Samstag, 31. Juli 2021

Fraunhofer:
Wasserstoff-Roadmap fertig


[19.3.2020] Mehrere Fraunhofer-Institute haben eine Wasserstoff-Roadmap für Deutschland erstellt und diese der Regierung übergeben. Allein für Deutschland könnte es ein Wachstum der Technologie auf 50 bis 80 Gigawatt bis 2050 geben.

In einer Pilotanlage erprobt das Fraunhofer ISE bereits seit zwei Jahren die Wasserstoffeinspeisung in das Erdgasverteilnetz. Grüner Wasserstoff wird ein Kernelement des zukünftigen Energiesystems werden. Er kann einen wesentlichen Beitrag zur angestrebten Treibhausgasneutralität aller Sektoren bis 2050 leisten und zur Systemintegration fluktuierender erneuerbarer Energien beitragen. Derzeit strebt die Bundesregierung an, eine Nationale Strategie Wasserstoff (NSW) vorzulegen, in der die wesentlichen Eckpunkte für die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft ausgearbeitet werden. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat ihre eigenen wissenschaftlichen Positionen zur Wasserelektrolyse und Wasserstoffnutzung entwickelt und den an der Strategieentwicklung beteiligten Ministerien sowie dem Kanzleramt zur Verfügung gestellt. Federführend bei der Wasserstoff-Roadmap waren das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS und des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS.
Grüner Wasserstoff und seine Syntheseprodukte werden eine zentrale Rolle für die Treibhausgasneutralität aller energieverbrauchenden Sektoren, insbesondere Verkehr und Industrie, einnehmen. Neben der direkten Nutzung wird Wasserstoff bei steigender Systemintegration von erneuerbaren Energien auch durch seine hohe Speicher- und Transportierbarkeit an Bedeutung gewinnen. Die Fraunhofer-Institute skizzieren in ihrem Positionspapier einen möglichen Pfad für die Einführung und Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in den verschiedenen Anwendungsfeldern. Wasserelektrolyse wird in Deutschland demnach zu einer entscheidenden industriepolitischen Komponente werden, nicht nur für die Erzeugung des hierzulande benötigten Wasserstoffs, sondern auch als Flexibilitätsoption im deutschen Stromnetz und als Kerntechnologie für den internationalen Exportmarkt. Allein für Deutschland gehen Studien von einem Wachstum der installierten Kapazität der Technologie auf 50 bis 80 Gigawatt bis 2050 aus, heißt es vonseiten der Fraunhofer-Institute. Für das Erreichen dieser Größenordnung müssen umgehend jährliche Zuwachsraten von Elektrolyseuren im zweistelligen Megawatt-Bereich und bis Ende der 2020er Jahre im Bereich von einem GW erreicht werden.
Das Fraunhofer-Positionspapier zeigt verschiedene Pfade des Markthochlaufs auf und schlägt mögliche Maßnahmen zur Realisierung dieser Marktentwicklung vor: eine Anpassung des regulatorischen Rahmens für Steuern, Abgaben und Umlagen auf Strom zur Stärkung der Sektorenkopplung, die Förderung von Demonstrationsprojekten, die Schaffung international einheitlicher Regularien und Standards zu Wasserstoff sowie den Abbau regulatorischer Hemmnisse für Brennstoffzellenfahrzeuge und Wasserstoff-Tankstellen. „Aus unserer Sicht existiert die Technologiebasis der gesamten Wertschöpfungskette“, sagt Christopher Hebling, Bereichsleiter Wasserstofftechnologien am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Jetzt komme es darauf an, die Weichen so zu stellen, dass das Scale-up für die Realisierung der weiteren Kostenreduktion und das Sammeln von Betriebserfahrungen gelingt. (ur)

Die Wasserstoff-Roadmap kann hier heruntergeladen werden. (Deep Link)
https://www.fraunhofer.de
https://www.ise.fraunhofer.de

Stichwörter: Energiespeicher, Wasserstoff, Fraunhofer-Gesellschaft

Bildquelle: Fraunhofer ISE/Joscha Feuerstein

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energiespeicher

MAN ES: Wasserstoff-Koop mit ANDRITZ Hydro
[30.7.2021] MAN Energy Solutions und ANDRITZ Hydro vereinbaren Wasserstoff-Kooperation. Ein erstes Pilotprojekt soll noch in diesem Jahr starten, um mit einer Elektrolyseleistung von bis zu vier Megawatt rund 650 Tonnen grünen Wasserstoff herzustellen. mehr...
Frank Mette (l.), Geschäftsführer von ANDRITZ Hydro, und Uwe Lauber Vorstandsvorsitzender und Technologievorstand von MAN ES, unterzeichneten ein strategisches Rahmenabkommen.
Arnsberg: Gasleitung als H2-Speicher
[21.7.2021] Arnsberg will mit innovativer Wasserstoff-Technologie klimaneutral werden. Eine elf Kilometer lange Erdgasleitung soll dabei als Speicher für Wasserstoff dienen. mehr...
Startschuss für die Klimaschutz-Modellregion Sauerland.
Siemens: 100-MW-Batteriespeicher geplant
[20.7.2021] Siemens plant einen der leistungsstärksten Batteriespeicher Europas in Bayern. Standort soll Wunsiedel sein. Die Anlage soll 100 MW leisten. mehr...
Unterzeichnung der Absichtserklärung für den 100-MW-Batteriespeicher.
Oberfranken: Wunsiedel will grünen Wasserstoff
[14.7.2021] In Wunsiedel erfolgte der Baustart für die größte Wasserstofferzeugungsanlage Bayerns. Sie soll neun Megawatt Leistung erbringen. mehr...
Intilion: Neuer Speicher fürs Gewerbe
[10.6.2021] Intilion bringt einen modularen Indoor-Gewerbespeicher auf den Markt. Er lässt sich in 25-Kilovoltampere-Schritten von 25 kVA auf bis zu 400 kVA erweitern. mehr...
Der neue scalestac passt durch jede Standardtür und lässt sich auch bei niedrigen Raumhöhen installieren.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 7/8 2021
stadt+werk, Ausgabe Sonderheft 2021
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2021
stadt+werk, Ausgabe 3/4 2021

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Energiespeicher:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen