Mittwoch, 26. Juni 2019

Serie kommunaler Klimaschutz (Teil 2):
Energieverbrauch effizient managen


[4.9.2018] Mit einem professionellen Energie-Management können Städte und Gemeinden gezielt Klimaschutzmaßnahmen umsetzen und gleichzeitig den Haushalt entlasten. Wie Kommunen die Energienutzung in ihren Liegenschaften effizient gestalten können, zeigt Teil 2 einer Serie zu kommunalem Klimaschutz von stadt+werk in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg.

Wie kommunales Energie-Management zur Steigerung der Energieeffizienz in Liegenschaften funktioniert, erklären Experten der KEA in Schulungen und Workshops. Deutsche Städte, Gemeinden und Kreise engagieren sich immer stärker für den Klimaschutz. Fachliche Beratung hilft vor allem kleinen und mittelgroßen Kommunen dabei, Aspekte zum Schutz des Klimas in ihre Planungen einzubeziehen. Dabei erfahren Verwaltungen und Gemeinderäte, wie sie alle Potenziale für geringere CO2-Emissionen ausschöpfen können. Einen ersten Beitrag zum Klimaschutz können Kommunen durch Energieeinsparungen in ihren eigenen Liegenschaften leisten. Es lohnt sich deshalb für Städte und Gemeinden, ein kommunales Energie-Management einzuführen. Dabei werden systematisch nichtinvestive Energieeffizienzpotenziale in kommunalen Liegenschaften erschlossen. So spart die Gemeinde Energie und schont Ressourcen und Haushalt.

Keine Scheu vor den Kosten

Aus Mangel an Know-how, Personal und Zeit betreiben jedoch viele Kommunen bislang kein umfassendes Energie-Management. Auch die Scheu vor hohen Kosten hemmt den Einstieg. „Dabei lohnt sich Energie-Management für Kommunen auch finanziell. Die Energiekosten der Liegenschaften lassen sich dadurch um 15 bis 25 Prozent senken“, weiß Harald Bieber, Leiter des Kompetenzzentrums Kommunaler Klimaschutz der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg.
Kommunales Energie-Management umfasst Bestandsaufnahmen des Energie- und Wasserverbrauchs der Liegenschaften, die Optimierung technischer Anlagen, Berichte und regelmäßige Schulungen. Diese Schritte bilden die Grundlage für weitere investive Maßnahmen wie den Ausbau erneuerbarer Energien, die Sanierung der Anlagentechnik und der Gebäudehülle oder die Umrüstung auf energiesparende Straßenbeleuchtung. Beim Einstieg ins Energie-Management helfen Experten und Energieagenturen. Sie begleiten Kommunen auch während des Prozesses. „Wir beraten vor allem dabei, welches Personal benötigt wird und welche Messgeräte oder Software angeschafft werden müssen. Damit können Kommunen den Energiebedarf ihrer Liegenschaften genau ermitteln und nachhaltig senken“, sagt Harald Bieber.

Stadt Plochingen spart Energie

Mithilfe der KEA hat etwa die 14.000-Einwohner-Stadt Plochingen nahe der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart erfolgreich ein kommunales Energie-Management eingeführt. Wichtigstes Instrument ist dabei das zentrale Controlling aller energie- und wasserverbrauchenden Liegenschaften mithilfe einer Software. Auch Schulungen kommunaler Mitarbeiter durch die KEA und Verbesserungen der Gebäudetechnik haben dazu beigetragen, im Rathaus, in der Bücherei und auf dem Friedhof, in Schulen sowie Sport- und Stadthallen Energie zu sparen.
Zudem hat die Stadt mittels Energie-Einspar-Contracting in weitere Effizienzmaßnahmen investiert: Ein Energiedienstleister übernahm die Finanzierung der Maßnahmen und erhält im Gegenzug die eingesparten Energiekosten während der Projektlaufzeit. Damit spart die Kleinstadt am Neckar Energie in ihren Liegenschaften ohne eigene Kostenbelastung und beweist, dass auch kleine und mittlere Kommunen wichtige Schritte zu mehr Klimaschutz erfolgreich umsetzen können. (bs)

http://www.energiekompetenz-bw.de
Weiterlesen: Teil 1 der Serie zu kommunalem Klimaschutz (Deep Link)

Stichwörter: Klimaschutz, KEA, Plochingen

Bildquelle: KEA

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