Mittwoch, 19. Juni 2019

DLR:
Drittes Leben für Kraftwerke


[4.2.2019] Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) will erproben, inwieweit sich konventionelle Kraftwerke zu Wärmespeicherkraftwerken mit Flüssigsalz als Speichermedium umrüsten lassen. Im Rheinischen Revier soll dazu eine Pilotanlage errichtet werden.

Thermobatterie TESIS: Hier erprobt das DLR seit 2017 die Speicherung von Wärmeenergie in Flüssigsalz. Der Erfolg der Energiewende hängt auch von der Entwicklung neuer Speichertechnologien ab. Bestehende Kraftwerke zu großen Speicherkraftwerken umzubauen, bietet dabei nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gleich mehrere Vorteile: So könne die bestehende Kraftwerksinfrastruktur wie beispielsweise Netzanschlüsse und Turbinen weitergenutzt werden. „Mit der Nachnutzung kann ein Großteil der bestehenden – zum Teil noch jungen und sehr effizienten – Kraftwerkstechnik erhalten bleiben. Und indem die Infrastruktur aus dem ersten Leben der Kraftwerke zu großen Teilen in ihr Third Life übernommen werden kann, spart der Umbau enorme Kosten und Arbeitsplätze können erhalten bleiben“, erklärt Professor Bernhard Hoffschmidt, Leiter des DLR-Instituts für Solarforschung. Als Zwischenschritt auf dem Weg zum vollständig kohlenstoffdioxidfreien Third Life – nach einem ersten Leben als Kohle- und dem zweiten als Gaskraftwerk – sei zunächst ein Hybridkraftwerk denkbar, in dem ein Mix aus wärmespeicher- und gasbefeuertem Dampf den Strom generiere.
Als erfolgsversprechendes Speichermedium hat sich dabei laut dem DLR Flüssigsalz herausgestellt: Es ist kostengünstig, weltweit verfügbar und kann in flüssiger Form bei Temperaturen zwischen 170 und 560 Grad Celsius eingesetzt werden. Wärmeenergie in Flüssigsalz zu speichern, haben die Forscher des DLR seit September 2017 bereits mit der Testanlage TESIS (Test Facility for Thermal Energy Storage in Molten Salt) des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik am Standort Köln erprobt. Um Flüssigsalz-Wärmespeicher einem umfassenden Praxistest zu unterziehen, plant das DLR jetzt nach eigenen Angaben den Bau und Betrieb einer entsprechenden Pilotanlage. Entstehen soll das Reallabor an einem Kraftwerksstandort im Rheinischen Revier. (bs)

http://www.dlr.de

Stichwörter: Energiespeicher, Wärmespeicher, Forschung, DLR

Bildquelle: DLR

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energiespeicher

Stadtwerke München: Batterie am Heizwerk
[12.6.2019] Am Heizwerk Freiham der Stadtwerke München ist ein Energiespeicher in Betrieb gegangen. Die Anlage erbringt Primärregelleistung und kann als Quartiersspeicher dienen. mehr...
Der Batteriespeicher Freiham erbringt Primärregelleistung und kann als Quartiersspeicher dienen.
EnBW/ VIW: Obervermunt II in Betrieb
[12.6.2019] Mit dem Pumpspeicherwerk Obervermunt II im österreichischen Montafon ist ein weiteres gemeinsames Projekt der EnBW Energie Baden-Württemberg und der Vorarlberger Illwerke (VIW) realisiert worden. mehr...
Stadtwerke Frankfurt (Oder): Speicher für die Spitzenlast
[24.5.2019] Rund sechs Millionen Euro investieren die Stadtwerke Frankfurt (Oder) in den Bau eines Wärmespeichers. Das Projekt ist Teil der umfassenden Modernisierung eines Heizkraftwerks. mehr...
STEAG: SteadyWind-Prototyp in Ullersdorf
[20.5.2019] Mit dem Projekt SteadyWind im Windpark Ullersdorf beteiligt sich das Unternehmen STEAG gemeinsam mit Partnern am Ideenwettbewerb „Reallabor der Energiewende“ des Bundeswirtschaftsministeriums. mehr...
STEAG-Windpark Ullersdorf soll zum Reallabor der Energiewende werden.
Schwerin: Erfolgreicher Schwarzstart
[17.5.2019] Der Energieversorger WEMAG ist dem Ziel, ein innovatives Schwarzstartkonzept zur Marktreife zu bringen, einen großen Schritt näher gekommen. Der Versuch, ein Stromnetz nach Totalausfall dank intelligenter Software und unter Einbeziehung einer Erneuerbare-Energien-Anlage wiederaufzubauen, verlief erfolgreich. mehr...
Schwerin: Schwarzstartversuch unter Einbezug einer EE-Anlage und von simulierten Verbrauchern verlief erfolgreich.