Treffpunkt Netze

Samstag, 14. Dezember 2019

Energieversorgung Mittelrhein:
Wo Ladesäulen sinnvoll sind


[5.7.2019] Am Beispiel der Städte Koblenz, Lahnstein und Bendorf sowie der Verbandsgemeinde Vallendar hat die Energieversorgung Mittelrhein (evm) den Bedarf an öffentlichen Ladesäulen untersuchen lassen.

Energieversorgung Mittelrhein stellt Lade-Infrastrukturkonzept vor. Der Bedarf an öffentlichen Ladesäulen ist geringer als gedacht. Das hat eine Untersuchung der Energieversorgung Mittelrhein (evm) ergeben. In einem aufwendigen Verfahren wurde durch das Unternehmen Ecolibro für die Städte Koblenz, Lahnstein und Bendorf sowie die Verbandsgemeinde Vallendar beispielhaft ein Lade-Infrastrukturkonzept erstellt. Das Projekt wurde im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität mit insgesamt 50.000 Euro durch das Bundesverkehrsministerium gefördert.
„Wenn es um den Ausbau der Elektromobilität geht, dann wird schnell der Ruf nach weiteren öffentlichen Ladestationen laut. Doch ist es überhaupt sinnvoll, vor jedes Rathaus, auf jedem Parkplatz und an anderen Stellen Ladesäulen zu installieren? Diese Frage wollten wir seriös und fundiert beantworten“, erläutert evm-Projektleiterin Claudia Probst. „Uns war es wichtig, nicht in eine Art Aktionismus zu verfallen, sondern den Bedarf dort zu decken, wo er tatsächlich existiert.“
Wie evm berichtet, hat Ecolibro für die Erstellung der Lade-Infrastrukturkonzepte tausende von Daten ausgewertet. So wurde etwa für jeden einzelnen Straßenzug der vier Kommunen ermittelt, wie viele Haushalte dort vorhanden sind, wo sich welche Parkplätze und Garagen befinden und wo bereits Lademöglichkeiten existieren. Um eine Prognose zu erstellen, wie viele Elektrofahrzeuge es in den kommenden fünf, zehn sowie 15 Jahren geben wird, wurde nach Angaben von evm unter anderem die Sinus-Milieustudie zurate gezogen.
Die Untersuchung von Ecolibro kommt laut evm zu dem Ergebnis, dass die Einrichtung öffentlicher Ladesäulen lediglich an vier Standorten sinnvoll ist: im Bereich der Universität Koblenz, auf der Horchheimer Höhe, im Bereich des Koblenzer Hauptbahnhofs sowie in der Nähe der Hochschule WHU in Vallendar. „An allen anderen Standorten ist kein ausreichender Bedarf absehbar, sodass öffentliche Ladesäulen dort in absehbarer Zeit nicht wirtschaftlich zu betreiben sind“, fasst Claudia Probst zusammen. Die Ergebnisse sind nach Ansicht von Studienautor Michael Schramek durchaus auf die restlichen Quartiere im evm-Gebiet übertragbar. „Anhand unserer Untersuchung können andere Städte und Gemeinden Rückschlüsse auf die Situation in ihren Orten ziehen. Generell lässt sich festhalten, dass sich in ländlich strukturierten Gebieten öffentliche Ladesäulen kaum wirtschaftlich betreiben lassen“, so Schramek. (bs)

https://www.evm.de

Stichwörter: Elektromobilität, Energieversorgung Mittelrhein (evm)

Bildquelle: evm/Thomas Frey

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Elektromobilität

E.ON : 4.100 Ladepunkte für BMW
[13.12.2019] E.ON wird für BMW an den Standorten des Automobilbauers deutschlandweit 4.100 Ladepunkte errichten. An denen können Kunden und Mitarbeiter ihre Elektroautos aufladen. Die Hälfte der Ladepunktewird zudem öffentlich zugänglich sein. Das Projekt soll 2021 abgeschlossen sein. mehr...
4.100 Ladepunkte wird E.ON für BMW in ganz Deutschland errichten.
Wolfsburg: Lade-Infrastruktur besser planen
[29.11.2019] Wolfsburg macht Lademöglichkeiten für Elektroautos besser sicht- und planbar: Das Informationssystem GEOLIS ermöglicht es, Daten zur Lade-Infrastruktur online über den Stadtplan abzurufen. Anbieter sollen darauf auch sehen können, wo es Bedarf für neue E-Ladesäulen gibt. mehr...
Projekt MENDEL: Elektrobusse reif für den ÖPNV
[25.11.2019] Das Programm MENDEL ist offiziell beendet. Es erforschte die Belastung elektrischer Netze durch Ladevorgänge von Elektrobussen. Ein Bushersteller und zwei Verkehrsunternehmen setzen nun die im Programm entwickelte Software ein. mehr...
Hamburg: Partnerschaft mit VW verlängert
[22.11.2019] Volkswagen und Hamburg setzen ihre Zusammenarbeit zur Weiterentwicklung der städtischen Mobilität bis 2022 fort. Schwerpunkte sind die Förderung von Elektromobilität, innovative Mobilitätsdienstleistungen, die intelligente Verkehrsvernetzung und autonomes Fahren. mehr...
Memorandum of Understanding zur Verlängerung der strategischen Mobilitätspartnerschaft der Stadt Hamburg und des Volkswagen Konzerns unterzeichnet.
Wiesbaden: Batteriebus-Zeitalter beginnt
[21.11.2019] Wiesbaden plant den emissionsfreien öffentlichen Personennahverkehr. Das kommunale Unternehmen ESWE Verkehr hat jetzt die ersten 10 von insgesamt 56 bestellten Batteriebussen erhalten. mehr...
Einer von 120 Batteriebussen, die bis 2021 auf den Wiesbadener Straßen rollen sollen.