Dienstag, 27. September 2022

Brandenburg:
Konzessionsabgabe auf erzeugten Strom


[7.12.2017] Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg fordert eine bundeseinheitliche Konzessionsabgabe auch für erzeugten Strom. Allein die Kommunen in Brandenburg könnten so mit Mehreinnahmen von über 50 Millionen Euro pro Jahr rechnen.

Windpark Kölsa in Brandenburg: Kommunen würden von Konzessionsabgaben auch für erzeugten Strom profitieren. Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg hat einen Vorschlag vorgelegt, durch den Kommunen und Bürger stärker von der Wertschöpfung der erneuerbaren Energien profitieren sollen. Notwendig dafür sei eine Anpassung des Systems der Konzessionsabgaben. Sebastian Kunze, Referatsleiter beim Städte- und Gemeindebund Brandenburg, erklärt: „Wie viel Konzessionsabgabe eine Kommune erhält, errechnet sich ausschließlich aus dem Stromverbrauch in der Gemeinde. Diese Regelung stammt aus der Zeit, als wenige große Kraftwerke das Land zentral mit Strom versorgten und das Verteilnetz vor Ort ausschließlich dafür da war, den Strom zum Verbraucher zu bringen.“
Heute fließe der Strom aber in beide Richtungen. Das Verteilnetz werde auch benötigt, um dezentral erzeugten Strom aufzunehmen. Kunze: „Das bisherige Berechnungsverfahren ist nicht nur unzeitgemäß, sondern setzt auch falsche Anreize. Belohnt wird, wer besonders viel Strom verbraucht.“ Die Höhe der Konzessionsabgaben sollte deshalb auch vom erzeugten Strom abhängig gemacht werden. Sebastian Kunze rechnet vor: „Bei einer Konzessionsabgabe von nur 0,33 Cent je eingespeister Kilowattstunde könnten die Kommunen in Brandenburg mit Mehreinnahmen von 51,1 Millionen Euro pro Jahr rechnen.“ Kunze nennt drei konkrete Beispiele: Die Stadt Luckau würde demnach 477.000 Euro erhalten, die Gemeinde Niedergörsdorf 619.000 Euro und Nauen über eine Million Euro.
Unterstützung für den Vorschlag erhält der Kommunalverband vom Bundesverband WindEnergie (BWE) Berlin-Brandenburg. Jan Hinrich Glahr, Vorsitzender des BWE-Landesverbands, erklärt: „Wir können die Akzeptanz für die Energiewende nur erhalten, wenn Bürger und Gemeinden vor Ort messbar etwas davon haben.“ Eine Anpassung der Konzessionsabgabe könne allerdings nur auf Bundesebene durchgesetzt werden, die Brandenburger Landesregierung sollte nach den Worten von Glahr dafür in den entsprechenden Gremien eintreten. (al)

http://www.stgb-brandenburg.de
http://www.wind-energie.de

Stichwörter: Politik, Brandenburg, BWE, Konzessionsabgabe

Bildquelle: Thüga Erneuerbare Energien

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik

Baden-Württemberg: Neues Klimaschutzgesetz vorgelegt
[26.9.2022] In Baden-Württemberg hat der Ministerrat jetzt die zweite Weiterentwicklung des landeseigenen Klimaschutzgesetzes beschlossen. Der Entwurf verschärft die Anstrengungen für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel. mehr...
Deutscher Städtetag: Existenz der Stadtwerke sichern
[21.9.2022] Der Deutsche Städtetag warnt wegen der Energiekrise vor existenzbedrohenden Risiken für Stadtwerke. Städtetagspräsident Markus Lewe sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die wirtschaftliche Lage für die kommunalen Stadtwerke verschärft sich jeden Tag." mehr...
Markus Lewe, Präsident des Deutschen Städtetags: „Die wirtschaftliche Lage für die kommunalen Stadtwerke verschärft sich jeden Tag.“
KEA-BW: Energiekrisen-Lotse gestartet
[20.9.2022] Um die Kommunen bei den Herausforderungen der Energiekrise zu unterstützen, hat die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) jetzt die Website Energiekrisen-Lotse lanciert. Sie zeigt, wie sich Energieverbrauch und Kosten senken lassen. mehr...
BEE: EnSiG-Reform zur richtigen Zeit
[19.9.2022] Nach Einschätzung des BEE kommt die Reform des Energiesicherungsgesetzes zur richtigen Zeit. Der Bundestag müsse jedoch noch nachbessern. mehr...
EIB: Zehn Milliarden fürs Klima
[9.9.2022] Kommunen und öffentliche Unternehmen in Regionen, die am stärksten unter dem Übergang Europas zu einer klimaneutralen Wirtschaft leiden, können Kredite der Europäischen Investitionsbank (EIB) über zehn Milliarden Euro nutzen. Sie werden mit EU-Zuschüssen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro kombiniert. mehr...

Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 7/8 2022
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2022
stadt+werk, Ausgabe 3/4 2022
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2022
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
telent GmbH
71522 Backnang
telent GmbH
VIVAVIS AG
76275 Ettlingen
VIVAVIS AG
prego services GmbH
66123 Saarbrücken
prego services GmbH
rku.it GmbH
44629 Herne
rku.it GmbH

Aktuelle Meldungen