Euroforum

Mittwoch, 21. November 2018

Berlin:
Innovatives Wärmenetz für Berlin TXL


[7.11.2018] Ein neuartiges Niedrigtemperaturnetz ist die Basis des Energiekonzepts für den Forschungs- und Industriepark Berlin TXL – The Urban Tech Republic. Die entsprechende Ausschreibung für das Stadtentwicklungsprojekt haben die Berliner Stadtwerke und E.ON gewonnen.

Die Berliner Stadtwerke und der Energiekonzern E.ON versorgen künftig den Forschungs- und Industriepark Berlin TXL – The Urban Tech Republic mit Wärme und Kälte. Die Berliner Stadtwerke und der Energiekonzern E.ON versorgen künftig den Forschungs- und Industriepark Berlin TXL – The Urban Tech Republic mit Wärme und Kälte. Beide Unternehmen gewannen als Bietergemeinschaft die EU-weite Konzessionsausschreibung für das Stadtentwicklungsprojekt auf dem Areal des heutigen Flughafens Tegel. Auch das ebenfalls dort geplante Schumacher Quartier mit über 5.000 Wohnungen soll in das Energiekonzept einbezogen werden.
Wie beide Partner melden, erfolgt die Versorgung über ein neuartiges Niedrigtemperaturnetz. Dieses so genannte LowEx-Netz werde mit Temperaturen bis 40 Grad Celsius betrieben. Durch die im Vergleich zu einem klassischen Fernwärmenetz niedrigere Betriebstemperatur könnten Wärmeverluste reduziert werden. Bei den Verbrauchern installierte Wärmepumpen sollen bei Bedarf höhere Temperaturen sowie Kühlenergie erzeugen. Das LowEx-Netz könne zudem überschüssige oder selbsterzeugte Energie aufnehmen, etwa Produktionsabwärme aus den Gewerbe- und Industriebetrieben des Standortes oder Energie aus erneuerbaren Quellen. Nach Angaben der beiden Unternehmen fungiert das Netz als Energie-Tauschplatz, weil alles direkt vor Ort dezentral und nachhaltig aus einem Mix von Blockheizkraftwerken, Solaranlagen, Geothermie und Abwasserwärme erzeugt, gespeichert und verbraucht werde.
Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt Gesellschaft, sagt: „In der geplanten Größenordnung ist das LowEx-Netz weltweit einzigartig. Uns geht es hier um die weitreichenden Möglichkeiten dieses neuen Ansatzes, der einen zentralen Punkt der Energiewende aufgreift: weg von der zentralen Energieerzeugung hin zu bürgernahen, dezentralen, intelligenten Energiesystemen und einem modernen Quartiersmanagement.“ E.ON-Vorstandsmitglied Karsten Wildberger erklärt: „Der Zuschlag durch das Land Berlin beweist, dass klimafreundliche Lösungen sich auch wirtschaftlich durchsetzen können, wenn sie intelligent und innovativ entwickelt werden. Für uns ist es das erste Netz einer völlig neuen Generation und ein wichtiger Schritt für die kommunale Energiewende.“
Jörg Simon, Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe, deren Tochterunternehmen die Berliner Stadtwerke sind, ergänzt: „Als kommunales Unternehmen setzen die Stadtwerke gemeinsam mit dem Partner E.ON auf einem für Berlin bedeutsamen Gelände ein zukunftsweisendes Energiekonzept mit Leuchtturmcharakter um. Mit dem innovativen LowEx-Netz zeigen wir, wie die Berliner Energiewende in einem Quartier mit unterschiedlichsten Nutzungen gestaltet werden kann.“ (al)

www.berlinerstadtwerke.de
www.eon.com
www.berlintxl.de

Stichwörter: Fernwärme, E.ON, Berliner Stadtwerke

Bildquelle: Berliner Stadtwerke GmbH

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Fernwärme

Hamburg: Industriewärme heizt HafenCity
[31.10.2018] Eines der größten Projekte zur Nutzung industrieller Abwärme ist in Hamburg in Betrieb gegangen. Eine Metallhütte liefert nun Wärme für die östliche HafenCity. mehr...
Mit den Worten „Wärme frei!“ begann die Wärme für die HafenCity Ost zu fließen.
Stadtwerke Merseburg: Echte Energiewende
[31.10.2018] Mit dem offiziellen Spatenstich haben die Stadtwerke Merseburg und das Mannheimer Energieunternehmen MVV den Startschuss für ein zukunftsweisendes Projekt gegeben. Die Stadtwerke werden künftig klimafreundliche Wärme vom Heizkraftwerk TREA Leuna der MVV beziehen. mehr...
Hallerndorf: Erneuerbare Wärme vor Ort erzeugt
[31.10.2018] In Hallerndorf ist in kurzer Zeit ein modernes Nahwärmenetz mit erneuerbaren Energien entstanden. Aus diesem Grund wurde die bayerische Gemeinde von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als Energiekommune des Monats ausgewählt. mehr...
Heizhaus in Hallerndorf.
Bilfinger : Neues Fernwärmekonzept entwickelt
[18.10.2018] Ein neues Fernwärmekonzept für Kommunen und Industrie hat das Unternehmen Bilfinger entwickelt. ScaleGrid setzt auf die Einbindung industrieller Abwärme in die Fernwärmeversorgung sowie ein intelligentes Temperatur-Management im Gesamtnetz. mehr...
Hochdruck-Wärmespeicher: Ein neues Fernwärmekonzept für Kommunen und Industrie hat das Unternehmen Bilfinger entwickelt.
Projekt WiEfm: Erfolgsfaktoren für Wärmenetze
[10.10.2018] Die Ergebnisse des Projekts „Wärme in der Euregio – fokussieren und modernisieren“ (WiEfm) der vergangenen drei Jahre hat die FH Münster nun in einer Broschüre zusammengefasst. Sie zeigt unter anderem Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für Wärmenetze auf. mehr...
Projekt WiEfm: Eine interaktive Hotspot-Karte zeigt, wo im Neubaugebiet ein Wärmenetz sinnvoll installiert werden könnte.