Samstag, 31. Juli 2021

Merseburg:
Abwärme für 8.000 Wohnungen


[10.12.2020] Nach einer mehrjährigen Planungs- und Bauphase fließt seit dem 7. Dezember 2020 umweltfreundlich gewonnene Abwärme in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Merseburg.

v.l.: Hansjörg Roll, MVV-Technikvorstand, und Guido Langer, Geschäftsführer der Stadtwerke Merseburg, beim Betätigen des Startknopfs in der Wärmeübergabestation. Am 7. Dezember 2020 wurde das Zukunftsprojekt „Umweltfreundliche Fernwärme für Merseburg“ in Betrieb genommen. Gemeinsam mit Hansjörg Roll, Mitglied des Vorstands des Mannheimer Energieunternehmens MVV, betätigte Guido Langer, Geschäftsführer der Stadtwerke Merseburg, den Startknopf. Wie die beiden Unternehmen berichten, wird nun in das über 40 Kilometer lange Fernwärmenetz der Stadtwerke Merseburg, welches 8.000 Wohnungen sowie zahlreiche öffentliche Gebäude und Unternehmen mit Wärme versorgt, Abwärme aus der von MVV betriebenen Thermischen Restabfallbehandlungs- und Energieerzeugungsanlage (TREA) Leuna eingespeist. Dadurch können die Stadtwerke in beträchtlichem Umfang auf die Wärmeproduktion in eigenen Anlagen und auf einen Großteil des Einsatzes fossiler Energieträger verzichten. Das bedeutet laut den beiden Unternehmen eine Einsparung von bis zu 16.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Möglich wurde das Vorhaben durch ein völlig neues Rauchgasreinigungskonzept, das die MVV entwickelt, in kleineren Anlagen erprobt und erstmals in Merseburg großtechnisch zum Einsatz gebracht habe. Hierdurch werde zusätzliche Abwärme nutzbar und könne aus dem Rauchgasstrom ausgekoppelt in das Fernwärmenetz eingespeist werden.
Das Vorhaben werde in großem Umfang aus Mitteln des Bundes gefördert. So wurde der erste Umbau einer Abgaslinie aus dem Umweltinnovationsprogramm und der Bau der sonstigen Anlagen zur Wärmeauskopplung und der Fernwärmetransportleitungen aus dem KfW-Programm 494 zur Nutzung von Abwärme gefördert. Ohne diese Mittel wäre eine Realisierung wirtschaftlich wohl nicht umsetzbar gewesen, heißt es vonseiten der Projektpartner. Während der knapp zweijährigen Bauphase haben beide Unternehmen insgesamt rund 20 Millionen Euro in das Vorhaben investiert. Die Rauchgasreinigungsanlagen der beiden Verbrennungslinien mussten umgebaut und um zusätzliche Wärmeübertrager ergänzt werden. Um die Wärme künftig nach Merseburg transportieren zu können, wurden zwei neue Fernwärmetrassen DN 250 mit einer Gesamtlänge von 3,2 Kilometern unter teilweise sehr schwierigen Bedingungen verlegt. Künftig werden bis zu 50 Prozent der Fernwärmenetzeinspeisung der Stadtwerke Merseburg aus umweltfreundlicher Abwärme gedeckt. Jährlich können in den Kraftwerken somit rund 80 Millionen Kilowattstunden Erdgas, die zur Erzeugung von Wärme und Strom eingesetzt wurden, eingespart werden. (ur)

https://www.mvv.de
https://www.stadtwerke-merseburg.de

Stichwörter: Fernwärme, MVV Energie, Merseburg, Stadtwerke Merseburg, Abwärme

Bildquelle: Stadtwerke Merseburg

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Fernwärme

AGFW: Plattform für grüne Fernwärme
[16.7.2021] Der AGFW startet eine neue Plattform für grüne Fernwärme. Sie soll helfen, die Wärmewende klimafreundlich zu gestalten. mehr...
Der AGFW startet eine Plattform für grüne Fernwärme.
Mainova: Rechner-Abwärme für Westville
[12.7.2021] Mainova hat mit Partnern ein innovatives Wärmekonzept im künftigen Wohnquartier Westville vorgestellt. Die geplanten rund 1.300 Neubauwohnungen sowie Gewerbeeinheiten werden künftig zu mindestens 60 Prozent aus der Abwärme des benachbarten Rechenzentrums versorgt. mehr...
Zwei exemplarische Wärmetransportrohre beim Startschuss des innovativen Wärmekonzepts im künftigen Wohnquartier Westville.
Stadtwerke Hanau / Mainova: Gemeinsam mit Fernwärme
[5.7.2021] Die Stadtwerke Hanau und Mainova haben eine gemeinsame Gesellschaft zur Fernwärmeversorgung gegründet. Kernstück wird ein 30 MW leistendes BHKW sein. mehr...
Modell des auf dem Areal der ehemaligen Großauheim-Kaserne geplanten modernen Gasmotoren-Blockheizkraftwerks.
Interview: Grüne Fernwärme für Berlin Interview
[16.6.2021] Der Berliner Energieversorger BTB setzt beim Ausbau seines Anlagenparks für die Fernwärme auf innovative KWK-Systeme. stadt+werk sprach mit Geschäftsführer David Weiblein über das Projekt mit Flusswasser-Wärmepumpen und die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung. mehr...
BTB-Innovationsstandort in Berlin Adlershof.
Flensburg: Fünf Jahre Fernwärme für Padborg
[7.6.2021] Der größte Fernwärmekunde der Stadtwerke Flensburg, die dänische Gemeinde Padborg, hat den Liefervertrag um fünf Jahre verlängert. mehr...
Mit Investitionen in neue Kessel sichern die Stadtwerke Flensburg weiterhin die Belieferung ihres dänischen Kunden.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 7/8 2021
stadt+werk, Ausgabe Sonderheft 2021
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2021
stadt+werk, Ausgabe 3/4 2021

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Fernwärme:
Savosolar GmbH
22761 Hamburg
Savosolar GmbH
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen