Donnerstag, 20. Juni 2024

Klimaschutzprojekt InSekt:
Mit Software-Agent CO2 sparen


[19.7.2018] Mit dem Projekt InSekt möchten die Universität Duisburg Essen, die Bergische Universität Wuppertal sowie die Stadtwerke Lemgo den CO2-Ausstoß von Abwasser-Wärmepumpen reduzieren. Das soll mithilfe von Software-Agenten gelingen.

An der Abwasser-Kläranlage der Stadtwerke Lemgo wird die Wärmepumpe gebaut. Die Universität Duisburg Essen (UDE), die Bergische Universität Wuppertal sowie die Stadtwerke Lemgo arbeiten an einem gemeinsamen Projekt. Die Idee: Eine umweltfreundliche Abwasser-Wärmepumpe wird durch eine neuartige Automatisierung so gesteuert, dass jährlich etwa 3.200 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. InSekt, so der Name des Vorhabens, wird aus EU- und Landesmitteln gefördert, informiert die Universität Duisburg Essen.
Die Stadtwerke Lemgo werden demnächst mit dem Aufbau einer großen Wärmepumpe an ihrer zentralen Kläranlage beginnen. Dort soll mithilfe von Wind- und Solarenergie Wärme aus dem Abwasser gewonnen und ins örtliche Netz eingespeist werden. Etwa 1.600 Haushalte und Betriebe ließen sich dadurch beheizen und mit warmem Wasser versorgen, informiert die UDE.
Zwar haben Fernwärmenetze einen hohen Wirkungsgrad, es gehe aber auch immer Energie verloren, sei es bei der Einspeisung oder dem Transport durch das Leitungssystem. Um die Verluste möglichst gering zu halten, entwickeln die Wissenschaftler beider Universitäten eine neue Betriebsstrategie. So genannte Software-Agenten sollen die Anlagen automatisch steuern und regeln. Diese eigenständig arbeitenden Programme werden beispielsweise in der industriellen Fertigung benutzt. Sie in Wärmeversorgungssystemen zu installieren, sei hingegen neu.
Die Energietechniker der UDE sorgen dafür, dass Messwerte und Faktoren korrekt berücksichtigt werden und die Anlagen stabil Wärme liefern. Die Wirtschaftsinformatiker der UDE entwickeln die Software weiter und integrieren beispielsweise Netzdaten der Stadtwerke oder aktuelle Wettervorhersagen in das Programm. Die Wuppertaler Fachleute für elektrische Energieversorgungstechnik bringen ihr Wissen zu den Stromnetzen ein. Da die Wärmepumpe mit einer hohen Leistung, etwa 1,1 Megawatt, versorgt werden muss, wirkt sich das auf die Stabilität des Lemgoer Stromnetzes aus. Dies müsse bei der Regelung der Wärmepumpe berücksichtigt werden.
Wie die UDE mitteilt, sind die Projektpartner davon überzeugt, dass sich mit dieser intelligenten Kopplung von Strom und Wärme jährlich um die 3.200 Tonnen Kohlendioxid einsparen lassen. Spätestens im Frühjahr 2021 werden sie wissen, ob sie damit richtig liegen. Anschließend möchten sie die Steuerung mittels Software-Agenten auf andere Anlagen, beispielsweise Solaranlagen übertragen. So ließe sich künftig überschüssige Solarenergie in das Wärmenetz einspeisen. (sav)

http://www.uni-due.de
http://www.uni-wuppertal.de
http://www.stadtwerke-lemgo.de

Stichwörter: Kraft-Wärme-Kopplung, Stadtwerke Lemgo, Informationstechnik, Klimaschutz

Bildquelle: Michael Reimer/Stadtwerke Lemgo

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Kraft-Wärme-Kopplung

Kraft-Wärme-Kopplung: Wird die Renaissance eingeläutet? Bericht
[18.6.2024] Gemäß einer Entscheidung des EuG stellt das im Jahr 2020 novellierte KWK-Gesetz als umlagebasiertes Förderinstrument keine Beihilfe dar. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, eröffnet das der Kraft-Wärme-Kopplung neue Perspektiven. Auch einige Bremsklötze ließen sich beseitigen. mehr...
Mithilfe der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) lässt sich Primärenergie effizienter verwerten.
Stadtwerke Gießen: Heizenergie aus der Lahn Bericht
[27.5.2024] Die Stadtwerke Gießen (SWG) engagieren sich seit langem für die Reduzierung von CO2-Emissionen bei der Wärmeerzeugung. Ihr aktuelles Großprojekt, die innovative Kraft-Wärme-Kopplungsanlage PowerLahn, nutzt das Wasser der Lahn als Wärmequelle. mehr...
Direkt an der Lahn errichten die SWG ein Gebäude, in dem künftig drei Wärmepumpen arbeiten.
KWK-Symposium: Energiewende im Fokus
[21.5.2024] Am 19. Juni findet in Essen das 22. Duisburger KWK-Symposium statt, bei dem es um die Rolle der Kraft-Wärme-Kopplung im Klimaschutz und in der Energiewende geht. mehr...
Serie KWK: Holzgas statt Erdgas Bericht
[14.5.2024] Im letzten Teil der stadt+werk-Serie zur Kraft-Wärme-Kopplung geht es um Holzgas als Brennstoff für KWK-Anlagen. In Österreich sind Holzgaskraftwerke weit verbreitet, europaweit ist das technologische und wirtschaftliche Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. mehr...
Im oberösterreichischen Perg steht das bisher größte Holzgaskraftwerk Österreichs.
Gotha: Spatenstich für iKWK erfolgt
[11.4.2024] Mit dem Spatenstich für eine innovative Kraft-Wärme-Kopplungsanlage haben die Stadtwerke Gotha jetzt den Startschuss für die Dekarbonisierung ihrer Fernwärmeversorgung gegeben. mehr...
Spatenstich für den Bau einer innovativen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage.

Suchen...

 Anzeige

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Kraft-Wärme-Kopplung:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen