Handelsblatt

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Naturstrom:
Ökoversorger steht auf stabilen Füßen


[31.7.2019] Der Ökoenergieversorger Naturstrom hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem spürbaren Plus bei Umsatz und Gewinn abgeschlossen. Zum Wachstum trugen unter anderem steigende Kundenzahlen sowie die Entwicklung dezentraler Energieversorgungslösungen bei.

Gute Geschäftszahlen für 2018 konnte das Unternehmen Naturstrom auf seiner diesjährigen Hauptversammlung präsentieren. Für das Berichtsjahr 2018 konnte das Unternehmen Naturstrom seinen Aktionären bei der Hauptversammlung gute Geschäftszahlen präsentieren. Bei Umsatz und Gewinn verzeichnete der Ökoenergieversorger laut eigenen Angaben ein spürbares Plus: Der Umsatz lag demnach bei 298 Millionen Euro, was einer Steigerung von 6,7 Prozent gegenüber 2017 entspricht. Der Gewinn nach Steuern betrug 1,5 Millionen Euro und lag somit ebenfalls über dem Wert des Vorjahres.
„Naturstrom steht auf sehr stabilen Füßen“, fasst der Vorstandsvorsitzende Thomas E. Banning zusammen. „In einem für das Projektgeschäft sehr schwierigen Marktumfeld haben wir den Jahresüberschuss spürbar gesteigert und können somit zufrieden sein. Gleichwohl ist das noch nicht wieder das Niveau, das wir im langfristigen Mittel benötigen, um unsere Vision einer dezentralen Energiewende mit Volldampf zu verfolgen.“ Der Trend zeigt aber nach oben. „Der bisherige Jahresverlauf gibt guten Grund zu der Annahme, dass wir 2019 abermals einen höheren Überschuss erzielen werden.“
Wie Naturstrom weiter mitteilt, hat das Unternehmen derzeit rund 240.000 Ökostromkunden unter Vertrag, mehr als 25.000 sind es aktuell beim Biogas. Der Kundenstamm wachse seit Jahren kontinuierlich, auch bei Industrie- und Gewerbekunden sei ein zunehmendes Interesse an sauberer Energie festzustellen.
Wichtige Wachstumsfelder waren 2018 nach Angaben von Naturstrom zudem die Entwicklung und der Betrieb von dezentralen, verbrauchsnahen Energieversorgungslösungen. Die Bandbreite der Aktivitäten in diesem Bereich reiche von Mieterstrom über Photovoltaik-Pachtmodelle bis hin zu urbanen Quartiersprojekten und der Wärmeversorgung in ländlichen Kommunen. „In Quartieren und Neubausiedlungen machen wir Sektorkopplung in der Praxis“, erklärt Tim Meyer, der im Naturstrom-Vorstand den Geschäftsbereich Dezentrale Energieversorgung verantwortet. „Dabei verstehen wir uns auch hier als Pionier der Energiewende, sei es bei der Umsetzung so genannter kalter Nahwärmenetze oder bei der Energiedatenerfassung im Internet der Dinge.“ So hat der Ökoversorger im vergangenen Jahr beispielsweise ein Nahwärmeprojekt in Moosach nahe München realisiert (wir berichteten), Bauabschnitte für weitere Nahwärmenetze fertiggestellt und in Berlin das preisgekrönte Quartiersprojekt Möckernkiez nach mehrjähriger Bautätigkeit abgeschlossen (wir berichteten).
Als schwierig erwies sich das Jahr 2018 hinsichtlich der Projektentwicklung von Windenergie- und Solaranlagen. Durch die aus Sicht bürgernaher Anbieter wettbewerbsverzerrenden Ausschreibungssysteme und die rückläufige Zahl neuer Bau- und Betriebsgenehmigungen habe der Geschäftsbereich nicht wie in den Vorjahren zahlreiche, auch größere Erzeugungsanlagen neu in Betrieb nehmen können, berichtet Naturstrom. Für die kommenden Jahre rechnet der Ökoversorger jedoch wieder mit einem steigenden Geschäftsvolumen sowie einem operativ schwarzen Ergebnis sowohl bei der Projektentwicklung als auch im Betrieb des Anlagenparks. „Dieses und nächstes Jahr werden wir wieder etliche, auch größere Projekte umsetzen“, so Vorstandschef Thomas Banning. Er kündigte an, dass im laufenden Jahr Windenergieanlagen mit über 20 Megawatt und Photovoltaikanlagen mit mehr als zehn Megawatt peak gebaut würden. (bs)

https://www.naturstrom.de

Stichwörter: Unternehmen, Naturstrom, Bilanzen

Bildquelle: NATURSTROM AG

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