Mittwoch, 30. September 2020
Sie befinden sich hier: Startseite > Themen > Politik > Evolution oder Revolution?

ewi-Studie:
Evolution oder Revolution?


[27.11.2017] Mit der vorhandenen Gas- und Wärmeinfrastruktur können die Klimaziele bis 2050 zu deutlich geringeren Kosten erreicht werden als durch eine Elektrifizierung aller Verbrauchssektoren. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie im Auftrag von RheinEnergie, Gelsenwasser und Open Grid Europe.

Mithilfe vorhandener Infrastruktur ließen sich beim Erreichen der deutschen Klimaziele bis 2050 rund 140 Milliarden Euro einsparen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Energiemarkt 2030 und 2050 – Der Beitrag von Gas- und Wärmeinfrastruktur zu einer effizienten CO2-Minderung“, die von ewi Energy Research & Scenarios im Auftrag der Unternehmen RheinEnergie, Gelsenwasser und Open Grid Europe erstellt wurde. Die Studie zeigt auf, welchen Beitrag bestehende Gas- und Wärmenetze zu einer effizienten Treibhausgasminderung bis 2030 und 2050 leisten können. Dazu untersuchten die Autoren zwei mögliche Szenarien entsprechend der deutschen Klimaziele bis 2030 und 2050. Im Szenario Revolution unterstellen sie eine ordnungsrechtlich forcierte Elektrifizierung der Energieverbrauchssektoren, in dem Gas- und Wärmenetze zunehmend an Bedeutung verlieren. Im Szenario Evolution gibt es hingegen keine ordnungsrechtlichen Vorgaben hinsichtlich bestimmter Technologien, bestehende Gas- und Wärmenetze werden weiter genutzt.
Laut der Studie lassen sich in beiden Szenarien die Klimaziele erreichen. Das Szenario Evolution spare jedoch bis 2050 Kosten in Höhe von rund 140 Milliarden Euro ein. Zudem biete dieses Szenario mehr Flexibilität, auf die heute noch nicht absehbaren technologischen Entwicklungen nach 2030 kosteneffizient zu reagieren. Damit würden so genannte Lock-In-Effekte durch eine frühzeitige technologische Festlegung vermieden. Diese entstehen im Szenario Revolution und wirken sich nach Angaben der Autoren wirtschaftlich nachteilig aus.
Harald Hecking, Geschäftsführer von ewi Energy Research & Scenarios, erklärt: „Ein technologieoffener Ansatz erreicht die Treibhausgasminderungsziele zu deutlich geringeren Kosten als eine weitgehende Elektrifizierung des Endenergieverbrauchs.“ Gelsenwasser-Vorstandschef Henning Deters ergänzt: „Die Ergebnisse zeigen, dass es mit der vorhandenen Infrastruktur kurzfristig möglich ist, sehr viel CO2 zu vermeiden. Wir sollten nicht mehr theoretische Pläne diskutieren, sondern konkret damit anfangen. Indem wir technologieoffen agieren, schaffen wir uns dabei Handlungsfreiheit in Deutschland und in Europa.“ Auch RheinEnergie-Chef Dieter Steinkamp spricht sich für Technologieoffenheit aus: „Wir vermeiden damit bis 2030 jegliche Lock-In-Effekte, die uns zugunsten einer bestimmten Technik früh festlegen würden. Im Gegenteil: Wir behalten weitgehende Gestaltungsspielräume und können so auch weitere technologische Fortschritte berücksichtigen und gegebenenfalls integrieren. Wir brauchen auf dem Weg in die Zukunft größtmögliche Flexibilität; wie das geht, zeigt die Studie deutlich.“ (al)

Studie „Energiemarkt 2030 und 2050 – Der Beitrag von Gas- und Wärmeinfrastruktur zu einer effizienten CO2-Minderung“ (PDF; 1,1 MB) (Deep Link)

Stichwörter: Politik, RheinEnergie, ewi, Gelsenwasser, Open Grid Europe



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik

BEE: Parlaments-Hilfe für EEG-Novelle
[25.9.2020] Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) fordert weiterhin dringend Nachbesserungen bei der Novellierung des EEG. Das betreffe insbesondere die Anlagenvergütung. mehr...
Biogasrat+: Klimaschutz braucht Biomethan
[24.9.2020] Der Biogasrat+ fordert grundlegende Verbesserungen für die Bioenergieerzeugung im EEG, damit Biomethan zum Klimaschutz beitragen kann. mehr...
PwC-Studie: EVU sind finanziell stabil
[23.9.2020] Eine aktuelle Studie von PwC zur Finanzlage der kommunalen Versorger zeigt: Der längerfristige Trend zur finanziellen Stabilisierung der Unternehmen hält an. Für die Untersuchung wurden die wichtigsten Kennzahlen aus dem Jahr 2018 analysiert. mehr...
PwC-Studie:  Der längerfristige Trend zur finanziellen Stabilisierung der Unternehmen hält an.
LEE Niedersachsen|Bremen: Neues Strommarktdesign gefordert
[16.9.2020] Die geplante EEG-Novelle belastet nach Meinung des LEE Niedersachsen|Bremen die Erneuerbare-Energien-Branche. Der Verband fordert deswegen ein neues Strommarktdesign. mehr...
EEG-Novelle: BEE fordert Nachbesserungen
[11.9.2020] Die Novellierung des EEG stößt auf viel Kritik. Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) fordert drastische Nachbesserungen, insbesondere bei den Ausbauzielen für erneuerbare Energien. mehr...

Suchen...

 Anzeige

 Anzeige

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2020
stadt+werk, Sonderheft Juni 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020

VOLTARIS GmbH
67133 Maxdorf
VOLTARIS GmbH
euroLighting GmbH
72202 Nagold
euroLighting GmbH
GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH
rku.it GmbH
44629 Herne
rku.it GmbH

Aktuelle Meldungen