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Sonntag, 20. Januar 2019

Studie:
Energiewende im Braunkohlerevier


[22.11.2018] Für einen erfolgreichen Strukturwandel sollten in den deutschen Braunkohlerevieren verstärkt die Potenziale erneuerbarer Energien genutzt werden. Den Weg dorthin skizziert eine Untersuchung im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums.

Studie zeigt Wege für die Transformation von Braunkohlerevieren zu Energiewenderegionen. Wie die deutschen Kohlereviere auch zukünftig als wichtige Player in der Energiewirtschaft in Deutschland mitspielen können, zeigt eine aktuelle Studie des Beratungsinstituts IFOK im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Konkret wurde in dem Gutachten das regionalökonomische Potenzial einer Transformation zur Energiewenderegion in der Lausitz abgeschätzt.
Demnach empfiehlt die Untersuchung, eine gezielte Transformation der Kohlereviere hin zu Energiewenderegionen. Besondere Chancen biete der verstärkte Ausbau von Solar- und Windstrom im Verbund, heißt es in der Studie. Diese Anlagen könnten schrittweise in den Regionen aufgebaut werden und freiwerdende Netzkapazität ersetzen, während die Kohleverstromung heruntergefahren wird. Weiterhin empfiehlt das Gutachten, Anlagen für die so genannte Power-to-X-Technologie, also das Umwandeln von Strom etwa in Gas oder Wärme, gezielt in den Tagebauregionen anzusiedeln. „Solche Anlagen werden im zukünftigen Energiesystem eine wichtige Rolle zur Speicherung oder anderweitigen Nutzung von temporären Stromüberschüssen aus Wind oder Photovoltaik spielen“, sagt Martina Richwien vom IFOK.
„In der Debatte um den Strukturwandel werden die Potenziale der Energiewende bisher noch zu wenig gesehen“, so Bernd Hirschl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das in der Studie berechnet hat, in welchem Umfang Arbeitsplätze und Wertschöpfung in den Bereichen Wind- und Solarenergie neu entstehen können. „Die vorhandenen Infrastrukturen und Kompetenzen bieten sich an, die Reviere zu Energiewende-Modellregionen zu entwickeln – entsprechend ihrer jeweiligen Voraussetzungen. Wenn die Akteure vor Ort dafür zusammen mit den betroffenen Bundesländern und dem Bund an einem Strang ziehen, können nennenswerte Wertschöpfung und Beschäftigung entstehen.“
Wie IFOK und IÖW weiter mitteilen, sind für das Gelingen der Reviertransformation spezifische Maßnahmen erforderlich. So seien etwa Sonderausschreibungen erforderlich, um die Anlagen gezielt in die Regionen zu bekommen. (bs)

Die Studie zum Download (Deep Link)
www.ifok.de
www.ioew.de

Stichwörter: Politik, Studie, Braunkohle, IFOK, IÖW



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