Dienstag, 26. Mai 2020

AEE:
Dieburg ist Energie-Kommune


[30.4.2020] Mit Wärmewende, Bürgerbeteiligung und Solarstrom hat das hessische Dieburg viele Projekte zur Energiewende angestoßen. Die Agentur für Erneuerbare Energien zeichnet die Stadt deswegen als Energie-Kommune des Monats aus.

Hessens größte PV-Dachanlage entsteht in Dieburg. Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat die hessische Stadt Dieburg jetzt als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet. Dieburg setzt laut AEE auf Photovoltaik und die Wärmewende. Vergangenes Jahr sei dort Hessens größte PV-Dachanlage in Betrieb gegangen und ab 2021 werden die Schwimmbäder der Stadt über nachhaltige Wärme versorgt. Der neue Klimaschutz-Manager sei ambitioniert und halte eine Tradition der Stadt hoch: die Beteiligung der Bürger. Vor mehr als zehn Jahren habe die Kommune damit begonnen, ihre 16.000 Einwohner in Entscheidungen der Kommunalverwaltung einzubinden und dafür im Jahr 2010 eine feste Plattform geschaffen, den Energiebürgertisch. Die Beteiligten haben beispielsweise am Klimaschutzkonzept mitgearbeitet. Heute stehen vor allem zwei Energiethemen weit oben auf der Agenda: mehr Photovoltaikanlagen installieren und die Wärmewende vorantreiben. „Dieburg zeigt, wie wichtig passende Beteiligungsformate sind. Der Energiebürgertisch in Dieburg passt hervorragend zu den Anforderungen der Stadt und wurde so zum Erfolgsrezept", erklärt AEE-Geschäftsführer Robert Brandt.
Seit vergangenem Jahr ist Andreas Achilles Klimaschutz-Manager in Dieburg. Er will laut AEE den Strombedarf des städtischen Kindergartens über Photovoltaikanlagen sichern. Erstmals in der Geschichte der Stadt sollen die Anlagen durch eine Bürgerenergiegenossenschaft finanziert werden. Hierfür können zuerst die Anwohner Anteile kaufen und so am Projekt mitwirken. „Bei Projekten, bei denen die Leute aktiv mitmachen und sich beteiligen können, entsteht daraus hoffentlich ein Anstoß für Gewerbe, um ähnliche Projekte umzusetzen", sagt der Klimaschutz-Manager. Heute deckt die Stadtverwaltung ihren Energiebedarf über einen regionalen Ökostromversorger und treibt die Installation von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden konstant voran, berichtet die Agentur für Erneuerbare Energien. Auch die Wirtschaft in Dieburg ziehe mit. Im Sommer sei Hessens größte Photovoltaik-Dachanlage in der Stadt in Betrieb gegangen. Sie produziere 6,5 Gigawattstunden Energie pro Jahr.
Dieburg habe zudem großes Potenzial identifiziert, durch den Einsatz erneuerbarer Technologien, die Wärmeversorgung nachhaltig zu gestalten und damit den CO2-Ausstoß deutlich zu senken. Einige Gebäude werden schon jetzt über Hackschnitzelanlagen oder Pelletheizungen klimafreundlich versorgt und die städtische Kläranlage verfüge seit dem Jahr 2017 über ein Blockheizkraftwerk. Ende September 2021 soll das neue Hallenbad in Betrieb gehen. Gemeinsam mit dem regionalen Energieversorger entwickelt die Stadt laut AEE ein Konzept, das nicht nur die Versorgung des Hallenbads, sondern auch des benachbarten Freibads mit Wärme aus erneuerbaren Energien sicherstellt. (ur)

Ein Portrait zur Energie-Kommune Dieburg findet sich hier. (Deep Link)
https://www.unendlich-viel-energie.de

Stichwörter: Solarthermie, Photovoltaik, Dieburg, AEE

Bildquelle: Fiege Gruppe

Druckversion    PDF     Link mailen




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Photovoltaik | Solarthermie

Stadtwerke Bernau: Rekord bei Solareinspeisung
[25.5.2020] Die Stadtwerke Bernau verzeichnen im April fast 360 Megawattstunden erzeugten Solarstrom aus Großanlagen. In Corona-Zeiten steigt auch die Kundennachfrage nach Photovoltaikanlagen. mehr...
Photovoltaikanlage auf dem Dach des Blockheizkraftwerks der Stadtwerke Bernau.
Berlin: Schule produziert Strom
[22.5.2020] Eine Grundschule im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg bezieht ein Drittel ihres Stroms jetzt ökologisch vom eigenen Dach. Die dafür eingesetzte Solaranlage ist von den Berliner Stadtwerken errichtet worden und Teil eines speziellen Angebots für Berliner Bezirke. mehr...
Eine Grundschule im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg bezieht ein Drittel ihres Stroms jetzt ökologisch vom eigenen Dach.
Stadtwerke Tübingen: Solarparks ohne EEG
[18.5.2020] Die Stadtwerke Tübingen haben drei neue Solarparks erworben. Diese erzeugen 13,9 Millionen Kilowattstunden Ökostrom. Der Strom soll direkt vermarktet und zum Teil nicht durchs EEG gefördert werden. mehr...
ZSW / BDEW: Mehr Strom aus Solarenergie
[11.5.2020] Im April haben Solaranlagen hierzulande so viel Strom wie in keinem April zuvor erzeugt. Das lag nicht nur an vielen Sonnenstunden, sondern auch am Zubau von Photvoltaikanlagen, berichten das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der BDEW. mehr...
Im April 2020 wurden 6,9 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugt – ein neuer Rekord.
RheinEnergie: Solarkraftwerk Münchberg erweitert
[5.5.2020] Die Leistung der Photovoltaik-Freiflächenanlage von RheinEnergie in Münchberg wurde verdoppelt. Fast sieben Millionen Kilowattstunden Strom können nun erzeugt werden. In den Ausbau der erneuerbaren Energien will der Kölner Versorger bis zum Jahr 2025 rund 100 Millionen Euro investieren. mehr...
Freiflächensolar-Anlage in Münchberg vor der Erweiterung.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Photovoltaik | Solarthermie:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen