Treffpunkt Netze

Montag, 9. Dezember 2019

Onshore-Wind:
Erhebliche Unterdeckung


[22.10.2018] Die aktuelle Ausschreibung für Windenergie an Land offenbart erhebliche Probleme der Windbranche, rechtssichere Projekte zu planen. Statt der ausgeschriebenen rund 700 Megawatt konnte die Bundesnetzagentur mangels Masse nur rund 400 MW bezuschlagen.

Düstere Aussichten für Windenergie an Land. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am vergangenen Freitag (19. Oktober 2018) die Zuschläge der Ausschreibungen für Windenergie an Land zum Gebotstermin 1. Oktober 2018 erteilt. Wie die Regulierungsbehörde mitteilt, wurden nur 62 Gebote mit einem Volumen von knapp 400 Megawatt (MW) eingereicht, ausgeschrieben waren jedoch 670 Megawatt. Insgesamt erhielten 57 Gebote mit einem Volumen von 363 Megawatt einen Zuschlag. Davon gingen neun Zuschläge an Bürgerenergiegesellschaften. Regional betrachtet, wurden die meisten Zuschläge für Windenergieanlagen in Bayern (69 MW), Brandenburg (63 MW), Niedersachsen (42 MW) und Nordrhein-Westfalen (25 MW) erteilt. Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichten laut BNetzA von 5 ct/kWh bis zu 6,30 ct/kWh. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 6,26 ct/kWh. „Trotz einer theoretisch ausreichenden Zahl an Genehmigungen, war die Ausschreibungsrunde deutlich unterzeichnet“, berichtet BNetzA-Präsident Jochen Homann.

Zunahme von Klagen

Das Ausschreibungsergebnis wirft einen Schatten auf die Energiewende, kommentierte der Bundesverband Windenergie (BWE). Die Unterzeichnung verdeutliche die aktuellen Probleme der Windenergiebranche, rechtssichere Projekte zu planen. Festzustellen seien die drastische Verlängerung der Genehmigungsdauer aufgrund steigender genehmigungsrechtlicher Anforderungen, ein Mangel an rechtssicheren Regionalplänen und eine Zunahme von Klagen gegen erteilte Genehmigungen. Angesichts enger Umsetzungsfristen nach einem Zuschlag, blockieren juristische Auseinandersetzungen regelmäßig die Teilnahme an Ausschreibungen, meldet der Branchenverband. Der BWE geht davon aus, dass davon aktuell rund 400 Megawatt betroffen sind. BWE-Präsident Hermann Albers erklärt: „Die Ergebnisse der Ausschreibungen lassen die Sorgenfalten innerhalb der Branche wachsen. Die Hypothek der durch die Fehlsteuerung im Ausschreibungssystem bedingten Zuschläge an Projekte ohne Genehmigungen im Jahr 2017 ist bereits eine große Last. Sie wird zu einem massiven Einbruch des Zubaus 2019 führen.“

Beseitigung von Hindernissen

Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, fordert angesichts der erheblichen Unterdeckung der aktuellen Ausschreibung die rasche Beseitigung von Hindernissen, die dem Bau neuer Windenergieanlagen entgegenstehen. Dazu gehörten politische und rechtliche Lösungen für die Vereinbarkeit mit der Flugsicherung sowie dem Arten- und Denkmalschutz.
Es zeichne sich zudem ab, dass die Verfügbarkeit geeigneter Flächen für die Windenergienutzung in den kommenden Jahren zum drängendsten Problem wird, so Kapferer. Die aktuellen Bundesratsinitiativen aus Nordrhein-Westfalen und Brandenburg machten deutlich: Der politische Rückhalt auf Länderebene wird für den weiteren Ausbau der Windenergie und das Erreichen der Erneuerbaren- und der Klimaschutzziele Deutschlands entscheidend sein. Kapferer: „Anstatt die Flächen weiter zu beschränken, sind die Länder gefordert, gemeinsam mit den regionalen und kommunalen Planungsträgern den weiteren Windenergieausbau zu unterstützen und damit die Energiewende weiter voranzutreiben.“ (al)

http://www.bundesnetzagentur.de
Ergebnisse der aktuellen Ausschreibung für Onshore-Windkraft (Deep Link)
http://www.wind-energie.de
http://www.bdew.de

Stichwörter: Windenergie, Bundesnetzagentur, BWE, BDEW

Bildquelle: Windstrom Vindvet

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Windenergie

Trianel: Verzögerung bei Nordsee-Windparkbau
[6.12.2019] Die Fertigstellung des Offshore-Windparks Borkum II von Trianel verzögert sich bis 2020. Aktuell stehen 16 von 32 Windkraftanlagen. Die Verzögerung entstand durch die Insolvenz eines Partners. Die Betreiber fordern deswegen auch eine Härtefallregelung für Offshore-Anlagen. mehr...
Die Fertigstellung des Trianel Windparks Borkum II wird sich bis 2020 verzögern.
Bundesnetzagentur: Kein einziges Gebot für Auktion
[27.11.2019] Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der gemeinsamen Ausschreibung für Wind- und Solarenergie veröffentlicht. Während PV-Anlagen erneut deutlich überzeichnet waren, ging für Windenergie an Land kein einziges Gebot ein. Der BDEW sieht die Schuld bei der Bundesregierung. mehr...
Bremerhaven: Start für Wasserstoff-Modellprojekt
[15.11.2019] Bremerhaven soll ein Kompetenzzentrum für Wasserstoff werden. Das hat der Bremer Senat beschlossen. Zum Projekt gehören auch acht Windenergieanlagen, deren Strom mittels Elektrolyse grünen Wasserstoff erzeugen soll. mehr...
Ein Wasserstoff-Modellprojekt geht in Bremerhaven an den Start.
Windpark Borkum II: Letzte Gondel von Senvion
[14.11.2019] Alle Bauteile für den kommunalen Offshore-Windpark Trianel Borkum II sind fertiggestellt. Senvion hat die 32. Gondel ausgeliefert. mehr...
Anlagenhersteller Senvion hat die letzte Gondel für den Trianel Windpark Borkum II ausgeliefert.
Bürgerwindpark Fehndorf-Lindloh: Haren energetisch unabhängiger
[4.11.2019] Eine Kooperation des Bürgerwindparks Fehndorf-Lindloh mit Enercon und innogy testet das Einspeisen von 16 Windrädern in Batteriespeicher und eine Power-to-Gas-Anlage. Der Energiebedarf der Stadt Haren soll damit zu 75 Prozent gedeckt werden. mehr...
Spatenstich zum neuen Projekt des Bürgerwindparks Fehndorf-Lindloh.

Suchen...

 Anzeige

e-world

 Anzeige

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Windenergie:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen