Dienstag, 26. Mai 2020

VDE|FNN:
Netzbetrieb ist systemrelevant


[30.3.2020] Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik fordert in einem aktuellen Positionspapier, dass Mitarbeitende kritischer Bereiche im Stromnetz wie andere Mitarbeiter systemrelevanter Dienste behandelt werden.

Die Versorgung mit elektrischer Energie ist bei einer Pandemie essenziell für das Gemeinwohl. Gerade in der gegenwärtigen Situation haben die Netzbetreiber eine besondere Herausforderung zu bewältigen. Sie müssen sicherstellen, dass die für den Betrieb notwendigen Mitarbeiter und Prozesse im gesamten Netzbetrieb arbeitsfähig bleiben. Daher haben die Netzbetreiber bereits frühzeitig präventive Maßnahmen ergriffen, um zum Beispiel Personal vor Infektionen mit dem Corona-Virus zu schützen. Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE|FNN) appelliert in seinem aktuellen Positionspapier „Netzbetrieb ist Teil systemkritischer Dienste" eindringlich an Politik und Behörden in Deutschland, Mitarbeitende wichtiger Bereiche bei Netzbetreibern und beauftragten Dienstleistern mit denen von anderen systemrelevanten Diensten gleichzustellen. „Betriebsnotwendige Mitarbeitende in diesem Bereich müssen, wie Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Pflegekräfte und medizinisches Personal auch, Zutrittsrechte erhalten sowie Notbetreuung für Kinder in Anspruch nehmen dürfen – und dies nicht einzeln in Abstimmung mit über 11.000 Kommunen, sondern bundesweit einheitlich", betont VDE|FNN-Geschäftsführerin Heike Kerber. Die Netzbetreiber müssten sicherstellen, dass die für den Betrieb notwendigen Prozesse laufen und das dafür notwendige Personal am richtigen Ort sei. Bereits kleine Stromausfälle könnten die Unsicherheit in der Bevölkerung vergrößern.
Den Betrieb des Stromnetzes stellen laut Verband täglich tausende Mitarbeiter bei Netzbetreibern deutschlandweit sicher. Dazu muss Personal in den Leitwarten und vor Ort im Netz unterwegs sein, zum Beispiel um Reparaturen durchzuführen. Durch Krankheit, Quarantänemaßnahmen oder auch aufgrund der Kinderbetreuung können Personalengpässe entstehen. Gleichzeitig werden zur Erstellung provisorischer Netzanschlüsse, beispielsweise für ein Containerkrankenhaus in einem abgeriegelten Risikogebiet, zusätzliche Fachkräfte nötig. „Um Personalengpässen vorzubeugen, sollten schnell und unbürokratisch rechtliche und finanzielle Bedingungen geklärt werden, damit passive Personalressourcen, sprich Reservekräfte, aktiviert und eingesetzt werden können. Sie sind von ihrer Ausbildung grundsätzlich in der Lage, diese Tätigkeiten auszuüben", sagt Kerber. (ur)

Hier kann das Positionspapier des VDE | FNN zum Umgang mit einer Pandemie im Netzbetrieb abgerufen werden (Deep Link)
https://www.vde.com

Stichwörter: Smart Grid, Netze, Politik, VDE|FNN, Corona



Druckversion    PDF     Link mailen




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Netze | Smart Grid

Stadtwerk am See: Wilken-Lösungen für mehr Smartness
[15.5.2020] Das Stadtwerk am See positioniert sich als Dienstleister für die Smart-Meter-Gateway-Administration und Messdatenmanagement. Genutzt werden dafür Lösungen von Software-Spezialist Wilken. mehr...
Auch die Stromverbräuche sollen in Zukunft smarter erfasst werden.
Redispatch 2.0: Was Verteilnetzbetreiber tun müssen
[15.5.2020] Durch neue Anforderungen im Redispatch werden auch Verteilnetzbetreiber betreffen. Softwarespezialist Kisters hat dazu spezielle Softwarelösungen entwickelt. mehr...
Die Vielzahl an Kommunikations- und Austauschprozessen für den Redispatch 2.0 wird mit rollenspezifischen Kisters-Lösungen marktkonform durchgeführt.
Stadtwerke Bochum: Neues Umspannwerk in Laer
[7.5.2020] Im Stadtteil Laer errichten die Stadtwerke Bochum ein neues Umspannwerk. Insgesamt werden 4,8 Millionen Euro investiert. 2022 soll die Anlage ans Netz gehen. mehr...
Stadtwerke Bochum Netz-Geschäftsführer Holger Rost und die Stadtwerke-Mitarbeiter Torben Redder und Holger Breuner (v.l.) stellen die Pläne für das neue Umspannwerk vor.
Voltaris: Roll-out rollt weiter
[28.4.2020] Der Messdienstleister Voltaris hat alle Leistungen, die wegen der Corona-Krise eingeschränkt waren, wieder in vollem Umfang aufgenommen. Das gilt unter Beachtung zahlreicher Schutzmaßnahmen für den Messstellenbetrieb und den Smart Meter Roll-out. mehr...
Aufgrund der Corona-Pandemie waren die Zählermontagen in den letzten Wochen weitgehend eingestellt.
Netzstabilität: Intelligenztest bestanden
[14.4.2020] Das Stromnetz kann mithilfe digitaler Lösungen auch ohne zentrale Großkraftwerke stabilisiert werden. Wie das funktioniert, haben die SINTEG-Projekte C/sells und enera jetzt getestet. mehr...
Mehr Einspeisung im Süden: Erster bundesweiter Testabruf von dezentralen Anlagen, um Transportengpässe im Stromnetz zu beheben.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Netze | Smart Grid:
telent GmbH
71522 Backnang
telent GmbH
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen