Donnerstag, 9. Juli 2020

Interview:
30 Jahre Sternberg


[14.4.2020] Jan-Christopher Reuscher, einer der Geschäftsführer von Sternberg, berichtet zum 30. Firmenjubiläum über die Entwicklungen im Portfolio und über den Wunsch nach Vereinfachung.

Jan-Christopher Reuscher Herr Reuscher, vor 30 Jahren begann alles mit der Entwicklung einer ersten Version Ihres Sitzungsdienstes. Welche Anforderungen standen damals im Raum?

Ein Arbeitskreis mit fünf Kommunen aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt legte die Anforderungen fest: Word 4.0 in einer PC-Umgebung, Betrieb auf dem proprietären System BULL DPS 6000 und ein Ablauf, der zu 100 Prozent bis heute erhalten geblieben ist.

Wo liegen die größten Unterschiede zu den ersten Versionen?

Große Veränderungen gab es natürlich bei der Technik. Wo früher ein MS-DOS arbeitete, ist es heute ein Windows und Office mit viel mehr Möglichkeiten. Dementsprechend hat sich von der Usability und Automatisierung über den Bereich des Web-Auftritts bis hin zu der Möglichkeit der papierlosen Sitzung einiges geändert. Was aber immer konstant geblieben ist, ist die persönliche Betreuung.

„Die Tendenz geht klar in Richtung Vereinfachung und Automatisierung.”


Ihre Kunden dürfen und sollen mitreden. Welche Veränderungen konnten Sie bei den Anwenderwünschen feststellen?

Die Tendenz geht klar in Richtung Vereinfachung und Automatisierung. Wir haben viele Drag-and-drop-Möglichkeiten geschaffen, genauso wie wir die Kommunikation zwischen Mandatsträgern und Verwaltung immer weiter ausbauen. Ein weiterer Punkt könnte die Unabhängigkeit von vorhandener Hardware sein. Dadurch kann sich unser Kundenspektrum nochmals erhöhen.

Wie sieht Ihre aktuelle Unternehmensstruktur aus?

Wir hatten in den vergangenen Jahren nicht nur einen starken Kunden-, sondern auch einen starken Mitarbeiterzuwachs. Wo wir 2013 noch circa 350 Kunden und 14 Mitarbeiter zählten, haben wir heute 650 Kunden und beschäftigen 31 Mitarbeiter.

Mittlerweile nutzen auch Energieversorger und Stadtwerke Ihre Lösungen. Wo liegen die Unterschiede in der Zusammenarbeit?

Ich würde es nicht nur auf Stadtwerke reduzieren, sondern von nicht-kommunalen Anwendern sprechen. Der größte Unterschied liegt in der Flexibilität. Kommunale Verwaltungen sind stark durch Satzungen und Rechtsvorschriften im Bereich Sitzungsmanagement getrieben, bei den Nicht-Kommunalen gibt es eher an die Betriebs- und Unternehmensform angepasste Regelungen.

Seit 2019 haben Sie auch einen Formular-Manager. Welche Releases sind noch geplant?


Der Formular-Manager bietet eine integrierte Möglichkeit, mit den Mandatsträgern zu kommunizieren. Wir haben darauf geachtet, ihn so flexibel zu halten, dass wir damit auch auf lange Sicht die Kundenwünsche abdecken können. Andere Möglichkeiten sind, Reisekostenformulare oder Anträge über diesen Weg medienbruchfrei zu übertragen. Die App werden wir um einen Chat erweitern. Andere Neuerungen finden eher unsichtbar für die Kunden statt. Erwähnenswert sind hier die Verschlüsselung von Daten und die Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie die Barrierefreiheit.

Interview: Sara Ott

Reuscher, Jan-Christopher
Jan-Christopher Reuscher gehört seit 2018 neben Ralf Sternberg und Reinhard Holle zum Geschäftsführer-Team von Sternberg. Er ist verantwortlich für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Auftragsverwaltung.

https://www.sitzungsdienst.net
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe März/April 2020 von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Informationstechnik, Sternberg,

Bildquelle: Sternberg

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