Kuhlmann, Franz Untersteller



Druckversion    PDF     Link mailen


swsh2104

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energieeffizienz

Schleswig-Holstein / Hamburg: NEW 4.0 erfolgreich abgeschlossen
[12.4.2021] Das länderübergreifende Großprojekt NEW 4.0 geht erfolgreich zu Ende. Mit 100 Projekten und 25 Demonstrationen konnten 60 Partner zeigen, wie eine nachhaltige Energieversorgung für Schleswig-Holstein und Hamburg realisiert werden kann. mehr...
Stadtwerke Bamberg: Grüner Strom aus der Nachbarschaft
[6.4.2021] In der Bamberger Innenstadt haben das Unternehmen Bosch und die Stadtwerke eine stationäre Brennstoffzelle in Betrieb genommen. Das Projekt soll zeigen, wie eine dezentrale, klimafreundliche Energieversorgung der Zukunft aussehen kann. mehr...
Die stationäre Brennstoffzelle in der Bamberger Innenstadt versorgt das Stadtquartier um den Busbahnhof mit grünem Strom.
Kreis Segeberg: Energiemonitoring für Klimaschutz
[23.3.2021] Der Kreis Segeberg setzt bei der Umsetzung seiner Klimaziele auf die Digitalisierung und zeigt dies anhand eines Energiemonitorings für die kreiseigenen Liegenschaften. Projektpartner ist die Norderstedter Energiezentrale Nord. mehr...
Das Kreishaus in Bad Segeberg ist Teil des Energiemonitorings.
Stadtwerke Bad Nauheim: Digitale Prozesse senken Lagerkosten Bericht
[22.3.2021] Durch die Einführung digitalisierter Prozesse und die Auslagerung der Supply Chain an den Dienstleister prego services konnten die Stadtwerke Bad Nauheim die Kosten ihres Materiallagers senken und zugleich eine höhere Transparenz sowie niedrigere Lagerbestände realisieren. mehr...
Das prego-services-Logistikcenter füllt im Regelturnus das Materiallager in Bad Nauheim auf.
ENsource: Planungswerkzeuge für Quartiere
[4.3.2021] Wie Städte und urbane Ballungsräume die Energiewende erfolgreich umsetzen können, wurde im Rahmen des Projekts ENsource ermittelt. Daraus gingen Verfahren und Planungswerkzeuge hervor, mit denen Kommunen berechnen können, wie sich die Energieversorgung für einzelne Quartiere am besten ausgestalten lässt. mehr...

Suchen...

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2021
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2021
stadt+werk, Ausgabe 11/12 2020
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Energieeffizienz:
euroLighting GmbH
72202 Nagold
euroLighting GmbH
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen