Mittwoch, 8. April 2020

Ulm:
Zentrale Datendrehscheibe geplant


[18.3.2020] Über eine zentrale Datenplattform sollen in Ulm künftig alle Daten gesammelt, verarbeitet und zur Verfügung gestellt werden. Entwickelt wird die Plattform vom Ulmer IT-Dienstleister eXXcellent solutions, den Betrieb wird SWU TeleNet übernehmen.

Auch die Parksensoren im Ulmer Parkhaus Neue Mitte werden künftig zentral erfasst. Alle Daten der Smart City Ulm werden künftig über eine zentrale Datenplattform gesammelt, verarbeitet und für die Dienste, die auf diesen Daten aufsetzen, zur Verfügung gestellt. Die Entwicklung der Plattform übernimmt eXXcellent solutions. Für den Betrieb zeichnet SWU TeleNet verantwortlich. Beide Unternehmen haben sich gemeinsam in einem EU-weiten Ausschreibungsverfahren durchgesetzt, informiert eXXcellent solutions. Über die neue Datenplattform würden sämtliche Informationen, die über das Internet of Things (IoT), LoRaWAN oder Smart Meter erfasst werden, in Echtzeit verarbeitet. So könnten sie für unterschiedlichste Dienste verwendet werden – von der Verkehrssteuerung über die Parkraumbewirtschaftung bis hin zum Energie-Management. Die Ausschreibung sei im Rahmen des Förderprojekts Zukunftskommune@bw (wir berichteten) erfolgt. Das Projekt werde von der Zentralstelle Digitale Agenda der Stadt Ulm betreut und ziele darauf ab, eine einheitliche Datenplattform aufzubauen, über die offene Daten für eine intelligente Vernetzung verschiedener Lebensbereiche genutzt werden können. „Ulmer Daten sind das Grundwasser der Stadt und bleiben in Ulm, auch aus Sicherheits- und Vertrauensgründen. Wir bestimmen, wer was mit diesen Daten macht und welche Dienste angeboten werden“, sagt Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch. „Insofern sind wir sehr froh, dass sich am Ende zwei Ulmer Unternehmen im Feld der insgesamt zehn Bewerber durchsetzen konnten.“

Zukunftskommune@bw liefert erste Datenbestände

Erste Datenbestände kommen laut eXXcellent solutions aus dem Projekt Zukunftskommune@bw, in dessen Rahmen digitale Projekte wie etwa Hochbeete mit Sensorik oder eine Fahrradzählstation im Quartier am Eselsberg umgesetzt werden. Auch bereits bestehende Pilotanwendungen, wie das Energie-Management für das Ulmer Donaubad, die Parkplatzinformationssysteme für das Parkhaus Neue Mitte sowie die Parkplätze vor dem Postgebäude und das Ulmer LoRaWAN, würden in die neue Plattform integriert. Ebenso könnte die Community im Ulmer Verschwörhaus, dem „Experimentierfeld für die digitale Welt von morgen“, oder die Universität Ulm die Datenplattform für ihre Vorhaben nutzen. 
„Bewertet wurden in der Ausschreibung über ein Punkteverfahren nicht nur die Architektur, Funktionalität und Betriebssicherheit der Lösung, sondern beispielsweise auch das Know-how und die Erfahrung der Projektmitarbeiter“, erläutert Sabine Meigel, Leiterin der Geschäftsstelle Digitale Agenda der Stadt Ulm, einige der Kriterien. Dazu kam die Unterstützung durch ein Expertengremium, bestehend aus Vertretern des Fraunhofer-Instituts und der Zeppelin Universität, das die Bewerbungen einer objektiven Prüfung unterzog. eXXcellent und die SWU TeleNet hätten hier auch im Rahmen der umfangreichen Projektpräsentation überzeugt. 

Herzstück der künftigen Smart City

„Wir haben in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der initiative.ulm.digital sowie den SWU Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm sehr viel Energie und Arbeit in die Ulmer Digitalisierungsprojekte gesteckt. Deswegen sind wir sehr froh, dass wir nun gemeinsam mit SWU TeleNet auch dieses Herzstück der künftigen Smart City realisieren können“, sagt eXXcellent-Geschäftsführer Gerhard Gruber. „Für die SWU ist dieser Auftrag ein weiterer wichtiger Baustein in der Entwicklung zum digitalen Versorger“, ergänzt Antonija Scheible, die aufseiten von SWU TeleNet für das Projekt verantwortlich ist. „Denn der Betrieb der Breitband-Netze und digitalen Infrastrukturen gehört künftig ebenso zu unserem Auftrag der Daseinsvorsorge wie heute die Versorgung der Bürger mit Strom, Gas, Wasser oder Wärme.“ (co)

https://www.ulm.de
https://www.swu.de
https://www.exxcellent.de

Stichwörter: Smart City, Ulm, Datenplattform, eXXcellent solutions, SWU TeleNet

Bildquelle: Conne van d Grachten/Press'n'Relations

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City

Civitas Connect: Gründung erst im Juni
[31.3.2020] Die für Ende März vorgesehene Gründung von „Civitas Connect“ als unabhängige Stadtwerke-Kooperation für die Smart City, wird erst am 22. Juni 2020 in Osnabrück stattfinden. mehr...
Die für Ende März vorgesehene Gründung der Stadtwerke-Kooperation „Civitas Connect“ wird um drei Monate verschoben.
Bonn: LoRaWAN-Funknetz wird aufgebaut
[24.3.2020] Die Stadtwerke Bonn arbeiten zusammen mit der Stadt Bonn daran, ein LoRaWAN-Funknetz aufzubauen. Das Projekt ist Teil der Smart-City-Strategie der nordrhein-westfälischen Bundesstadt. mehr...
Bonn: Stadt und Stadtwerke bauen gemeinsam ein LoRaWAN auf.
Integrierte Konzepte: Symbiotische Mobilität Bericht
[20.3.2020] Die Mobilität von morgen verflüssigt sich, sortiert sich um und wird im Kontext der Stadt neu gedacht. Um die anstehenden Herausforderungen nachhaltig, intelligent und digital vernetzt bewältigen zu können, müssen Planer, Forschung, Verwaltung und Wirtschaft frühzeitig zusammenarbeiten. mehr...
Vernetzte Mobilität in der Smart City.
Köln: Intelligente Beleuchtung
[18.3.2020] Innerhalb der kommenden 15 Jahre werden in Köln mehr als 85.000 öffentliche Lichtpunkte durch intelligente Leuchten ersetzt. Die Aufrüstung des städtischen Beleuchtungssystems soll die Sicherheit und Lebensqualität verbessern, Energieeffizienz erhöhen und Kosten senken. mehr...
In Köln werden über 85.000 öffentliche Lichtpunkte durch intelligente Leuchten ersetzt.
Beleuchtung: Ganzjähriges Antragsfenster Bericht
[11.3.2020] Die kommunale Außenbeleuchtung entwickelt sich zum Rückgrat der smarten Stadt. Um die Umstellung zu erleichtern, gibt es ein neues Antragsfenster für die Förderung von LED-Beleuchtung mit Steuer- und Regelungstechnik. mehr...
Vernetzte LED-Leuchten erhöhen Flexibilität und Wartungskomfort.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2020

Aktuelle Meldungen