Mittwoch, 19. Februar 2020

Niedersachsen:
Photovoltaikausbau vorantreiben


[6.6.2019] Die Solarenergie soll zum zweiten großen Standbein einer klimaneutralen Stromerzeugung in Niedersachsen werden. Dafür sprach sich Umweltminister Olaf Lies auf der Veranstaltung „Solarstrom-Perspektiven für Niedersachsen“ aus.

Der Deckel für den Solarstrom-Ausbau in Deutschland muss weg. Darin waren sich die Energiefachleute auf der Veranstaltung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen einig Für einen starken Photovoltaikausbau (PV-Ausbau) in Niedersachsen hat Olaf Lies, Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, bei der Veranstaltung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) plädiert. Diese fand Anfang Juni unter dem Motto „Warum der Wind die Sonne braucht“ in Hannover statt. Der Solarstrom sei eine ideale Ergänzung zum Windstrom und damit das notwendige Pendant beim Umstieg auf eine weitgehend CO2-freie Stromerzeugung. Während Windkraftanlagen im Herbst und Winter den größten Stromertrag einfahren, kann Photovoltaik im Frühjahr und Sommer Höchstleistungen vollbringen.
„Wenn wir die Energiewende mit Tempo voranbringen wollen, müssen wir auf weitere CO2-neutrale Stromquellen setzen. Beim Windstrom sind wir bundesweit die Nummer 1, der Solarstrom sollte das zweite wichtige Standbein für eine klimaneutrale Stromerzeugung werden“, sagte Lies. „Die Flächen auf Haus- und Gewerbedächern warten darauf, mit Photovoltaik bestückt zu werden, rein rechnerisch könnten hier bis zu 57 Gigawatt (GW) an Leistung installiert werden.“ Das würde einen Stromertrag von 51 Milliarden Kilowattstunden im Jahr bringen, das entspreche fast dem derzeitigen Bruttostromverbrauch in Niedersachsen, meldet das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz.

Sichere Perspektiven für Solarstrom

Während die Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern die Photovoltaik zunehmend nutzten, seien die Unternehmen immer noch zurückhaltend. Lies weiter: „Die Unternehmen sollten die derzeit günstigen Rahmenbedingungen wahrnehmen, die sich vor allem aus den niedrigen Modulpreisen und der Einspeisevergütung für den überschüssigen Strom ergeben.“ Kostenfreie Beratungsangebote der KEAN stünden kleinen und mittleren Unternehmen ebenfalls zur Verfügung. Das Ministerium wolle prüfen, ob künftig beim Neubau von größeren Gewerbehallen die Statik so ausgelegt werden müsse, dass die Dächer von vornherein für die Installation von PV-Anlagen geeignet sind.
Auf Bundesebene möchte sich Niedersachsens Umweltminister für sichere Perspektiven für die Solarstromerzeugung einsetzen. „Die Begrenzung des Zubaus von Photovoltaik auf 52 GW insgesamt macht energie- und klimapolitisch keinen Sinn. Der Bundeswirtschaftsminister muss diesen Deckel sofort streichen, sonst bricht der PV-Ausbau spätestens 2021 wieder zusammen“, sagte Lies. (sav)

https://www.umwelt.niedersachsen.de

Stichwörter: Solarthermie, Photovoltaik, Niedersachsen, Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN)

Bildquelle: Ulrich Pucknat

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Photovoltaik | Solarthermie

Solar Cluster BW: Photovoltaik reduziert CO2-Ausstoß
[18.2.2020] Eine größere Solarstromanlage auf dem Dach vermeidet pro Jahr zehn Tonnen CO2. Das entspricht der Menge, die 800 Buchen in derselben Zeit binden würden. Das berichtet das Solar Cluster Baden-Württemberg anhand von Daten des Umweltbundesamts. mehr...
Übersicht, wie Photovoltaikanlagen den Ausstoß von Kohlendioxid vermeiden.
Wärmeversorgung: Zuwachs bei solarer Fernwärme
[5.2.2020] Im vergangenen Jahr ist die thermische Solarleistung auf rund 70 Megawatt angestiegen. Vor allem Stadtwerke entdecken die Vorteile der Solarthermie für die Wärmeversorgung. mehr...
Baustelle der größten Solarthermieanlage Deutschlands in Ludwigsburg/Kornwestheim.
Kohleausstieg: Solarkraftwerke auf Tagebauseen
[4.2.2020] Die Wissenschaftler vom Fraunhofer ISE analysierten im Auftrag von BayWa r.e. die Potenziale für Solarkraftwerke auf Braunkohle-Tagebauseen. Demnach könnten durch schwimmende PV-Anlagen 2,74 GW Leistung erreicht werden. mehr...
Hätte auch in Deutschland Potenzial: schwimmende PV-Kraftwerke auf Braunkohle-Tagebauseen.
Stadtwerke Osnabrück: Mehr eigener Solarstrom
[15.1.2020] Die Stadtwerke Osnabrück bauen ihre Sonnenstromeigenerzeugung massiv aus. Mit einer neuen, 600 kWp leistenden Photovoltaikanlage auf dem Nettebad und auf dem Busbetriebshof sollen das Bad und E-Busse versorgt werden. mehr...
Stadtwerke Osnabrück wollen mehr Sonnenstrom vom Nettebad-Dach.
Potsdam: 3,1-MW-Solarthermieanlage startet
[13.12.2019] Energie und Wasser Potsdam hat eine der größten Solarthermieanlagen Deutschlands in Betrieb genommen. Gut 5.000 Quadratmeter Kollektorfläche können pro Jahr 2,3 Gigawattstunden erzeugen, die ins Wärmenetz eingespeist werden. mehr...