Mittwoch, 8. April 2020

Solarstrom:
Zubau droht Einbruch


[25.3.2020] Trotz entsprechendem Beschluss schafft es die Bundesregierung nicht, die Deckelung des Photovoltaik-Zubaus bei 52 Gigawatt installierter Leistung aufzuheben. Dem Solarstromzubau droht damit der Einbruch, warnt die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg.

Der Bundesregierung gelingt es nicht, im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Deckelung des Photovoltaik-Zubaus bei 52 Gigawatt installierter Leistung aufzuheben, obwohl ein eigener Beschluss das verlangt. Das berichtet die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (EE BW), eine Dachorganisation für Verbände, Unternehmen und Forschungsinstitute aus der Erneuerbare-Energien-Branche. Bei Erreichen des Solardeckels würde für viele neue Solarstromanlagen keine Vergütung mehr bezahlt. Die Erneuerbare Energien Verbände aus Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen fordern die Bundestagsabgeordneten deshalb auf, jetzt trotz der Corona-Krise schnell eine parlamentarische Gesetzesinitiative zu starten, um das drohende Aus für den Solarstromzubau zu verhindern.

Weckruf an Abgeordnete

Es sei ein Weckruf an die Abgeordneten der Regierungsfraktionen. „Die Lage ist verzweifelt. Seit vielen Monaten gelingt es der Bundesregierung nicht, den Solardeckel zu entfernen, bei dessen Erreichen keine Vergütungen für Solarstrom mehr nach dem EEG bezahlt werden. Dies ist nicht nur ein Angriff auf die Solarenergie, sondern eine wohl überlegte Attacke auf die Energiewende insgesamt”, erklärt Raimund Kamm, Vorsitzender des bayerischen Landesverbands Erneuerbare Energien.
Gemeinsam wenden sich die Vorsitzenden der Erneuerbare Energien Branchenverbände an die Bundestagsabgeordneten. Einige Abgeordnete und politische Akteure verhindern laut EE BW die moderne Energieversorgung und versuchen im Schatten der Corona-Krise, die Energiewende auszubremsen. „Damit gefährden sie insbesondere in den drei größten Bundesländern den wertvollen Beitrag, den der Solarstrom dort heute schon zu Wohlstand, Klimaschutz und dem Erhalt von qualifizierten Arbeitsplätzen leistet”, so Jörg Dürr-Pucher, Vorsitzender der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg. Zudem würden sie eine zukunftsfähige Energieversorgung, insbesondere im ertragreichen Süden und in der Mitte Deutschlands verhindern.

Initiative aus dem Parlament notwendig

„Jetzt ist die Stunde des Parlaments, denn die Regierung ist nicht in der Lage, die Hindernisse für den Ausbau der erneuerbaren Energien aus dem Weg zu räumen”, erklärt Reiner Priggen, Vorsitzender des Landesverbands Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW). „Somit muss jede und jeder Abgeordnete der Regierungsfaktionen sich fragen, wie er oder sie diese Blockade mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Wir brauchen eine Initiative aus der Mitte des Parlaments, um den drohenden Einbruch bei der Solarenergie noch abzuwenden.”
Klientelinteressen und eine schwer nachvollziehbare persönliche Abneigung weniger führender Wirtschaftspolitiker gegen erneuerbare Energien verhindern den Zubau der günstigen Energieerzeugung gerade in den Solarländern Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, heißt es vonseiten des EE BW. „Wir stehen für ein breites Bündnis von Branchenfirmen und Handwerkern, Unternehmen, die Solarstromanlagen auf ihren Dächern errichten wollen, Landwirten, die ein zukunftsfähiges Standbein für ihre Betriebe suchen und für Millionen junger Menschen, die für den Klimaschutz auf die Straße gehen”, erklären die Vorsitzenden der Erneuerbare Energien Verbände. Die Regierungsfraktionen seien gefordert, die Rahmenbedingungen für eine vernünftige, zukunftsfähige und klimafreundliche Energieversorgung, die eine überwältigende Mehrheit der Gesellschaft möchte, zu gestalten. (co)

https://erneuerbare-bw.de

Stichwörter: Solarthermie, Photovoltaik, Politik, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg, EEG, Solarstrom



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Photovoltaik | Solarthermie

BDEW/BSW: Solardeckel heben
[25.3.2020] In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel fordern die Verbände BSW und BDEW die Aufhebung des Förderdeckels für neue Solaranlagen. Es dürfe nicht zu einem fahrlässig herbeigeführten Ausbaustopp für Photovoltaik kommen, heißt es in dem Schreiben. mehr...
Stadtwerke München: Bürger an Energiewende beteiligt
[9.3.2020] Mit einem PV-Projekt in Perlach haben die Stadtwerke München ihre Bürgerbeteiligung „M-Solar Sonnenbausteine" binnen weniger Tage beendet. Für das Projekt wurden 120.000 Euro bei den Münchnern eingesammelt. mehr...
120.000 Euro sammelten die SWM bei den Münchner Bürgern für einen PV-Park in Perlach ein.
Stadtwerke Trier: Sonnenernte im alten Steinbruch
[26.2.2020] Das Trierer Energieunternehmen WI Energy baut in einem ehemaligen Steinbruch den Solarpark Kersch. Abgenommen und vermarktet wird der Strom durch die Stadtwerke Trier. Im Frühjahr 2020 soll das Projekt abgeschlossen sein und dann fünf Megawatt leisten. mehr...
Der Solarpark Kersch kurz vor der Fertigstellung.
GASAG: Wasserstoff fürs Eigenheim
[20.2.2020] Die Berliner GASAG will Kompetenzen für die Installation und den Betrieb von Wasserstoff-Anlagen aufbauen. Sie kooperiert dazu mit dem Unternehmen HPS, das es Eigenheimkunden ermöglicht, Sonnenenergie in Wasserstoff umzuwandeln. mehr...
Bei Familie Lügger entsteht Wasserstoff fürs Eigenheim.
Solar Cluster BW: Photovoltaik reduziert CO2-Ausstoß
[18.2.2020] Eine größere Solarstromanlage auf dem Dach vermeidet pro Jahr zehn Tonnen CO2. Das entspricht der Menge, die 800 Buchen in derselben Zeit binden würden. Das berichtet das Solar Cluster Baden-Württemberg anhand von Daten des Umweltbundesamts. mehr...
Übersicht, wie Photovoltaikanlagen den Ausstoß von Kohlendioxid vermeiden.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Photovoltaik | Solarthermie:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen