Freitag, 27. November 2020
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Interview:
Alles aus einer Hand


[20.8.2020] Mit individuell geplanten Energie- und Infrastrukturkonzepten berät die ENTEGA-Tochter e-netz Südhessen Kommunen bei der Baulandentwicklung. Was unter dem neuen Angebot „Bauland komplett“ zu verstehen ist, erklärt Andreas Niedermaier, Personal- und Infrastrukturvorstand bei ENTEGA, im Interview mit stadt+werk.

Andreas Niedermaier Wir sind einer der größten Regionalversorger und zählen zu den führenden Anbietern von Ökostrom und klimaneutralem Erdgas. Bundesweit versorgen wir rund 670.000 Kunden mit günstigem Ökostrom und Ökogas, Trinkwasser oder Wärme. Mit unseren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften decken wir die gesamte Wertschöpfungskette einer nachhaltigen Energieversorgung und modernen Daseinsvorsorge ab. Wir betreiben in Südhessen tausende Kilometer Energie- und Trinkwassernetze, beleuchten Straßen, forcieren die E-Mobilität, sorgen für schnelles Internet und bringen die Digitalisierung voran. Diese langjährige Expertise nutzen wir in unserem neuen Produkt „Bauland komplett“ der Tochtergesellschaft e-netz Südhessen. Damit bieten wir den Kommunen ein maßgeschneidertes Produkt von der städtebaulichen Siedlungsentwicklung bis hin zu klimaneutralen Quartierslösungen an. „Bauland komplett“ bündelt das gesamte sektorübergreifende Portfolio aus den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität des ENTEGA-Konzerns. Die ersten Projekte dazu befinden sich bereits in der Umsetzung. Mit dem neuen Produkt heben wir uns deutlich von anderen Wettbewerbern ab und möchten uns noch stärker am Markt etablieren.

Unter welchen Vorgaben werden die kommunalen Bauprojekte entwickelt?

Die Kommunen haben je nach Baugebiet individuelle Bedürfnisse. Auf Basis der Regionalplanung und des Flächennutzungsplans hat die Kommune die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln. Je nach Bedarf in der Region kann die Gemeinde im Rahmen ihrer Planungshoheit Vorgaben beispielsweise für bezahlbaren Wohnraum sowie eigene soziale und ökologische Ziele einbringen. e-netz Südhessen bietet schon seit vielen Jahren Dienstleistungen in der Baulandentwicklung an, um als Partner kommunale Bauvorhaben zu unterstützen. Wir besitzen große Erfahrungen auf diesem Gebiet, da wir gemeinsam mit verschiedenen Kommunen in der Region bereits eine Vielzahl von Baugebieten erschlossen haben. Diese Dienstleistungen haben wir jetzt im Produkt „Bauland komplett“ durch einen modularen Ansatz weiterentwickelt, der bedarfsgerecht und flexibel auf die Anforderungen der Kommunen eingeht.

Auf welche Weise ist der Mutterkonzern ENTEGA in den Service für Kommunen eingebunden?

e-netz Südhessen bündelt für die Kommunen mit „Bauland komplett“ die gesamten innovativen und energieeffizienten Lösungen aus allen relevanten Bereichen des ENTEGA-Konzerns. Der Vorteil für die Kommunen besteht darin, dass ihnen für alle Anliegen bei der Quartiersentwicklung ein einheitlicher Ansprechpartner zur Verfügung steht – dabei arbeiten wir nach dem Prinzip „vom Kunden zum Kunden“. So werden mit dem Produkt neben der hoheitlichen Baulandentwicklung auch weitere bedarfsgerechte Dienstleistungen aus einer Hand angeboten, wie die Erstellung energetischer Quartierskonzepte, die Beratung zur Fördermittelbeschaffung, aber auch die Berücksichtigung sozialer Aspekte – beispielsweise mit Kitas, Seniorenheimen, bezahlbarem Wohnen und Biodiversität. Bei Bedarf erfolgt die Einbindung qualifizierter Kooperationspartner.

„Klimafreundliche Lösungen und energieeffizientes Bauen spielen eine immer wichtigere Rolle.”


Wie können die passende Energielösung und das passende Infrastrukturkonzept für die jeweilige Kommune ermittelt werden?

Ein hierfür geeignetes Konzept muss sich an den lokalen Gegebenheiten im jeweiligen Baugebiet orientieren. Klimafreundliche Lösungen und energieeffizientes Bauen sind heute in aller Munde und spielen eine immer wichtigere Rolle bei der Entwicklung moderner Quartiere. Dabei darf aber auch die Kostenseite nicht aus den Augen verloren werden. Bei der Umsetzung geeigneter Lösungen wird von uns im ersten Schritt grundsätzlich immer ein individuelles Gesamtkonzept erarbeitet, welches bereits sämtliche sektorübergreifende Lösungsansätze auf die ökologische und ökonomische Umsetzbarkeit im jeweiligen Baugebiet bewertet. Die innovativen Lösungsansätze umfassen neben den klassischen Themen der Strom-, Wärme- und Kälteversorgung eines Quartiers auch weitere Dienstleistungen wie die Entwicklung moderner Beleuchtungskonzepte, die Anbindung an schnelles Internet über eine Glasfaser-Infrastruktur sowie Digitalisierungslösungen, etwa durch den Einbau von intelligenten Messsystemen und Smart Metern. Darüber hinaus werden aktuelle Erkenntnisse aus unseren konzerneigenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten fortlaufend in das Produktportfolio integriert. Beispielhaft kann hier die Solarsiedlung Am Umstädter Bruch in Groß-Umstadt genannt werden. In diesem von uns erschlossenen Neubaugebiet bieten wir einen gemeinsam genutzten Quartierspeicher an, der es den Anwohnern im Wohnquartier ermöglicht, ihren auf den eigenen Hausdächern erzeugten Solarstrom noch effizienter und kostengünstiger vor Ort zu nutzen.

Welche Rolle spielt das Thema E-Mobilität bei der Entwicklung der Bauprojekte?

Das Thema Mobilität ist für die Bürger in unserer wachsenden Region von großer Bedeutung. Als ENTEGA-Konzern haben wir die E-Mobilität bereits in den vergangenen Jahren in unserem Versorgungsgebiet deutlich vorangetrieben und sozusagen Pionierarbeit geleistet. So hat ENTEGA im Jahr 2017 mit Unterstützung des Landes Hessen 109 Elektrotankstellen mit 218 Ladepunkten in 48 südhessischen Kommunen errichtet. Der ENTEGA-Konzern ist auch weiterhin im Bereich E-Mobilität aktiv und hat 2019 den Ausbau der öffentlichen Lade-Infrastruktur fortgesetzt. ENTEGA betreibt 127 öffentliche Ladesäulen mit 254 Ladepunkten. Zudem wurde das Projekt E-Carsharing in elf Kommunen erfolgreich umgesetzt. In Zusammenarbeit mit der Digitalstadt Darmstadt ist geplant, zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln und den bedarfsgerechten Ausbau der öffentlichen Lade-Infrastruktur in der Region zu forcieren. Auf dieses umfassende Know-how greifen wir auch in den bereits verwirklichten sowie den in Planung befindlichen neuen Baugebieten zurück, indem wir individuelle Mobilitätskonzepte im Rahmen der Gesamtkonzeption für die Quartiere erstellen. Die Mobilitätskonzepte umfassen dabei nicht nur ausschließlich das Thema E-Mobilität, sondern berücksichtigen sämtliche Verkehrsmittel, die zur Steigerung der Lebensqualität der Bürger in einem modernen Wohnquartier beitragen, wie zum Beispiel E-Bikes, Lastenfahrräder, Carsharing und nach Möglichkeit auch die Anbindung an den ÖPNV.

Welche Vorteile hat die Zusammenarbeit mit e-Netz Südhessen für Kommunen?

Mit e-netz Südhessen stellen wir den Kommunen einen kompetenten Ansprechpartner aus der Region mit langjähriger Erfahrung in der Baulandentwicklung zur Seite, der sie bereits ab den ersten Überlegungen zum Thema Infrastruktur unterstützt. Unser neues Produkt „Bauland komplett“ berücksichtigt dabei sowohl die individuellen Anforderungen eines zu entwickelnden Quartiers, bindet darüber hinaus aber auch innovative und nachhaltige Lösungen bis hin zur klimaneutralen Siedlung ein. Dadurch entstehen neue attraktive und lukrative Wohn- und Gewerbeflächen sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum. Wir verfahren nach dem Motto „Zufriedene Kunden sind unser Antrieb“. Dabei verstehen wir uns als zuverlässiger und kompetenter Partner für die Energiewende in Südhessen.

Interview: Corinna Heinicke

Niedermaier, Andreas
Andreas Niedermaier ist Vorstand Personal und Infrastruktur bei der ENTEGA AG in Darmstadt. Im Unternehmen ist er bereits seit 2003; ENTEGA firmierte damals als HSE AG. Der gelernte Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister verfügt zudem über langjährige Arbeitserfahrung als Schweißer und Obermonteur.

https://www.entega.ag
https://www.e-netz-suedhessen.de
Dieses Interview ist in der Augabe Juli/August 2020 von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Unternehmen, ENTEGA, e-Netz Südhessen, Baulandentwicklung, Andreas Niedermaier

Bildquelle: ENTEGA

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