Sonntag, 24. Oktober 2021

Grüner Wasserstoff:
Weltweit große Kostenunterschiede


[10.12.2020] Die Kosten für die Herstellung von grünem Wasserstoff weisen weltweit eine hohe Bandbreite auf. Das zeigen Analysen des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI). Insbesondere die Transportkosten sind überall hoch.

CO2-armer Wasserstoff gilt als zentraler Baustein der Energiewende – aber auch als teuer. Diesem Thema widmen jetzt sich zwei neue Veröffentlichungen des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität zu Köln. Daraus geht hervor, dass die Wasserstoffherstellung per Elektrolyse durch die schlechteren Potenziale für erneuerbare Energien an den besten Wind- oder Solarstandorten der Welt rund 40 Prozent günstiger ist als in Deutschland (mit Strom aus Windkraftanlagen auf See). Allerdings fallen für den Import nach Deutschland erhebliche Transportkosten an, die im Falle des Schifftransports etwa in derselben Größenordnung liegen wie die Herstellungskosten. Insgesamt ist der Import von grünem Wasserstoff – je nach Szenario – nur dann günstiger als die heimische Herstellung, wenn dieser über umgewidmete Erdgas-Leitungen aus Ländern mit hohem Solar- oder Windpotenzial eingeführt werden kann. In dem Fall würde der Vorteil geringerer Erzeugungskosten im Ausland, zum Beispiel in Spanien oder Norwegen, den Nachteil höherer Transportkosten nach Deutschland in Summe leicht überwiegen.
Im Forschungspapier „Estimating Long-Term Global Supply Costs for Low-Carbon Hydrogen" haben die Autoren Szenarien zur Entwicklung der langfristigen Bereitstellungskosten von CO2-armem Wasserstoff in 90 Ländern berechnet. Im EWI Policy Brief „Wasserstoff: Bezugsoptionen für Deutschland" geht es um Folgerungen für Deutschland. Außerdem stellt das EWI ein Excel-Tool zur Verfügung, das es ermöglicht, Wasserstoffproduktions- und Importkosten für verschiedene Länder zu ermitteln. Zumindest im kommenden Jahrzehnt ist demnach der so genannte blaue Wasserstoff voraussichtlich günstiger als grüner. Blauer Wasserstoff wird aus fossilem Erdgas hergestellt. Das anfallende CO2 wird dabei weitgehend via Carbon Capture and Storage (CCS) abgeschieden und gespeichert, sodass sich Treibhausgase größtenteils vermeiden lassen. Allerdings sind CCS-Anwendungen unter der geltenden Rechtslage in Deutschland praktisch ausgeschlossen. (ur)

Die vollständigen Analysen sowie ein Excel-Tool finden sich hier zum Download. (Deep Link)
https://www.ewi.uni-koeln.de

Stichwörter: Energiespeicher, Wasserstoff, EWI



Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

hb2110

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energiespeicher

Energiespeicherung: Hybrides Flaggschiff Bericht
[13.10.2021] Die Stadtwerke Bielefeld haben innerhalb von nur anderthalb Jahren einen innovativen Hybridspeicher im Megawattbereich realisiert. Das System kann auf Frequenzschwankungen im Netz sekundenschnell reagieren und leistet zudem einen Beitrag zum Klimaschutz. mehr...
Einer von insgesamt drei Batterieräumen des Megawatt-Hybridspeichers.
Emscher-Lippe: Regional-Roadmap für Wasserstoff
[24.9.2021] Für die Region Emscher-Lippe wurde ein regionales Umsetzungskonzept für H2-Mobilität vorgestellt. mehr...
Vorstellung des regionalen Umsetzungskonzeptes für H2-Mobilität.
Westfalen Weser: Wasserstoff auf dem Vormarsch
[21.9.2021] Bundesumweltministerin Svenja Schulze informierte sich über Wasserstoffprojekte bei Westfalen Weser in Kirchlengern. mehr...
Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit den Geschäftsführern von Westfalen Weser.
Stadtwerke Rostock: Neuer Großspeicher für Wärmewende
[3.9.2021] Auf ihrem Betriebsgelände in Marienehe errichten die Stadtwerke Rostock einen 45 Millionen Liter fassenden Wärmespeicher. Er soll auch die Wärme einer noch zu errichtenden Power-to-Heat-Anlage aufnehmen. mehr...
Der neue Speicher der Stadtwerke Rostock kann 45 Millionen Liter Wasser aufnehmen.
Baden-Württemberg: Modellregion grüner Wasserstoff
[18.8.2021] Das Projekt Hy-FIVE wurde vom Land Baden-Württemberg unter insgesamt sieben Bewerbungen ausgewählt und wird in den kommenden Jahren mit bis zu 33 Millionen Euro gefördert. Das Projekt ist im Rahmen des Förderaufrufs des Landes für die Realisierung eines Demonstrationsprojekts Modellregion Grüner Wasserstoff entstanden. mehr...
Das Projekt Hy-FIVE wurde vom Land Baden-Württemberg unter insgesamt sieben Bewerbungen ausgewählt und in den kommenden Jahren mit bis zu 33 Millionen Euro gefördert.

Suchen...

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 9/10 2021
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2021
stadt+werk, Ausgabe Sonderheft 2021
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2021

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Energiespeicher:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen