Handelsblatt

Samstag, 26. September 2020

Niedersachsen:
Kunden klagen über H-Gas-Umstellung


[22.8.2019] Kunden in Niedersachsen beklagen Verzögerungen und Schwierigkeiten bei der Umstellung von L- auf H-Gas. Das berichtet die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die Verbraucherschützer mahnen deswegen Verbesserungen für den Umstellungs-Hochlauf in den nächsten Jahren an.

In Tausenden Haushalten in Niedersachsen wird aktuell die Gasversorgung von niederkalorischem L-Gas auf höherkalorisches H-Gas umgestellt. Jedes Gerät muss dabei von einem Monteur überprüft und ein Großteil der Anlagen umgerüstet werden. Doch die Umstellung verläuft nach einem Bericht der Verbraucherzentrale Niedersachsen schleppend. Vonseiten der Verbraucher werden erhebliche Verzögerungen, Kommunikationsprobleme oder technische Schwierigkeiten beklagt. Die Verbraucherzentrale mahnt deshalb Verbesserungsbedarf an, bevor die Umstellung in den nächsten Jahren ihre Hochphase erreicht.
Die Verbraucherschützer befragten dazu 180 Personen. „Während einige Kunden mit den Abläufen sehr zufrieden waren, übten andere deutliche Kritik", berichtet Christina Peitz, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Dies zeige, dass die Unternehmen bei der Umstellung bislang offenbar recht unterschiedlich vorgingen.
Zentraler Ansprechpartner für die Umstellung vor Ort sei immer der Betreiber des örtlichen Gasnetzes. Oft beauftrage er weitere Unternehmen, ihn bei den Arbeiten zu unterstützen. „Aus Kundensicht können diese unterschiedlichen Zuständigkeiten jedoch zum Problem werden“, sagt Peitz. Die Verbraucher berichteten von nicht weitergegebenen Daten, falschen Auskünften oder davon, bei Fragen von einem Unternehmen zum anderen verwiesen zu werden.
Einer der Hauptkritikpunkte der Befragten war die Kommunikation. Bemängelt wurden fehlende Informationen, schlecht erreichbare Hotlines sowie die kurzfristige Ankündigung der Vor-Ort-Termine. „Laut Gesetz sind die Netzbetreiber eigentlich verpflichtet, die Termine mindestens drei Wochen vorher anzukündigen", erläutert Peitz. Offenbar werde diese Frist jedoch regelmäßig unterschritten.
Hintergrund: Die Umstellung der Gasversorgung ist nötig, weil in Deutschland bislang zwei unterschiedliche Erdgassorten genutzt werden: L-Gas und H-Gas. Da die Förderung von L-Gas stark zurückgeht, sollen bis 2029 alle deutschen Gasnetze auf H-Gas umgestellt werden (wir berichteten). Bundesweit sind davon laut Schätzungen bis zu sechs Millionen Geräte betroffen. Die Kosten werden über eine Umlage auf alle Gaskunden verteilt. Niedersachsen ist eines der ersten Bundesländer, in denen die so genannte Marktraumumstellung umgesetzt wird – erste Pilotprojekte starteten hier bereits 2015. (ur)

https://www.marktwaechter-energie.de
https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de

Stichwörter: Erdgas, L-Gas, H-Gas, Umstellung, Verbraucherzentrale, Niedersachsen



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Erdgas

EWE Netz: Gasnetzkopplungspunkt im Container
[15.7.2020] Die Umstellung auf hochkalorisches Erdgas kommt im Nordwesten Deutschlands planmäßig voran. Jetzt nutzt das verantwortliche Unternehmen EWE Netz mobile Schiffscontainer für das Großprojekt. mehr...
Uniper: Irsching 4 und 5 wieder im Markt
[29.5.2020] Uniper und die Mitgesellschafter haben die Rückkehr der Gaskraftwerke Irsching 4 und 5 in den Markt beschlossen. Grund dafür sind niedrigere Gaspreise, die einen wirtschaftlicheren Betrieb erlauben. Start ist am 1. Oktober 2020. mehr...
Soll im Oktober 2020 wieder ans Netz: Irsching 5.
Leipziger Stadtwerke: Gaskonzession rechtskräftig
[11.5.2020] 2015 vergab der Leipziger Stadtrat die Gaskonzession im Stadtgebiet neu an die eigenen Stadtwerke. Dagegen klagte Mitbewerber MITGAS, weil er die Neutralität durch Doppelmandate der Mitglieder im Stadtrat als nicht gegeben sah. Dies wies nun der Bundesgerichtshof zurück. mehr...
Wird seit 2015 voraussichtlich rechtssicher durch eine stadtwerkeigene Gasleitung beliefert: GuD-Kraftwerk der Leipziger Stadtwerke.
ESWE: Neue Gashochdruckleitung im Bau
[17.3.2020] Die ESWE baut derzeit eine Gashochdruckleitung, die der Versorgung eines Kraftwerks und eines Industrieparks in Wiesbaden dient. 2021 soll das Projekt abgeschlossen sein. mehr...
ESWE baut eine neue Gashochdruckleitung in Wiesbaden.
Gas-Union: Gesellschafter verkaufen Anteile
[12.3.2020] Die Gesellschafter des Unternehmens Gas-Union verkaufen ihre Anteile. Damit wollen sie den Weg frei machen für einen neuen strategischen Partner und eine Neuausrichtung. mehr...

Suchen...

 Anzeige

 Anzeige

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2020
stadt+werk, Sonderheft Juni 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Erdgas:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen