Samstag, 15. August 2020

Frankfurt am Main:
Sonnenstrom für Wohnungen


[20.8.2018] Den Strom lokal produzieren und vor Ort verbrauchen – und das komplett CO2-frei: Diese Art der Energieversorgung setzen der regionale Energieversorger Mainova und die Nassauische Heimstätte im Rahmen ihrer Mieterstromprojekte in drei Quartieren in Frankfurt am Main um.

Mainova hat in Frankfurt am Main rund 150 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 2,5 Megawatt auf Dächern von Mehrfamilienhäusern installiert. Im April 2018 hat der regionale Versorger Mainova seine Kooperation mit dem Wohnungsunternehmen Nassauische Heimstätte zum Mieterstrom in Frankfurt am Main vorgestellt. Bereits ein Jahr zuvor hatten die beiden Unternehmen einen Rahmenvertrag über die Nutzung von Frankfurter Dachflächen für die Errichtung und den Betrieb von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) unterzeichnet. Die Nassauische Heimstätte gehört mit rund 60.000 Wohnungen in 140 Städten und Gemeinden zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen; in Frankfurt am Main bewirtschaftet sie 16.000 Wohnungen. Im Herbst 2017 war der Bau von insgesamt 30 Anlagen in den Quartieren Melibocusstraße (Frankfurt-Niederrad), Windthorststraße (Frankfurt-Höchst) und Apfel-Carré (Frankfurt-Preungesheim) gestartet. Mit einer Gesamtleistung von 415 Kilowatt Peak (kWp) werden sie nach Fertigstellung jährlich 400.000 Kilowattstunden (kWh) umweltfreundlichen Strom aus Sonnenenergie erzeugen und damit 250 Tonnen CO2 einsparen. Die Photovoltaikmodule nehmen zusammen 2.400 Quadratmeter Dachfläche ein und versorgen 360 Wohnungen inklusive Flure, Keller und Außenanlagen.

Keine Extra-Kosten für Mieter

Seit über zwei Jahren bietet Mainova Mieterstrom an. Dadurch partizipieren Mieter erstmals aktiv an der Energiewende. Bisher haben sie diese nur passiv über die staatliche EEG-Abgabe auf ihre verbrauchten Kilowattstunden Strom mitfinanziert. Der regionale Energieversorger stellte Anfang 2016 sein Mieterstrommodell zusammen mit der ABG Frankfurt Holding vor, Mainovas bisher größtem Kooperationspartner für Mieterstrom. Über 100 Photovoltaikanlagen wurden bislang allein auf 40 Liegenschaften des kommunalen Wohnungsunternehmens realisiert.
Für die Mieter entstehen keine Extra-Kosten. Und die Vermieter freuen sich über zusätzliche Einnahmen. Denn Mainova pachtet die Dachflächen und trägt die kompletten Investitionen. Das Unternehmen plant, installiert, finanziert und betreibt die Energieerzeugungsanlagen auf den Mehrfamilienhäusern. Hinzu kommen Vertrieb, Messung, Bilanzierung und Abrechnung.
Der durch die PV-Anlagen erzeugte Strom kann von den Mietern auf Wunsch bezogen werden. Wird mehr Energie benötigt als die Photovoltaikanlagen produzieren, übernimmt das öffentliche Netz jederzeit die Versorgung. Kunden, die den Mainova-Mieterstromtarif beziehen, erhalten in diesem Fall ebenfalls regenerativ erzeugten Ökostrom aus Wasserkraft. Umgekehrt wird nicht verbrauchter PV-Strom in das Netz eingespeist und vergütet.

Mieter und Vermieter profitieren

Der Ökostrom vom Dach fließt nicht automatisch an die Haushalte: Wer ihn erhalten möchte, muss einen Vertrag abschließen. Der Mainova-Mieterstromtarif Lokal PV bietet dabei nicht nur ökologischen Nutzen, sondern aufgrund reduzierter staatlicher Abgaben auch Preisvorteile. So ermöglicht der Mainova-Mieterstrom einem durchschnittlichen Dreipersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden Einsparungen von über 100 Euro im Jahr gegenüber dem Grundversorgungstarif. Mit aktuell 27,27 Cent je Kilowattstunde (brutto) plus 79 Euro Grundpreis ist er darüber hinaus der günstigste Ökostrom-Tarif von Mainova mit einer zweijährigen Preisgarantie.
Photovoltaik-Module auf dem Flachdach des Apfel-Carré (Frankfurt-Preungesheim). Inzwischen hat der regionale Energieversorger in Frankfurt am Main rund 150 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 2,5 Megawatt auf Dächern von Mehrfamilienhäusern installiert. Weitere Projekte mit einer Kapazität von einem Megawatt sind bereits geplant oder werden gerade umgesetzt. Zusammen decken sie künftig den Bedarf von bis zu 2.000 Einpersonenhaushalten und vermeiden jährlich rund 2.000 Tonnen CO2. Mit seinem Engagement für den Ausbau der Photovoltaik im urbanen Raum nimmt Mainova eine Vorreiterrolle ein. Mit einem Anteil von 25 Prozent der deutschlandweit installierten PV-Anlagen für Mieterstrom ist das Unternehmen inzwischen sogar Marktführer.

Öffentliches Netz entlastet

Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien im urbanen Raum unterstützt Mainova aktiv den Klimaschutz in Frankfurt am Main. Neben dem Mieterstrom bietet der regionale Energieversorger spezielle PV-Eigenstromlösungen auch für Unternehmen und private Hauseigentümer an. Diese gewährleisten eine ideale Umsetzung der Energiewende vor Ort: Der umweltfreundliche PV-Strom nimmt nur den kurzen Weg vom Dach in die Wohnung und entlastet die öffentlichen Netze. Denn durch die direkte Einspeisung in das Hausnetz wird das öffentliche Netz weniger in Anspruch genommen.
Insgesamt bietet das Rhein-Main-Gebiet mit rund 200 Sonnenstunden im Monat sehr gute Voraussetzungen für die Photovoltaik. Dank der vielen Sonnenstunden können Photovoltaikanlagen hier bis zu 1.000 Kilowattstunden Solarenergie pro Jahr und installiertem Kilowatt erzeugen.
Laut Solarkataster sind von den rund 83.000 Gebäuden in Frankfurt 55.000 für Photovoltaikanlagen geeignet. Bislang sind in der Mainmetropole rund 1.300 PV-Anlagen mit einer Leistung von 26.000 kWp installiert. Hochrechnungen gehen von einem Potenzial von mehreren 100 Megawatt aus. Das zeigt, dass die Stadt bei der Photovoltaik noch in den Kinderschuhen steckt.

Norbert Breidenbach

Breidenbach, Norbert
Nach dem Studium der Allgemeinen Elektrotechnik arbeitete Norbert Breidenbach zunächst bei der Kraftwerke Laufenburg AG. Nach Stationen als Geschäftsführer bei der Stadtwerke Langen GmbH sowie als Vorstandsvorsitzender der Regensburger Energie- und Wasserversorgung (Rewag) wurde er 2013 Mitglied des Vorstands der Mainova AG.

http://www.mainova.de
Dieser Beitrag ist in der Juli/August-Ausgabe von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.  (Deep Link)

Stichwörter: Solarthermie, Photovoltaik, Mainova, Mieterstrom, Frankfurt am Main

Bildquelle v.o.n.u.: Mainova, Mainova

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Photovoltaik | Solarthermie

Baden-Württemberg: Ökostrom für Landesvertretung in Berlin
[11.8.2020] Mit einer neuen Photovoltaikanlage spart die Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin künftig jedes Jahr etwa 4.900 Euro an Stromkosten. Die Anlage befindet sich auf dem Dach der Landesvertretung und erzeugt rund 26.300 Kilowattstunden Strom pro Jahr. mehr...
Die Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt klimafreundlichen Strom für die Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin.
München: Mieterstrom von ehemaliger Sektkellerei
[10.8.2020] 10.000 Quadratmeter hat die neue Photovoltaikanlage der Stadtwerke München auf dem Dach einer ehemaligen Sektkellerei. Die Mieter im Areal dürfen nun den dort produzierten Ökostrom nutzen. mehr...
 Ein Ausschnitt der 10.000 Quadratmeter großen PV-Anlage auf dem Dach des Münchner Centro Tesoro.
VDI: Photovoltaik als Schlüssel
[4.8.2020] Eine neue VDI-Publikation rückt die Photovoltaik in den Mittelpunkt und stellt ihre Rolle als Schlüsseltechnologie für die Energiewende heraus. mehr...
In den vergangenen zehn Jahren hat die Stromerzeugung über Photovoltaik laut Angaben des VDI weltweit um den Faktor 30 bis 35 zugenommen.
AEE: Merzig ist Energie-Kommune
[4.8.2020] Merzig im Saarland will in Klima- und Energiefragen Vorbild sein und baut Wind-, Solar- sowie Bioenergie konstant aus. Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeichnet die Gemeinde deswegen als Energie-Kommune des Monats aus. mehr...
Der Solarpark Fitten produziert auf einer Fläche von 22.000 Quadratmetern Strom, der jährlich bis zu 900 Haushalte versorgt.
Rheinland-Pfalz: Breitere Förderung für Solarspeicher
[30.7.2020] Rheinland-Pfalz erweitert sein Solarspeicherprogramm. Auch Unternehmen und Vereine werden jetzt unterstützt. mehr...

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 7/8 2020
stadt+werk, Sonderheft Juni 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020
stadt+werk, Ausgabe 3/4 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Photovoltaik | Solarthermie:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen