Samstag, 24. Oktober 2020

WindNODE:
Blick auf kluge Stromversorgung


[13.10.2020] Vier Jahre lang hat das WindNODE-Konsortium an der Integration volatiler Erzeuger in das Energiesystem geforscht. Nun zieht es eine Bilanz: Zahlreiche Praxisbeispiele haben verdeutlich, dass der aktuelle Rechtsrahmen keine tragfähige Grundlage für 100 Prozent Erneuerbare darstellt.

Das WindNODE-Konsortium traf sich bei der WEMAG in Schwerin zur Projektbilanz. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgelegte Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende" (SINTEG) zielt darauf ab, in großflächigen Schaufensterregionen skalierbare Musterlösungen für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung bei hohen Anteilen fluktuierender Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie zu entwickeln und zu demonstrieren. Die gefundenen Lösungen sollen als Modell für eine breite Umsetzung dienen. In den vergangenen vier Jahren haben über 70 Partner in ganz Ostdeutschland im SINTEG-Vorhaben WindNODE gemeinsam an der Integration volatiler, erneuerbarer Erzeuger in das Energiesystem geforscht. Aus Mecklenburg-Vorpommern waren die WEMAG, die Universität Rostock und das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) beteiligt. Wie das Unternehmen WEMAG mitteilt, ist demnach ein elektrisches Energiesystem mit 100 Prozent Erneuerbaren technisch möglich, steht aber im geltenden energierechtlichen Rahmen vor erheblichen Herausforderungen.
Die WindNODE-Partner aus Mecklenburg-Vorpommern präsentierten Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die Arbeits- und Forschungsergebnisse aus der vierjährigen Projekttätigkeit. Zudem diskutierten sie die nächsten Schritte: Reallabore der Energiewende, regulatorische Experimentierklauseln, Wasserstoff als Energieträger der Zukunft und 100 Prozent erneuerbare Energien. „Das Netzgebiet der WEMAG weist bereits heute mit über 150 Prozent eine deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegende EEG-Quote auf. Damit ist unsere Region bestens geeignet, aber auch gefordert, neue Lösungen zu entwickeln und zu erproben", sagt Caspar Baumgart, Kaufmännischer Vorstand der WEMAG. Ziel von WindNODE ist es laut WEMAG, erneuerbaren Strom zur rechten Zeit am rechten Ort nutzbar zu machen – mit dem Ziel, Musterlösungen für ein elektrisches Energiesystem mit 100 Prozent Erneuerbaren zu entwickeln. Dafür bedarf es flexibler Stromkunden, die ihren Verbrauch buchstäblich nach dem Wetterbericht ausrichten und dann erneuerbaren Strom beziehen können, wenn er vorhanden ist. So könne beispielsweise eine Fabrik einen Teil ihrer Produktion in eine Zeit verlegen, in der eine kräftige Windfront über das Land zieht, und im Gegenzug Geld sparen. WindNODE als Schaufenster für intelligente Energie aus dem Nordosten Deutschlands habe an vielen Praxisbeispielen verdeutlicht, dass der aktuelle Rechtsrahmen keine tragfähige Grundlage für 100 Prozent Erneuerbare und deren Integration in das Energiesystem darstellt. (ur)

https://www.wemag.com

Stichwörter: Windenergie, WEMAG, WindNODE, SINTEG

Bildquelle: WEMAG / Stephan Rudolph-Kramer

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Windenergie

Ausschreibungen: Erneute Unterzeichnung
[5.10.2020] Bei der aktuellen Ausschreibung für Windenergie an Land wurde das Volumen wieder nicht erreicht. Der Bundesverband Windenergie fordert deshalb, dass die nicht bezuschlagten Mengen erneut ausgeschrieben werden müssen. mehr...
Stromverbrauch: Erneuerbare decken 48 Prozent
[28.9.2020] Das ZSW und der BDEW haben aktuelle Berechnungen zum Bruttoinlandsstromverbrauch in den ersten drei Quartalen 2020 vorgelegt. Demnach deckten erneuerbare Energien rund 48 Prozent ab. mehr...
Stadtwerke Tübingen: VSB übernimmt Windpark-Nachrüstung
[23.9.2020] Die Stadtwerke Tübingen haben die VSB Gruppe mit der Nachrüstung der Bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung für 13 Windparks mit 90 MW Leistung beauftragt. mehr...
EnBW: Windpark-Zukäufe in Ostdeutschland
[17.9.2020] Die EnBW erweitert mit dem Kauf bestehender Windkraftanlagen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg ihr Portfolio. Zudem ist die Inbetriebnahme von bundesweit insgesamt neun Windkraftanlagen mit 33,5 Megawatt aus eigener Entwicklung bis Ende des Jahres geplant. mehr...
EnBW kauft in Sachsen-Anhalt und Brandenburg weitere Windkraftanlagen hinzu.
Windpark Wilstedt: Schall-Studie veröffentlicht
[9.9.2020] Das Forschungsprojekt TremAc hat die Auswirkungen von Infraschall und Bodenerschütterungen durch Windenergieanlagen untersucht. Als Langzeit-Forschungsobjekt diente der Windpark Wilstedt bei Bremen. mehr...
Eine Studie kann keinen Zusammenhang zwischen akustischen oder seismischen Wellen und körperlichen oder psychischen Beschwerden durch Windkraftanlagen feststellen.

Suchen...

 Anzeige

 Anzeige

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2020
stadt+werk, Sonderheft Juni 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Windenergie:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen