BDEW

Montag, 27. Mai 2019

Schwerin:
Erfolgreicher Schwarzstart


[17.5.2019] Der Energieversorger WEMAG ist dem Ziel, ein innovatives Schwarzstartkonzept zur Marktreife zu bringen, einen großen Schritt näher gekommen. Der Versuch, ein Stromnetz nach Totalausfall dank intelligenter Software und unter Einbeziehung einer Erneuerbare-Energien-Anlage wiederaufzubauen, verlief erfolgreich.

Schwerin: Schwarzstartversuch unter Einbezug einer EE-Anlage und von simulierten Verbrauchern verlief erfolgreich. In einem bislang einzigartigen Versuch ist es in der mecklenburg-vorpommerischen Landeshauptstadt Schwerin gelungen, mit einem schwarzstartfähigen Batteriekraftwerk unter Einbeziehung einer Gasturbinenanlage und eines Windparks ein abgeschaltetes Stromnetz wiederaufzubauen. Das teilt das Unternehmen WEMAG mit. Der Versuch, bei dem innovative Schwarzstart- und Netzwiederaufbau-Szenarien untersucht wurden, bildete laut WEMAG die Fortsetzung des im August 2017 erfolgreich durchgeführten ersten Schwarzstarts, der damals noch ohne Einbeziehung einer Erneuerbare-Energien-Anlage und simulierten Verbrauchern erfolgreich absolviert wurde (wir berichteten).
Für den technisch anspruchsvollen Versuch wurde ein abgeschlossener Bereich des Netzes aufgebaut und in einen kompletten Stromausfall versetzt. Das WEMAG-Batteriekraftwerk setzte das Versuchsnetz unter Spannung. Anschließend ging die ebenfalls schwarzstartfähige Gasturbine der EVSE in Betrieb und die Verbraucher wurden über eine Agrreko-Lastbank ersetzt. Dafür standen zwischen dem Batteriekraftwerk und dem Umspannwerk in Lankow auf vier Tiefladern verteilte elektrische Bauelemente bereit. Diese Widerstände simulierten den Stromverbrauch von etwa 20.000 Haushalten, was einer Stadt wie Parchim entspricht. Anschließend wurde der Windpark zugeschaltet und es wurden verschiedene Tests durchgeführt. Während des mehrstündigen Versuchs waren keine Netzkunden mit dem abgeschlossenen Stromnetz verbunden.
„Mit diesem Test konnten wir beweisen, dass der WEMAG-Batteriespeicher für den Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen oder einem Blackout eine primäre Funktion übernimmt. Bislang wird dafür rein konventionelle Kraftwerkstechnik verwendet. Durch das Einbinden von Verbrauchern und der Zuschaltung des Stroms aus den Windkraftanlagen haben wir eine realitätsnahe Situation geschaffen“, erklärt Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG. „Mit den Ergebnissen kommen wir in unserem Projekt, das wir zur Marktreife bringen wollen, einen großen Schritt vorwärts.“
Neben den Unternehmen WEMAG, WEMAG Netz und Batteriespeicher Schwerin waren an dem Test die Energieversorgung Schwerin (EVSE), die Fakultät für Informatik und Elektrotechnik der Universität Rostock, das Unternehmen EOS Windpark sowie der Energiedienstleister Aggreko beteiligt. Aggreko hatte (damals noch als Younicos) den schwarzstartfähigen Batteriespeicher für die WEMAG errichtet und stellte für den Versuch auch die Hardware zur Verfügung. Das innovative Schwarzstartkonzept wird von der Förderinitiative „Zukunftsfähige Stromnetze“ des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. (bs)

https://www.wemag.com

Stichwörter: Energiespeicher, WEMAG, Schwarzstart, Universität Rostock, Aggreko

Bildquelle: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energiespeicher

Stadtwerke Frankfurt (Oder): Speicher für die Spitzenlast
[24.5.2019] Rund sechs Millionen Euro investieren die Stadtwerke Frankfurt (Oder) in den Bau eines Wärmespeichers. Das Projekt ist Teil der umfassenden Modernisierung eines Heizkraftwerks. mehr...
STEAG: SteadyWind-Prototyp in Ullersdorf
[20.5.2019] Mit dem Projekt SteadyWind im Windpark Ullersdorf beteiligt sich das Unternehmen STEAG gemeinsam mit Partnern am Ideenwettbewerb „Reallabor der Energiewende“ des Bundeswirtschaftsministeriums. mehr...
STEAG-Windpark Ullersdorf soll zum Reallabor der Energiewende werden.
Freiburg im Breisgau: Groß-Batteriespeicher im Test
[16.5.2019] Um die Integration erneuerbarer Energien ins bestehende Stromnetz zu verbessern, hat das Unternehmen badenova in Freiburg-Opfingen jetzt einen Groß-Batteriespeicher in Betrieb genommen. mehr...
Inbetriebnahme des neuen Batteriespeichers in Freiburg-Opfingen.
Stadtwerke-Award 2019: Stadtwerke Heidelberg überzeugen
[10.5.2019] Die Stadtwerke Heidelberg gewinnen den ersten Platz beim Stadtwerke-Award 2019 von Euroforum. Vor allem die Einbeziehung der Bürger beim Bau eines Energie- und Zukunftsspeichers habe die Jury überzeugt. mehr...
Die Stadtwerke Heidelberg überzeugten mit ihrem Energie- und Zukunftsspeicher nicht nur die Heidelberger, sondern auch die Jury des Stadtwerke-Award 2019.
Wittenberg: Gigafactory für Batteriespeicher
[8.5.2019] Die Firma Tesvolt errichtet in der Stadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt Europas erste Gigafactory für Batteriespeichersysteme. mehr...
Die neue Tesvolt Gigafactory in Wittenberg.

Suchen...

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Energiespeicher:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen