Dienstag, 17. Juli 2018

evm:
H-Gas-Umstellung vorbereiten


[9.8.2017] Die Vorbereitungen für die H-Gas-Umstellung laufen bei der Energieversorgung Mittelrhein bereits auf Hochtouren. Bis zum eigentlichen Projektstart 2021 müssen noch komplexe Netzberechnungen durchgeführt und über 200.000 Verbrauchsgeräte erfasst werden.

Mitarbeiter des Fachbereichs Netzstrategie planen die Umstellung der Energienetze am Mittelrhein. Die Energieversorgung Mittelrhein (evm-Gruppe) hat schon jetzt mit den Vorbereitungen für die Umstellung von niederkalorischem L-Gas (L = low) auf hochkalorisches H-Gas (h = high) im Erdgasnetz begonnen. Die eigentliche Umstellung soll zwar erst in den Jahren 2021 bis 2023 erfolgen, laut der Unternehmensgruppe handelt es sich jedoch um ein hoch komplexes Unterfangen. Hintergrund für den Gaswechsel ist, dass die L-Gasvorräte in den Niederlanden absehbar zu neige gehen und Deutschland danach vorwiegend mit H-Gas aus Norwegen, Russland und Großbritannien versorgt wird.
Im Grunde laufen die Arbeiten an dem Projekt seit dem Jahr 2015, teilt der Energiedienstleister mit. So seien etwa aufwändige Netzberechnungen notwendig, damit für jeden Anschlussnutzer eine nahtlose Gasversorgung gewährleistet werden kann. Hieran arbeiteten die Experten der Energienetze Mittelrhein (enm), der Netzgesellschaft der evm-Gruppe, aktuell noch im Verborgenen. Das soll sich 2019 ändern. Dann werden die 160.000 betroffenen Haushalte in insgesamt 257 Kommunen schriftlich informiert. Projektleiter Andreas Weiland erläutert: „Alle Geräte, die derzeit noch mit L-Gas betrieben werden, müssen entsprechend angepasst werden.“
Hierfür werden bereits vor der Umstellung alle Geräte in den betroffenen Haushalten erfasst. Auf dieser Grundlage können die Fachleute dann ermitteln, was an welchen Geräten zu welchem Zeitpunkt geändert werden muss. Die Kosten für Umstellung und Geräteanpassung übernimmt nach eigenen Angaben enm. Derzeit geht das Unternehmen von 210.000 betroffenen Geräten aus. Eine Anpassung sei in der Regel bei fast allen Geräten außer bei veralteten Anlagen möglich. In solchen Fällen gebe es eine Erstattung von 100 Euro gemäß Energiewirtschaftsgesetz und je nach Gerätealter habe das Bundeswirtschaftsministerium eine weitere Zahlung von 500 Euro pro Gerät angeordnet.
Die Erfassung der Geräte wird etwa zwei Jahre vor Projektbeginn erfolgen. Die eigentliche Phase der Geräteanpassung soll dann über drei Jahre laufen. Gestaffelt nach den entsprechenden Netzkoppelungspunkten seien nach und nach Gebiete im Westerwald, in der Vordereifel, am Mittelrhein und im Hunsrück an der Reihe. Die Kosten für die Umstellung gibt enm mit bis zu 70 Millionen Euro an. (me)

www.evm.de

Stichwörter: Erdgas, evm, enm

Bildquelle: Energieversorgung Mittelrhein AG

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Erdgas

Wülfrath: Zu 100 Prozent grün
[16.7.2018] Die ortsansässigen Stadtwerke werden die Stadt Wülfrath künftig mit zertifiziertem, klimaneutralem Gas beliefern. Die Kommune wird damit ab sofort zu 100 Prozent mit regenerativer Energie versorgt. mehr...
Gaskraftwerk Irsching: Ohne Perspektive
[2.5.2018] Die Gaskraftwerke Irsching 4 und 5 wurden bei der Bundesnetzagentur erneut zur Stilllegung angezeigt. Die Eigentümer Uniper, N-ERGIE, Mainova und ENTEGA sehen nach wie vor keine wirtschaftlichen Perspektiven für die hochmodernen Anlagen. mehr...
Sauerland: Stadtwerke kooperieren bei H-Gas
[26.4.2018] Bei der Umstellung von L- auf H-Gas setzen die Stadtwerke Hemer, Iserlohn, Menden und Schwerte auf Zusammenarbeit und haben die Arbeitsgemeinschaft Sauerland gegründet. mehr...
enwag: Nassauische Heimstätte heizt klimaneutral
[6.4.2018] Beim Erdgasbezug setzt die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt künftig auf das klimaneutrale Angebot der enwag energie- und wassergesellschaft. mehr...
Interview: Gas-Flatrate statt Nachzahlung Interview
[20.3.2018] Die Flatrate Gas von Uniper rechnet bezogene Gasmenge, Netzentgelte, Steuern und Abgaben als verbrauchsunabhängigen Pauschalbetrag ab. Über die Vorteile des Angebots spricht Vertriebschef Gundolf Schweppe im stadt+werk-Interview. mehr...
Gundolf Schweppe ist seit Juli 2017 Vertriebschef bei Uniper.

Suchen...

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Erdgas:

Aktuelle Meldungen