Sonntag, 20. Januar 2019

Serie Kommunales Energie-Management:
Energiesparen als Teamarbeit


[7.8.2017] Wie können Städte und Gemeinden sowohl Klimaschutzmaßnahmen umsetzen als auch den Gemeindehaushalt entlasten? stadt+werk begleitet das Energieeffizienz-Netzwerk im baden-württembergischen Enzkreis auf seinem Weg, die Energieeffizienzpotenziale seiner kommunalen Liegenschaften zu erschließen. Teil 3 der Serie.

Kommunale Energieeffizienznetzwerke führen unter anderem ein systematisches Energieverbrauchscontrolling ein. Im Jahr 2015 schlossen sich acht Gemeinden aus dem Enzkreis in Baden-Württemberg zu einem kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk zusammen. Das Ziel: Die Energieeffizienz ihrer Liegenschaften zu steigern und Kosten zu senken. Gemeinsam und voneinander lernen lautet das Motto der Netzwerkkommunen. Das Kompetenzzentrum Energiemanagement der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg initiierte das Projekt und moderiert die regelmäßigen Treffen.

Energie-Management braucht ein Team

Nachdem die Kommunen das Netzwerk vertraglich gegründet und die Förderung beantragt hatten, mussten zunächst organisatorische Fragen geklärt werden: Welche Aufgaben stehen an und wer übernimmt sie? Energie-Management ist eine Querschnittsaufgabe und muss auf mehrere Schultern verteilt werden. Im Rahmen eines Netzwerktreffens haben die Beauftragten einen Aufgaben-Baukasten entwickelt. Dann lag es an jeder Netzwerkkommune, aus diesem Baukasten die jeweils individuelle Organisationslösung für sich zu finden und ein Energieteam zusammenzustellen.
Die Netzwerkkommunen einigten sich darauf, auch ihre Schulen und Kindertageseinrichtungen in den Prozess des kommunalen Energie-Managements einzubinden. Dafür sollten sie ein Energieeinspar-Beteiligungsprojekt durchführen. Bei dem so genannten Fifty-Fifty-Projekt teilen sich Schule und Schulträger die finanziellen Einsparungen, die sich durch das Energie-Management ergeben. So haben die Bildungseinrichtungen einen zusätzlichen Anreiz, die beschlossenen Maßnahmen umzusetzen.

Controlling zahlt sich zehnfach aus

Eine wichtige Säule des kommunalen Energie-Managements ist die Einführung eines monatlichen Verbrauchscontrollings in den Liegenschaften. Damit werden Auffälligkeiten beim Energieverbrauch erkannt, die Ursachen ermittelt und schließlich die unerwünschten Folgen beseitigt. Auch lassen sich die Zählerablesungen mit den Rechnungen der Versorger und den Versorgungsverträgen abgleichen. Das Controlling zahlt sich aus: Das Kosten-Nutzen-Verhältnis liegt bei eins zu zehn; es werden viel mehr Energiekosten gespart, als Kosten für das Controlling entstehen.
Alle Netzwerkkommunen aus dem Enzkreis schafften sich eine professionelle Energie-Management-Software an und profitierten dabei sogar von einer Förderung des Landes. Dank der professionellen Software haben alle Kommunen ein monatliches Energieverbrauchscontrolling etablieren können und waren auf die Jahresenergieberichte vorbereitet.
Um den Umgang mit der Software für die Gemeinden so einfach wie möglich zu gestalten, findet im Netzwerk eine Aufgabenteilung statt: Die komplexeren Aufgaben, wie beispielsweise das Anlegen der Zählerstruktur, übernimmt der Netzwerk-Manager; die Netzwerkkommunen sind zuständig für die Eingabe der Zählerstände und der Verbrauchsrechnungen. Andreas Herb, Hauptamtsleiter aus der Netzwerkkommune Engelsbrand, weiß die Arbeit des Netzwerk-Managers zu schätzen: „Das ist eine sehr gute Hilfestellung beim Energie-Management.“ (me)

www.energiekompetenz-BW.de/kEEn
Teil 1 der Serie finden Sie hier (Deep Link)
Teil 2 der Serie finden Sie hier (Deep Link)

Stichwörter: Energieeffizienz, Klimaschutz, KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, Baden-Württemberg

Bildquelle: KEA

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