Donnerstag, 25. April 2019

Greenpeace Energy:
Windanlagen länger am Netz halten


[11.9.2018] Den deutschlandweit ersten Vertrag zur direkten Belieferung von Privatkunden mit Strom aus Windkraftanlagen, die aus der EEG-Förderung fallen, hat Greenpeace Energy jüngst mit einem Bürgerwindpark in Schleswig-Holstein abgeschlossen.

Präsentieren den Liefervertrag: Reinhard Christiansen vom Bürgerwindpark Ellhöft (links) und Nils Müller von Greenpeace Energy. Die Hamburger Energiegenossenschaft Greenpeace Energy hat ein so genanntes „Power Purchase Agreement“ (PPA) mit dem Windpark Ellhöft in Schleswig-Holstein unterzeichnet. Die Abmachung ermöglicht den wirtschaftlichen Weiterbetrieb des Bürgerwindparks auch nach dem Auslaufen der EEG-Förderung zum Ende des Jahres 2020. Wie Greenpeace Energy mitteilt, ist das deutschlandweit der ersten Vertrag zur direkten Belieferung von Privatkunden mit Strom aus Windkraftanlagen, die aus der EEG-Förderung fallen. „Von unserem Modell profitieren alle“, sagt Nils Müller, Vorstand von Greenpeace Energy. „Die Anlagenbetreiber erhalten eine kalkulierbare Vergütung und können ihre Anlagen länger in Betrieb halten. Wir als Ökoenergieanbieter beziehen Windstrom zu einem auskömmlichen Preis und stärken die direkte Verbindung zwischen unseren sauberen Lieferkraftwerken und unseren Kundinnen und Kunden.“

PPA wichtiges Instrument für den Klimaschutz

Der Vertrag über die Lieferung grüner Energie aus sechs Windenergieanlagen mit je 1,3 Megawatt Leistung tritt zum 1. Januar 2021 in Kraft und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. In dieser Zeit verkauft der Bürgerwindpark Ellhöft seinen Strom zu einem festgelegten Preis pro Kilowattstunde an Greenpeace Energy. Der Fixpreis wurde individuell ermittelt und kann je nach Entwicklung der Börsenstrompreise noch nachjustiert werden, informiert die Energiegenossenschaft.
Allein im Jahr 2021 fallen in Deutschland 4.400 Megawatt (MW) an Windkraft-Erzeugungsleistung aus der EEG-Förderung, bis zum Jahr 2025 werden es rund 16.000 MW sein. Ohne eine Perspektive für die Abnahme des Stroms würden viele dieser Anlagen abgebaut, meldet Greenpeace Energy. Das mache PPAs zu einem wichtigen Instrument für den Klimaschutz, das jetzt erstmals für Privatkunden in die Praxis umgesetzt wurde. „Viele ältere Windparks sind – so wie unserer in Ellhöft – technisch gut in Schuss, können also weiter viel saubere Energie liefern und dabei helfen, die deutschen Klimaziele zu erreichen“, sagt Reinhard Christiansen von der Windpark Ellhöft GmbH. Das sei aber nur dann möglich, wenn die Betreiber die Kosten für Betrieb und Wartung der Anlagen verlässlich decken können – so wie es das neuartige PPA garantiere. „Dieser Vertrag macht uns unabhängig von den Schwankungen der Börsenstrompreise“, sagt Christiansen. (sav)

http://www.greenpeace-energy.de
http://www.reinhard-christiansen.de

Stichwörter: Windenergie, Greenpeace Energy, Power Purchase Agreement (PPA)

Bildquelle: Levke Jannichsen

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