Sonntag, 17. November 2019

Mannheim:
Die Stadt der Zukunft entsteht schon heute


[9.10.2019] Smart Cities sind für Kommunen und Stadtwerke sowohl aus ökologischer und ökonomischer Sicht als auch unter sozialen Gesichtspunkten von entscheidender Relevanz. Entscheidungsträger sollten sich deshalb frühzeitig mit dem Konzept der intelligenten Stadt befassen.

So soll das neue Wohnquartier FRANKLIN im Mannheimer Norden einmal aussehen. Ein ganzheitliches Entwicklungskonzept, um Kommunen effizienter, nachhaltiger und lebenswerter zu gestalten – das beschreibt der Begriff Smart City im Allgemeinen. Alle Konzepte basieren dabei auf einer fortschreitenden Digitalisierung, die im Kontext gesellschaftlicher Megatrends wie Urbanisierung, neue Mobilität oder dem wieder erstarkenden Umweltbewusstsein notwendige Grundlage ist. Allen Ansätzen ist außerdem gemein, dass sie zu einem besseren und nachhaltigeren Leben in der Stadt führen sollen. Die Vision der Zukunft beschreibt daher die hochentwickelte Smart City als „Internet of Things and Services“ im urbanen Raum – als permanente Interaktion zwischen den Stadtbewohnern und der technischen Infrastruktur, die alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durchdringt.

Verschiedene Herausforderungen

Kommunen müssen unterschiedliche Interessen der Allgemeinheit auf einen Nenner bringen. Beispielsweise stehen sie durch die definierten nationalen Ziele beim Klima- und Umweltschutz vor großen umweltpolitischen Aufgaben: In der Bevölkerung wird die Forderung nach sauberer Luft, intakter Umwelt sowie nachhaltigem und attraktivem Wohnraum immer lauter, und nach dem Willen der Bundesregierung soll die Elektromobilität den klassischen Verbrennungsmotor weitgehend ersetzen. Auch entstehen durch das mobile Verhalten der jüngeren Generation neue und innovative Verkehrskonzepte. Nicht zuletzt stellt der demografische Wandel die Kommunen vor weitere Herausforderungen. Der Bedarf an altersgerechten Wohnungen und Quartierslösungen, seniorengerechte Mobilität oder auch der Bereich Healthcare gewinnen an Bedeutung. Um die Anforderungen zu erfüllen, braucht es digitale Lösungen.

Starten lohnt sich

Die Digitalisierung und Vernetzung systematisch ausgewählter Projekte auf Basis einer Smart-City-Plattform ermöglicht es Kommunen und Stadtwerken, heutige und künftige Bedürfnisse der Bevölkerung effektiv zu erfüllen. Smart Cities präsentieren sich als Ort, der für Ökologie, Komfort und Service sowie einen innovativen und zukunftsfähigen Ausbau der Infrastruktur steht.
Gleichzeitig können Smart Cities Kommunen finanziell entlasten. Zwar muss initial in den Ausbau der intelligenten Städte investiert werden, die Maßnahmen und Vorhaben amortisieren sich jedoch, wie Pilotprojekte zeigen. Außerdem kann durch die effiziente Nutzung bereits bestehender Infrastruktur ein kostenintensiver Ausbau vermieden werden. Stadtwerke sind in diesem Transformationsprozess die idealen Partner der Kommunen. Die innovativen Energielösungen bieten eine ideale Erweiterung des bisherigen Portfolios der Versorgungsunternehmen.

Referenzprojekt Benjamin Franklin Village

Ein Beispiel erfolgreicher kommunaler Partnerschaft liefern die Stadt Mannheim und das Energieunternehmen MVV. Der Energieversorger bringt langjährige Erfahrung und eine ausgeprägte Kompetenz in das Projekt Smart City ein. MVV wirkte an der Modellstadt Mannheim – kurz moma – federführend mit. Mit Pilotinstallationen in den Kernsegmenten Smart City Management, Smart Energy, Smart Mobility, Smart Infrastructure und Smart Living ist MVV maßgeblich daran beteiligt, die baden-württembergische Stadt sukzessive in eine Smart City zu verwandeln. Bereits umgesetzt wird das Referenzprojekt Benjamin Franklin Village. Auf dem ehemaligen US-Stützpunkt entsteht bis zum Jahr 2025 auf 1,4 Millionen Quadratmetern ein neues Quartier für rund 9.000 Einwohner.

Baukasten voller Lösungen

Mit Smart Cities führt MVV die Erfahrungen aus Projekten und Einzelprodukten zusammen – eine Partnerschaft aus Stadt und Stadtwerk. Kommunen müssen Investitionen und Projekte eng aufeinander abstimmen. Stadtwerke wiederum kennen lokale Zusammenhänge und Zeitfenster und wissen als kommunale Versorger, welche Stakeholder anzusprechen sind. Im Bereich der Kommunikation halten die Kommunen die Fäden in der Hand: Sie können entweder das Stadtwerk als Partner ihrer Smart City kommunizieren oder sie im eigenen Namen umsetzen.
Bei der Entwicklung zur Smart City greifen viele einzelne Aspekte ineinander. Sie müssen integriert und zu einem ganzheitlichen Konzept zusammengeführt werden. Zu Beginn steht daher immer die Bestandsaufnahme und Analyse der Gegebenheiten. Welche Lösungen sind für eine Kommune wertstiftend? Wie viel Smart City will die Kommune in einem definierten Zeitraum erreichen? Sind bereits erste Projekte umgesetzt worden oder fängt man bei null an? Wie lassen sich die neuen Bausteine der Smart City bestmöglich in die vorhandene Infrastruktur integrieren? Welche Prioritäten setzt die Kommune?

Fünf Kernelemente

MVV hat dazu die bereits genannten fünf Kernelemente ihres Smart-City-Produktfelds integriert: Smart City Management, Smart Energy, Smart Mobility, Smart Infrastructure und Smart Living. Daraus ist ein Baukastensystem entstanden, aus welchem nicht nur Mannheim, sondern auch andere Kommunen ihr eigenes Portfolio zusammenstellen, eine Prioritätenliste erstellen und diese mit einem Zeitfenster versehen können. So entsteht, angepasst an die individuellen Wünsche und Bedürfnisse schrittweise eine Smart City.

Bernhard Schumacher

Schumacher, Bernhard
Bernhard Schumacher ist beim Mannheimer Energieunternehmen MVV mit seinem Team verantwortlich für das neue Geschäftsfeld Smart Cities. Dazu gehört auch das Energiekonzept für das Konversionsprojekt auf dem ehemaligen Militärgelände FRANKLIN, wo ein Quartier mit modernster Infrastruktur entsteht.

https://www.mvv.de
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe September/Oktober 2019 von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Smart City, Mannheim

Bildquelle: MVV Energie

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