Dienstag, 28. Juni 2022

Data Science:
Der Beginn einer Revolution


[22.5.2018] Mit der Digitalisierung der Energiewende werden Energieversorger zunehmend zum Anbieter von digitalen Services und Mehrwerten. Data-Science-Technologien können helfen, die Potenziale dieses neuen Marktes auszuschöpfen.

Mit Data-Science-Technologien aus dem Datenschatz lernen. Wer sich auf dem digitalen Energiemarkt behaupten will, muss schnell und adäquat auf die Bedürfnisse seiner Kunden reagieren können. Das ist eine große Herausforderung, sorgt die Digitalisierung der Energiewende doch für eine enorm wachsende Datenmenge. Die zunehmende Einforderung von Mehrwerten von Verbraucherseite schafft zusätzlichen Druck. Durch Data-Science-Technologien lässt sich diese Datenflut nutzbar machen, um schneller und komfortabler auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können.
Aufgrund seiner langjährigen Branchenerfahrung weiß das Unternehmen GreenPocket, wie die konkreten Mehrwerte und Features von Data-Science-Technologien für die Energieversorger aussehen können. „Den Visualisierungs- und Energie-Management-Lösungen steht ein großer Umschwung bevor“, kündigt Geschäftsführer Thomas Goette an. „Denn durch Data-Science-Technologien wird die Energie-Management-Software der Zukunft in der Lage sein, selbsttätig aus dem Datenschatz zu lernen und sich automatisch zu optimieren. Dadurch kann sie sich nicht nur an jeden Bedarf anpassen, sondern ermöglicht auch eine schnelle Reaktion auf Änderungen der Bedarfslage.“ Durch die Automatisierung der Prozesse kann außerdem der Bearbeitungsaufwand, insbesondere im Vergleich zu Lösungen ohne Data-Science-Technologien, minimiert werden.

Segmentieren, individualisieren

Durch die Analyse von Verbrauchsmustern und Metadaten ermöglichen Data-Science-Algorithmen eine automatische Segmentierung von Kunden. Aus deren Verbrauchsdaten können Verhaltensunterschiede herausgelesen werden, was eine Zuordnung zu verschiedenen Kundengruppen ermöglicht. Durch die Automatisierung der Prozesse ist diese Segmentierung auf einer viel tieferen Ebene möglich als durch konventionelle Sichtungsmethoden.
Anhand der Kundengruppen lassen sich zum einen Trends sichtbar machen, zum anderen wird durch sie eine zielgerichtete und aufwandsarme Adressierung der zentralen Interessensgruppen möglich – selbst dann, wenn sich deren Interessen ändern. Dadurch können Energieversorger ihren Support systematisch und effizient ausbauen und zugleich ihr Angebot kundengruppenspezifisch optimieren. Die Automatisierung der dafür notwendigen Analysen spart Kosten, und die auf die Interessensgruppen zugeschnittene Preissetzung erhöht die Gewinne.
Eine intelligente Analyse von Verbrauchsdaten und kundenbezogenen Kennzahlen deckt aber nicht nur die gemeinsamen Anforderungen von Kundengruppen auf, sondern auch die Bedürfnisse von Einzelkunden. Dadurch lassen sich zielgerichtete Angebote gestalten, welche den Individualnutzer noch enger an den Versorger binden. Durch die Auswertung der Kundendaten können außerdem Cross-Selling-Potenziale freigelegt werden, dank derer der Energieversorger seine Produktpalette ohne aufwendige Marktforschungsmaßnahmen erweitern kann.

Durch Leistung binden

Ein weiteres zentrales Ziel der Data-Science-Forschung ist die Generierung innovativer und vielseitiger Mehrwerte und Services für die Letztverbraucher. Ein mit solchen Zusatzleistungen ausgestattetes Angebot ist nicht nur förderlich für eine erfolgreiche Kundenakquise, sondern erhöht auch die Zufriedenheit und Bindung der Bestandskunden.
Ein erstes Beispiel für solche Leistungen zeigt sich in der Möglichkeit zur Datendisaggregation: Die Zählerdaten der Kunden können durch einen intelligenten Algorithmus aufgeschlüsselt werden, um Klarheit über den anteiligen Verbrauch einzelner Geräte am Gesamtverbrauch zu schaffen – und zwar ohne den Einsatz kostspieliger Unterzähler. Das erhöht die Verbrauchstransparenz für den Kunden und liefert dem Versorger eine Grundlage, auf der er automatisch kundenspezifische Empfehlungen zur Effizienzoptimierung und damit für Kosteneinsparungen formulieren kann.

Präzise Voraussagen treffen

Außerdem lassen sich durch den Einsatz von Data-Science-Algorithmen Forecasting-Funktionen entwickeln. Hierfür werden die zur Verfügung stehenden Daten zu Verbrauchsverhalten, Kosten und Außeneinflüssen verrechnet, um den zu erwartenden Verbrauch vorauszusagen. Abweichungen von den tatsächlichen Werten werden anschließend automatisch vom Algorithmus einbezogen, um die Genauigkeit nachfolgender Voraussagen zu verbessern.
In ähnlicher Weise kann die umfassende Datenbasis für Predictive-Maintenance-Anwendungen eingesetzt werden. Diese berechnen den anzunehmenden Lastverlauf der Verbraucher unter Einbeziehung flexibler Faktoren wie Auftragslage oder Witterungs- und Produktionseinflüsse. Auf Anomalien – Abweichungen von den Erwartungswerten – reagiert der Algorithmus mit automatischen Alarmen und Handlungsempfehlungen. Dadurch kann er im Idealfall teure Beschädigungen und längere Produktions- oder Betriebsausfälle vermeiden. Fehlalarme oder Ungenauigkeiten bei den Berechnungen kann der Algorithmus selbst verarbeiten, um die Fehlerquote für jeden spezifischen Anwender und Gerätepark zu minimieren.
Mit diesen Anwendungsfällen sind die Potenziale von Data Science aber noch nicht ausgeschöpft. „Wir stehen am Anfang einer Revolutionierung der Energie-Management-Tools“, erklärt GreenPocket-Geschäftsführer Thomas Goette. „Durch Data-Science-Technologien wird die Visualisierungssoftware der Gegenwart in ein intelligentes und selbstoptimierendes Multifunktionswerkzeug umgewandelt. Als Spezialisten für Smart Metering und Energie-Management werden wir diese Entwicklung mitgestalten. Unser Data-Science-Team arbeitet bereits mit Hochdruck an der Vorbereitung von Data-Science-Pilotprojekten, durch die sich weitere Anwendungsbereiche herauskristallisieren werden.“

Dr. Wolf Stertkamp ist PR-Manager der GreenPocket GmbH, Köln.

http://www.greenpocket.de
Das Interview ist in der April-Sonderausgabe 2018 von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Informationstechnik, GreenPocket,

Bildquelle: sdecoret/Fotolia.com

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Informationstechnik

Wilken ENER:GY: Mehr als eine Million Abrechnungen
[24.6.2022] In einer umfangreichen Praxissimulation hat Wilken gezeigt, dass die Branchenlösung ENER:GY hochskalierbar ist. In einem Performance-Test konnte die Grenze von einer Million Abrechnungen in 24 Stunden deutlich überschritten werden. mehr...
Mainova: IT-Services automatisiert
[21.6.2022] Zur Automatisierung ihrer IT-Services setzt Mainova auf Software aus dem Hause USU. Mainova erhält damit eine professionelle und integrierte Gesamtlösung für das IT Service Management (ITSM), die individuell konfigurierbar ist und als Software as a Service (SaaS) betrieben werden kann. mehr...
Stadtwerke Münster: IoT-Lösung CityLink im Einsatz
[15.6.2022] Die von den beiden Software-Unternehmen opwoco und items entwickelte App-basierte IoT-Software CityLink geht jetzt bei den Stadtwerken und Stadtnetzen Münster produktiv. mehr...
Um bei Problemen schnell eingreifen zu können, wird die Energieerzeugung in den dezentralen Blockheizkraftwerken mit CityLink überwacht
DIPKO/Schleupen SE: Zusammenarbeit intensiviert
[15.6.2022] Durch die Intensivierung ihrer Zusammenarbeit ermöglichen es Schleupen SE und die Digitale Plattform für kommunale Services (DIPKO) jetzt Stadtwerken, die Vielfalt ihrer Leistungen auf einer Plattform zu bündeln. mehr...
Durch die neue Plattform von DIPKO und Schleupen SE können Stromkunden jetzt auch verbilligte Parktickets angeboten werden.
FES: Von Cyber-Angriff betroffen
[14.6.2022] Auch die Frankfurter Entsorgung- und Service GmbH (FES) ist von dem IT-Angriff auf einen Darmstädter Rechenzentrumsbetreiber betroffen, der am Sonntag bekannt geworden ist. mehr...

Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 5/6 2022
stadt+werk, Ausgabe 3/4 2022
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2022
stadt+werk, Ausgabe 11/12 2021

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Informationstechnik:
ITC AG
01067 Dresden
ITC AG
cosymap GmbH
04103 Leipzig
cosymap GmbH
GISA GmbH
06112 Halle (Saale)
GISA GmbH
VOLTARIS GmbH
67133 Maxdorf
VOLTARIS GmbH
IVU Informationssysteme GmbH
22846 Norderstedt
IVU Informationssysteme GmbH

Aktuelle Meldungen