Sonntag, 31. Mai 2020

Freiburg:
Rathaus als Kraftwerk


[28.11.2019] Das Rathaus im Stühlinger in Freiburg im Breisgau erzeugt die für den Betrieb benötigte Energie selbst. Damit ist der spektakuläre Verwaltungsbau Europas größtes Netto-Nullenergie-Gebäude.

Rathaus im Stühlinger: Dach und Fassade des Gebäudes werden aktiv zur Energiegewinnung genutzt, neben der Stromerzeugung über PV auch zur Wärmeerzeugung über PVT-Kollektoren. Das im Jahr 2017 von der Freiburger Stadtverwaltung bezogene Rathaus im Stühlinger ist das europaweit größte öffentliche Netto-Nullenergiegebäude. Dies ist das Zwischenergebnis des vierjährigen Forschungsprojekts „Rathaus Freiburg – Netzdienliches Netto-Nullenergie Bürogebäude“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird. Der von Ingenhofen Architects entworfene, spektakuläre Verwaltungsbau bietet Platz für 840 Mitarbeiter. Das Gebäude soll in der Jahresprimärenergiebilanz genauso viel Energie zur Verfügung stellen, wie es selbst benötigt. Im ersten vollen Betriebsjahr 2018 wurde das Energieziel fast erreicht, so das Ergebnis eines Energiemonitorings, das vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE zusammen mit den Projektpartnern Stadt Freiburg, dem Energieversorger Badenova und der Firma DS-Plan durchgeführt wurde. Das Fraunhofer-Institut hat nach eigenen Angaben Werkzeuge zur Planung und Erfolgskontrolle des Plusenergiegebäudes eingesetzt und weiterentwickelt. Während der Betriebsführung werden damit die dynamischen Lastprofile von Bedarf und Erzeugung optimiert.
Rathaus im Stühlinger: Photovoltaik-Module sind auch in die Fassade integriert. Für die Energiegewinnung wird die gesamte Gebäudehülle genutzt. Photovoltaik (PV) ist unter anderem in die Fassade integriert, auf dem Dach befinden sich zusätzlich PV-Module und Hybridkollektoren zur gleichzeitigen Bereitstellung von elektrischem Strom und Wärme. Die Heizung basiert auf zwei Grundwasser-Wärmepumpen, gekühlt wird über einen Grundwasser-Wärmetauscher. Heizung und Kühlung erfolgen energieeffizient über Flächensysteme, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung bilden das Belüftungskonzept. Peter Engelmann, der das Projekt am Fraunhofer ISE leitet, erklärt: „Für Gebäude dieser Größenordnung ist eine ausgeglichene – oder positive – Jahresenergiebilanz eine Herausforderung, da ein Gebäude je größer desto kompakter ist. Daher sinkt relativ zur Nutzfläche die zur lokalen Energiegewinnung über Photovoltaik verfügbare Hüllfläche. Das Rathaus im Stühlinger zeigt, dass dies trotzdem gelingen kann.“ (al)

Weitere Informationen über das Rathaus im Stühlinger (Deep Link)

Stichwörter: Energieeffizienz, Badenova, Freiburg

Bildquelle v.o.n.u.: Fraunhofer ISE, K21 media AG

Druckversion    PDF     Link mailen




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energieeffizienz

Karlsruhe: Bauprojekt halbiert CO2-Emissionen
[26.5.2020] Die Bauarbeiten für ein smartes Quartier im Karlsruher Stadtteil Durlach haben begonnen. Entstehen soll ein innovatives Energieversorgungssystem, das Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen, Erdgas-Blockheizkraftwerke und KI-basierte Fehlererkennung kombiniert und so die CO2-Emissionen halbiert. mehr...
Für das smarte Quartier Karlsruhe-Durlach wird ein neues Energieversorgungskonzept erprobt.
Energieversorgung Mittelrhein (evm): Anteil an regionalem Ökostrom steigt
[11.5.2020] Die Solar- und Windparks im Westerwald und im Großraum Koblenz in Rheinland-Pfalz haben in diesem Frühjahr weit mehr Strom produziert als geplant. Im März konnten die Anlagen sogar mehr generieren, als tatsächlich verbraucht wurde. mehr...
Immer mehr Hausbesitzer lassen sich Photovoltaikanlagen auf ihrem Dach installieren, um Ökostrom zu produzieren und zu nutzen.
Hannover: Lichtinstallation zu Social Distancing
[21.4.2020] Das Heizkraftwerk in Linden-Hannover ist weithin für die auffällige Beleuchtung seiner drei Türme bekannt. Um ein Zeichen für Social Distancing in Zeiten der Corona-Krise zu setzen, wurde der mittlere der Türme vorübergehend verdunkelt und mit einem Hashtag versehen. mehr...
Der mittlere Turm des Heizkraftwerks in Hannover macht verdunkelt und mit dem Hasthag #abstandsbruder versehen auf Social Distancing aufmerksam.
Stadtwerke München: Fernkälteleitung für die Cool City 2.0
[17.4.2020] Mit der Cool City 2.0 wollen die Stadtwerke München einerseits klimafreundlich Kälte produzieren, andererseits der innerstädtischen Erwärmung entgegenwirken. Derzeit laufen die Bauarbeiten für eine weitere Fernkältetrasse. mehr...
Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der SWM, an der Fernkältebaustelle Schwanthalerstraße, wo der Anschluss an den Fernkältestandort in Sendling entsteht.
Sachsen: Kommunale Energie-Teams gehen online
[16.4.2020] Die von der Sächsischen Energieagentur SAENA angebotenen Schulungen zum Thema kommunales Energie-Management finden nun in Webinaren statt. Eine wichtige Grundlage dafür ist das Online-Portal Kom.EMS. mehr...

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Energieeffizienz:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
euroLighting GmbH
72202 Nagold
euroLighting GmbH
GEWISS Deutschland GmbH
35799 Merenberg
GEWISS Deutschland GmbH

Aktuelle Meldungen