Donnerstag, 17. Oktober 2019

Stadtwerke Bad Reichenhall:
Wärme nach Bedarf


[29.5.2019] Die Stadtwerke Bad Reichenhall gehören zu den fünf Gewinnern der ersten Ausschreibung für innovative Kraft-Wärme-Kopplung-Systeme. Jetzt nimmt das Projekt Formen an.

Im Jahr 2018 hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) erstmalig Ausschreibungen für innovative Kraft-Wärme-Kopplung-Systeme (iKWK) durchgeführt (wir berichteten). Zu den fünf Gewinnern zum Gebotstermin 1. Juni zählten die Stadtwerke Bad Reichenhall, deren Konzept in Zusammenarbeit mit der Firma Gammel Engineering erstellt wurde. Das Ingenieurbüro ist auch mit der Umsetzung des Konzepts beauftragt, die zum Ziel hat, eine energieeffiziente, treibhausgasarme und bedarfsgerechte Wärmebereitstellung für die oberbayerischen Stadt zu liefern.

Drei Erzeuger

Hierzu wird eine flexibel arbeitende Anlage, bestehend aus einem Blockheizkraftwerk (BHKW), einer Grundwasserwärmepumpe sowie einem elektrischen Durchlauferhitzer installiert. Stefanie Reil, für die Projektentwicklung bei Gammel Engineering verantwortlich, erklärt: „Bei innovativen KWK-Systemen werden klassische KWK-Anlagen in Verbindung mit hohen Anteilen generierter Wärme aus brennstofffreien, erneuerbaren Energien so installiert, dass sie Strom und Wärme bedarfsgerecht und leistungseffizient erzeugen beziehungsweise umwandeln.“

Erneuerbare Referenzwärme

Die Wärmepumpe sei darauf ausgelegt, die von der BNetzA pro Kalenderjahr geforderte Referenzwärme aus erneuerbaren Energien zu generieren. Die Umsetzung solcher Konzepte wird von der Bundesnetzagentur gefördert und im Rahmen einer Ausschreibung evaluiert. Hierfür muss der neuartige Wärmeerzeuger 30 Prozent oder mehr an Wärme generieren, unabhängig davon, ob sich beispielsweise die Situation im Netz oder der Bedarf durch Ausbauarbeiten ändert.
„Aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen mit begrenzten Flächen für Solarthermie und keinen relevanten tiefengeothermischen Vorkommen werden wir in Bad Reichenhall eine Grundwasserwärmepumpe als innovativen Erzeuger einsetzen“, erläutert Reil. Die Kombination der drei Erzeuger aus effizienten Technologien und stromverbrauchenden Techniken habe den Vorteil, dass Wärme jederzeit bedarfsgerecht und klimafreundlich erzeugt werden kann.

Stromsystem der Zukunft

Jörg Schmitt, Vorstand der Stadtwerke Bad Reichenhall, berichtet: „Durch dieses Konzept sollen rund 33.000 Tonnen an Kohlenstoffdioxid jährlich eingespart werden.“ Dabei könne das Stromnetz durch die situationsgerechte Wahl der Wärmeerzeugung stabilisiert und damit ein Beitrag zum Stromsystem der Zukunft geschaffen werden. Beispielsweise erfolge die Wärmeerzeugung bei Überkapazitäten im Stromnetz infolge hoher Einspeiseleistungen volatiler Energieträger mittels Power-to-Heat.
Die Inbetriebnahme der Anlage ist für 2021 geplant. Um die Wärme zu den Kunden zu bringen, muss der kommunale Versorger allerdings noch ein Fernwärmenetz in Bad Reichenhall bauen.
(al)

https://www.stadtwerke-bad-reichenhall.de
https://www.gammel.de

Stichwörter: Kraft-Wärme-Kopplung, Stadtwerke Bad Reichenhall



Druckversion    PDF     Link mailen




 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Kraft-Wärme-Kopplung

11. B.KWK-Kongress 2019: Energiewende mit Kraft-Wärme-Kopplung
[15.10.2019] Der Kongress des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) Anfang November steht unter dem Motto „Klima Wende kalkulierbar – nur mit KWK“. Vorträge und Praxisbeispiele sollen zeigen, wie mit Kraft-Wärme-Kopplung die Energiewende gelingen kann. mehr...
Chemnitz: MAN ES baut zwei Heizkraftwerke
[22.8.2019] MAN Energy Solutions wird für eins energie in sachsen zwei Motorenheizkraftwerke auf Erdgasbasis in Chemnitz bauen. Die neuen Heizkraftwerke stellen knapp 130 Megawatt elektrische sowie über 150 MW thermische Leistung für die Versorgung der Stadt bereit. mehr...
Architektenentwurf des künftigen MHKW Nord in Chemnitz.
Stadtwerke München: Upgrade für Gasturbinen
[12.8.2019] Die Stadtwerke München nutzen die Gasturbinen-Upgrade-Lösung 9EMax von General Electric (GE), um die Anlagenleistung in ihrem Heizkraftwerk-Süd (HKW-Süd) zu steigern. Gleichzeitig können damit die Brennstoffkosten gesenkt werden. mehr...
Stadtwerke München modernisieren die Gasturbinen im Heizkraftwerk-Süd.
Thüga SmartService: KI optimiert KWK-Anlagen
[30.7.2019] Thüga SmartService hat eine Kooperation mit dem Unternehmen VK Energie vereinbart. Dessen Software auf Basis von künstlicher Intelligenz wird von Thüga künftig zur digitalen Betriebsoptimierung von KWK-Anlagen genutzt. Erster Anwender ist schwaben regenerativ. mehr...
Thüga SmartService und VK Energie schließen Kooperation zur Optimierung von KWK-Anlagen.
Würzburg: Heizkraftwerk wird modernisiert
[10.7.2019] Das Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk am Mainufer in Würzburg erhält einen Wärmespeicher, zudem wird die Turbine modernisiert. Dadurch soll der Nutzungsgrad deutlich steigen. mehr...
Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk am Mainufer in Würzburg: Planfoto des HKWs mit integriertem neuem Wärmespeicher.

Suchen...

 Anzeige

Aktionscode für stadt+werk-Leser:
SCW-K21

 Anzeige


Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Kraft-Wärme-Kopplung:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
enerquinn GmbH
88250 Weingarten
enerquinn GmbH

Aktuelle Meldungen