Donnerstag, 25. Februar 2021

Power-to-Gas:
Experten bescheinigen großes Potenzial


[30.6.2017] Die Initiative Zukunft Erdgas hat jetzt eine Studie vorgestellt, die sich unter anderem mit den Potenzialen von Power to Gas auseinandersetzt. Der Tenor: Grünes Gas kann entscheidend zur Energiewende beitragen.

Präsentation der Studie Power to Gas: Praxis und Potenziale in Berlin. Die nymoen strategieberatung hat im Auftrag von Zukunft Erdgas eine Expertenbefragung zum Thema Power to Gas: Praxis und Potenziale vorgenommen. Eines der Ergebnisse lautet: Die Umwandlung von überschüssigem Ökostrom in grünes Gas kann entscheidend zum Erfolg der Energiewende beitragen. Die Experten erwarten in den kommenden zehn Jahren etwa signifikante Verbesserungen bei den Wirkungsgraden und gleichzeitig deutlich sinkende Kosten. So werde grünes Gas bis etwa 2030 wettbewerbsfähig werden.
„Unsere Energiewende hat ein Speicherproblem und Power to Gas (PtG) ist der Schlüssel zum größten Energiespeicher Deutschlands“, kommentierte Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Erdgas die Studie. Das Gasnetz sei der größte existierende Energiespeicher und könne dank der PtG-Technologie auch überschüssige Energie von Wind- und Solaranlagen aufnehmen. Kehler: „Grünes Gas schließt eine entscheidende Systemlücke in der Energiewende.“ Aktuell müssten immer wieder Anlagen abgeregelt werden womit erneuerbare Energie verloren gehe. Die entstehenden Kosten würden gleichzeitig auf die Stromkunden abgewälzt.
Wie die Initiative der deutschen Erdgaswirtschaft meldet, nutzen bundesweit bereits mehr als 30 Anlagen die Power-to-Gas-Technologie und erreichen dabei Wirkungsgrade von bis zu 80 Prozent. Laut der Studie werden die Erfahrungen damit als sehr positiv eingestuft und auch der Ausblick sei optimistisch. Zwei Drittel der Befragten erwarten eine weitere Verbesserung des Wirkungsgrades um fünf bis zehn Prozent bis zum Jahr 2030, ein Drittel rechne sogar mit noch größeren Effizienzfortschritten.
Bei den Kosten erwarten die Studienteilnehmer überwiegend eine Degression um 50 Prozent und mehr bis 2030. 56 Prozent erwarten die Wettbewerbsfähigkeit bis 2030, 22 Prozent rechnen damit bis 2040. Kehler: „Wir werden erleben, dass wir erneuerbares Gas strukturell brauchen, um mit den Mengen an Ökostrom umzugehen und dass gleichzeitig die Erzeugung wettbewerbsfähig wird. Damit uns dann die richtigen Technologien und eine gute Infrastruktur zur Verfügung stehen, müssen wir jetzt die Weichen auf Gas stellen.“ Dem stünden allerdings noch regulatorische Hemmnisse im Weg. (me)

http://www.zukunft-erdgas.info

Stichwörter: Energiespeicher, Power to Gas, Zukunft Erdgas, nymoen strategieberatung

Bildquelle: Zukunft ERDGAS / Thomas Meinicke

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energiespeicher

Power-to-Gas: Ausbau größter süddeutsche Anlage
[21.12.2020] Die größte Power-to-Gas-Anlage in Süddeutschland wird ausgebaut. Damit wird im baden-württembergischen Grenzach-Wyhlen der Markthochlauf der grünen Wasserstoff-Technologie vorangetrieben. mehr...
Die industrielle Power-to-Gas-Anlage am Wasserkraftwerk in Grenzach-Wyhlen wird erweitert.
Trianel: Hamm wird Wasserstoffcluster
[10.12.2020] Die Stadt Hamm wird Wasserstoffcluster. Projektpartner ist Trianel. Gestartet werden soll mit einer großtechnischen Elektrolyseanlage mit bis zu 20 MW. mehr...
Für Hamm wurde eine Absichtserklärung zur Errichtung eines Wasserstoffclusters unterzeichnet.
Grüner Wasserstoff: Weltweit große Kostenunterschiede
[10.12.2020] Die Kosten für die Herstellung von grünem Wasserstoff weisen weltweit eine hohe Bandbreite auf. Das zeigen Analysen des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI). Insbesondere die Transportkosten sind überall hoch. mehr...
MAN Energy Solutions: NRW fördert Speicherlösung
[26.11.2020] Das Bundesland Nordrhein-Westfalen investiert in die Entwicklung der elektrothermischen Energiespeicherlösung MAN ETES 200.000 Euro. mehr...
Der HOFIM-Turbokompressor generiert als Herzstück des ETES-Systems die Wärme.
Wasserstoffspeicher: Norddeutsche Salzstöcke geeignet
[20.11.2020] In einem künftigen Energiesystem braucht es große Wasserstoffspeicher. Dafür könnten norddeutsche Salzlagerstätten geeignet sein, sagen Wissenschaftler. mehr...
In Salzgesteine lassen sich relativ einfach große und stabile Kavernen bauen, wie diese in der Salzmine Salina Slănic in Rumänien.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 1/2 2021
stadt+werk, Ausgabe 11/12 2020
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Energiespeicher:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen