Montag, 12. April 2021

Grüner Wasserstoff:
Weltweit große Kostenunterschiede


[10.12.2020] Die Kosten für die Herstellung von grünem Wasserstoff weisen weltweit eine hohe Bandbreite auf. Das zeigen Analysen des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI). Insbesondere die Transportkosten sind überall hoch.

CO2-armer Wasserstoff gilt als zentraler Baustein der Energiewende – aber auch als teuer. Diesem Thema widmen jetzt sich zwei neue Veröffentlichungen des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität zu Köln. Daraus geht hervor, dass die Wasserstoffherstellung per Elektrolyse durch die schlechteren Potenziale für erneuerbare Energien an den besten Wind- oder Solarstandorten der Welt rund 40 Prozent günstiger ist als in Deutschland (mit Strom aus Windkraftanlagen auf See). Allerdings fallen für den Import nach Deutschland erhebliche Transportkosten an, die im Falle des Schifftransports etwa in derselben Größenordnung liegen wie die Herstellungskosten. Insgesamt ist der Import von grünem Wasserstoff – je nach Szenario – nur dann günstiger als die heimische Herstellung, wenn dieser über umgewidmete Erdgas-Leitungen aus Ländern mit hohem Solar- oder Windpotenzial eingeführt werden kann. In dem Fall würde der Vorteil geringerer Erzeugungskosten im Ausland, zum Beispiel in Spanien oder Norwegen, den Nachteil höherer Transportkosten nach Deutschland in Summe leicht überwiegen.
Im Forschungspapier „Estimating Long-Term Global Supply Costs for Low-Carbon Hydrogen" haben die Autoren Szenarien zur Entwicklung der langfristigen Bereitstellungskosten von CO2-armem Wasserstoff in 90 Ländern berechnet. Im EWI Policy Brief „Wasserstoff: Bezugsoptionen für Deutschland" geht es um Folgerungen für Deutschland. Außerdem stellt das EWI ein Excel-Tool zur Verfügung, das es ermöglicht, Wasserstoffproduktions- und Importkosten für verschiedene Länder zu ermitteln. Zumindest im kommenden Jahrzehnt ist demnach der so genannte blaue Wasserstoff voraussichtlich günstiger als grüner. Blauer Wasserstoff wird aus fossilem Erdgas hergestellt. Das anfallende CO2 wird dabei weitgehend via Carbon Capture and Storage (CCS) abgeschieden und gespeichert, sodass sich Treibhausgase größtenteils vermeiden lassen. Allerdings sind CCS-Anwendungen unter der geltenden Rechtslage in Deutschland praktisch ausgeschlossen. (ur)

Die vollständigen Analysen sowie ein Excel-Tool finden sich hier zum Download. (Deep Link)
https://www.ewi.uni-koeln.de

Stichwörter: Energiespeicher, Wasserstoff, EWI



Druckversion    PDF     Link mailen


swsh2104

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energiespeicher

Power-to-Gas: Ausbau größter süddeutsche Anlage
[21.12.2020] Die größte Power-to-Gas-Anlage in Süddeutschland wird ausgebaut. Damit wird im baden-württembergischen Grenzach-Wyhlen der Markthochlauf der grünen Wasserstoff-Technologie vorangetrieben. mehr...
Die industrielle Power-to-Gas-Anlage am Wasserkraftwerk in Grenzach-Wyhlen wird erweitert.
Trianel: Hamm wird Wasserstoffcluster
[10.12.2020] Die Stadt Hamm wird Wasserstoffcluster. Projektpartner ist Trianel. Gestartet werden soll mit einer großtechnischen Elektrolyseanlage mit bis zu 20 MW. mehr...
Für Hamm wurde eine Absichtserklärung zur Errichtung eines Wasserstoffclusters unterzeichnet.
MAN Energy Solutions: NRW fördert Speicherlösung
[26.11.2020] Das Bundesland Nordrhein-Westfalen investiert in die Entwicklung der elektrothermischen Energiespeicherlösung MAN ETES 200.000 Euro. mehr...
Der HOFIM-Turbokompressor generiert als Herzstück des ETES-Systems die Wärme.
Wasserstoffspeicher: Norddeutsche Salzstöcke geeignet
[20.11.2020] In einem künftigen Energiesystem braucht es große Wasserstoffspeicher. Dafür könnten norddeutsche Salzlagerstätten geeignet sein, sagen Wissenschaftler. mehr...
In Salzgesteine lassen sich relativ einfach große und stabile Kavernen bauen, wie diese in der Salzmine Salina Slănic in Rumänien.
ENTEGA: Quartierspeicher für Groß-Umstadt
[27.10.2020] Der Energieversorger ENTEGA hat sein neues Produkt „ENTEGA Quartierspeicher komplett“ in einer Solarsiedlung in Groß-Umstadt installiert. Die Bewohner können Speicherkapazität mieten und so die Auflagen des Bebauungsplans einhalten. mehr...
Der Quartierspeicher in Groß-Umstadt ist in Betrieb.

Suchen...

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2021
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2021
stadt+werk, Ausgabe 11/12 2020
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Energiespeicher:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen