Handelsblatt

Donnerstag, 19. September 2019

Nordrhein-Westfalen:
Erdwärme-Potenzial sondieren


[27.2.2019] Welchen Beitrag kann die Tiefengeothermie für eine nachhaltige Wärmegewinnung im Rheinischen Revier leisten? Das will das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen eines Forschungsprojekts erkunden.

Probebohrung am Standort des Braunkohlekraftwerks Weisweiler soll das Potenzial der Tiefengeothermie für die Fernwärmeversorgung im Rheinischen Revier erkunden. In den tiefen Kalksteinvorkommen Nordrhein-Westfalens schlummert großes Potenzial: Erdwärme. Ob die Tiefengeothermie nach Abschluss der Braunkohleverstromung am RWE-Kraftwerksstandort Weisweiler einen Beitrag zur Einspeisung in das bestehende Fernwärmenetz leisten kann, soll nun im Rahmen eines grenzüberschreitenden INTERREG-Forschungsprojekts erkundet werden. An dem Vorhaben namens DGE-Rollout (Roll-out of Deep Geothermal Energy) unter Leitung des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen sind 18 Partner aus sechs Nationen beteiligt. Das teilt das nordrhein-westfälische Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie mit.
„Die Empfehlungen der Kohlekommission sehen vor, die Kohleverstromung in Deutschland bis 2038 zu beenden. Daher wollen wir in den kommenden Jahren die erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen in ihrer ganzen Vielfalt massiv ausbauen“, erklärt dazu Wirtschafts- und Energieminister Andreas Pinkwart. „Das Rheinische Revier soll zur europäischen Modellregion werden für den Umbau zu einer modernen, innovativen und klimafreundlichen Industrie der Zukunft.“ „Nordrhein-Westfalen verfügt über hohe geologische Potenziale für eine ökonomische und sichere Nutzung von tiefer Erdwärme. In verkarsteten und tief liegenden Kalksteinvorkommen sind die Erdwärmemengen hoch. Diese Potenziale sollten erforscht und genutzt werden“, ergänzt Martin Salamon, Projektleitung Geologischer Dienst. Energieerzeugung mit Thermalwasser könne für das Rheinische Revier ein technologisch neuer Baustein der Energiewende sein, meint auch RWE-Vorstand Lars Kulik: „Unser traditionsreicher Energiestandort Weisweiler erfüllt alle Voraussetzungen, um dieses innovative Vorhaben umzusetzen.“
Das Projekt DGE-Rollout hat laut dem nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium ein Volumen von insgesamt rund 19 Millionen Euro, mehr als elf Millionen Euro würden dabei auf Projektpartner in Nordrhein-Westfalen entfallen. Im Rheinland werde am Pilotstandort des Braunkohlekraftwerks Weisweiler eine Tiefbohrung erfolgen, um das Potenzial zu ermitteln. (bs)

http://www.land.nrw
http://www.group.rwe

Stichwörter: Geothermie, RWE, Nordrhein-Westfalen

Bildquelle: RWE Group

Druckversion    PDF     Link mailen




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Geothermie

Interview: Ökologisch, digital und smart Interview
[13.8.2019] In einem Neubaugebiet zeigen die Stadtwerke Bad Nauheim, dass sie mehr bieten als Strom, Gas und Wasser. stadt+werk sprach mit Geschäftsführer Peter Drausnigg über das innovative Projekt und die neue Rolle von Stadtwerken. mehr...
Peter Drausnigg ist seit dem 1. Juli 2016 Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Nauheim.
Bad Nauheim: Erste Wärmepumpe am Netz
[26.7.2019] Einen Meilenstein haben jetzt die Stadtwerke Bad Nauheim im Rahmen ihres Pilotprojekts zur Kalten Nahwärme erreicht: Im Baugebiet Süd ging die erste Wärmepumpe ans Netz. mehr...
Bad Nauheim: Bau des Kollektorfelds für die Kalte Nahwärme schreitet voran.
Praxisforum Geothermie.Bayern: Blick auf politische Rahmenbedingungen
[22.7.2019] Auf dem Praxisforum Geothermie.Bayern Anfang Oktober, das unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie steht, werden unter anderem die Themen EEG-Vergütung und CO2-Bepreisung diskutiert. mehr...
GeoTHERM 2020: Call for Papers gestartet
[11.6.2019] Der Veranstalter der GeoTHERM ist zufrieden mit der diesjährigen Messe, die Mitte Februar stattfand. Doch nach der Messe ist vor der Messe: Mit dem Call for Papers startet bereits die Entwicklung des Kongressprogramms der GeoTHERM 2020. mehr...
Geothermie.Bayern 2019: Klimaschutz braucht Wärmewende
[6.6.2019] Zum siebten Mal trifft sich die Geothermiebranche Anfang Oktober auf dem Praxisforum Geothermie.Bayern in München. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der geothermischen Wärmewende sowie deren politischen und praktischen Implikationen. mehr...

Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Meldungen