Dienstag, 19. Januar 2021

AEE:
Dieburg ist Energie-Kommune


[30.4.2020] Mit Wärmewende, Bürgerbeteiligung und Solarstrom hat das hessische Dieburg viele Projekte zur Energiewende angestoßen. Die Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet die Stadt deswegen als Energie-Kommune des Monats aus.

Hessens größte PV-Dachanlage entsteht in Dieburg. Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat die hessische Stadt Dieburg jetzt als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet. Dieburg setzt laut AEE auf Photovoltaik und die Wärmewende. Vergangenes Jahr sei dort Hessens größte PV-Dachanlage in Betrieb gegangen und ab 2021 werden die Schwimmbäder der Stadt über nachhaltige Wärme versorgt. Der neue Klimaschutz-Manager sei ambitioniert und halte eine Tradition der Stadt hoch: die Beteiligung der Bürger. Vor mehr als zehn Jahren habe die Kommune damit begonnen, ihre 16.000 Einwohner in Entscheidungen der Kommunalverwaltung einzubinden und dafür im Jahr 2010 eine feste Plattform geschaffen, den Energiebürgertisch. Die Beteiligten haben beispielsweise am Klimaschutzkonzept mitgearbeitet. Heute stehen vor allem zwei Energiethemen weit oben auf der Agenda: mehr Photovoltaikanlagen installieren und die Wärmewende vorantreiben. „Dieburg zeigt, wie wichtig passende Beteiligungsformate sind. Der Energiebürgertisch in Dieburg passt hervorragend zu den Anforderungen der Stadt und wurde so zum Erfolgsrezept", erklärt AEE-Geschäftsführer Robert Brandt.
Seit vergangenem Jahr ist Andreas Achilles Klimaschutz-Manager in Dieburg. Er will laut AEE den Strombedarf des städtischen Kindergartens über Photovoltaikanlagen sichern. Erstmals in der Geschichte der Stadt sollen die Anlagen durch eine Bürgerenergiegenossenschaft finanziert werden. Hierfür können zuerst die Anwohner Anteile kaufen und so am Projekt mitwirken. „Bei Projekten, bei denen die Leute aktiv mitmachen und sich beteiligen können, entsteht daraus hoffentlich ein Anstoß für Gewerbe, um ähnliche Projekte umzusetzen", sagt der Klimaschutz-Manager. Heute deckt die Stadtverwaltung ihren Energiebedarf über einen regionalen Ökostromversorger und treibt die Installation von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden konstant voran, berichtet die Agentur für Erneuerbare Energien. Auch die Wirtschaft in Dieburg ziehe mit. Im Sommer sei Hessens größte Photovoltaik-Dachanlage in der Stadt in Betrieb gegangen. Sie produziere 6,5 Gigawattstunden Energie pro Jahr.
Dieburg habe zudem großes Potenzial identifiziert, durch den Einsatz erneuerbarer Technologien, die Wärmeversorgung nachhaltig zu gestalten und damit den CO2-Ausstoß deutlich zu senken. Einige Gebäude werden schon jetzt über Hackschnitzelanlagen oder Pelletheizungen klimafreundlich versorgt und die städtische Kläranlage verfüge seit dem Jahr 2017 über ein Blockheizkraftwerk. Ende September 2021 soll das neue Hallenbad in Betrieb gehen. Gemeinsam mit dem regionalen Energieversorger entwickelt die Stadt laut AEE ein Konzept, das nicht nur die Versorgung des Hallenbads, sondern auch des benachbarten Freibads mit Wärme aus erneuerbaren Energien sicherstellt. (ur)

Ein Portrait zur Energie-Kommune Dieburg findet sich hier. (Deep Link)
https://www.unendlich-viel-energie.de

Stichwörter: Solarthermie, Photovoltaik, Dieburg, AEE

Bildquelle: Fiege Gruppe

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Photovoltaik | Solarthermie

Köln: Solarpark Weiden startet bald
[23.12.2020] Der Solarpark Weiden steht kurz vor der Inbetriebnahme. Er ist der erste Freiflächen-Solarpark in Köln. Die 2.027 Solarmodule könnten ein Jahr lang genug Strom für 215 Haushalte liefern. mehr...
Die 2.027 Solarmodule in Weiden erzeugen genug Energie, um damit rund 215 Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.
Stadtwerke Tübingen: Mehr Solarstrom im Portfolio
[22.12.2020] Die Stadtwerke Tübingen erwerben von Projektierer Belectric zwei neue Solarparks in Bayern. Mit dem Ökostrom aus den beiden Anlagen sollen umgerechnet rund 5.750 Vier-Personen-Haushalte klimafreundlich versorgt werden können. mehr...
Vattenfall: Grünes Licht für Großsolarpark
[14.12.2020] Vattenfall gibt grünes Licht für einen 28-Megawatt-Solarpark in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem Unternehmen Bosch wurde ein langfristiger Stromliefervertrag über zehn MW abgeschlossen. mehr...
In Mecklenburg-Vorpommern baut Vattenfall seinen bisher größten Photovoltaikpark mit einer Leistung von 28 Megawatt.
Baden-Württemberg: Solarstrom 2030 wichtigste Energie
[10.12.2020] Solarstrom soll bis zum Jahr 2030 die wichtigste Energiequelle in Baden-Württemberg sein. Die Plattform EE BW hat dazu nun eine 1.000-Megawatt-Solarkampagne gestartet. Sieben Partner aus Verbänden und Unternehmen unterstützen die Initiative. mehr...
EnBW: Zwei neue Großsolarparks
[7.12.2020] Die EnBW treibt den Ausbau der Solarenergie voran und hat dazu die Investitionsentscheidung für zwei weitere förderfreie Solarparks getroffen. Der Baubeginn ist für Anfang 2021 geplant. mehr...
So wie im baden-württembergischen Zwiefaltendorf sollen später auch rund um die EnBW-Solargroßprojekte in Brandenburg Schafe weiden.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 11/12 2020
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2020
stadt+werk, Sonderheft Juni 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Photovoltaik | Solarthermie:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen