Sonntag, 24. Januar 2021

Merseburg:
Abwärme für 8.000 Wohnungen


[10.12.2020] Nach einer mehrjährigen Planungs- und Bauphase fließt seit dem 7. Dezember 2020 umweltfreundlich gewonnene Abwärme in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Merseburg.

v.l.: Hansjörg Roll, MVV-Technikvorstand, und Guido Langer, Geschäftsführer der Stadtwerke Merseburg, beim Betätigen des Startknopfs in der Wärmeübergabestation. Am 7. Dezember 2020 wurde das Zukunftsprojekt „Umweltfreundliche Fernwärme für Merseburg“ in Betrieb genommen. Gemeinsam mit Hansjörg Roll, Mitglied des Vorstands des Mannheimer Energieunternehmens MVV, betätigte Guido Langer, Geschäftsführer der Stadtwerke Merseburg, den Startknopf. Wie die beiden Unternehmen berichten, wird nun in das über 40 Kilometer lange Fernwärmenetz der Stadtwerke Merseburg, welches 8.000 Wohnungen sowie zahlreiche öffentliche Gebäude und Unternehmen mit Wärme versorgt, Abwärme aus der von MVV betriebenen Thermischen Restabfallbehandlungs- und Energieerzeugungsanlage (TREA) Leuna eingespeist. Dadurch können die Stadtwerke in beträchtlichem Umfang auf die Wärmeproduktion in eigenen Anlagen und auf einen Großteil des Einsatzes fossiler Energieträger verzichten. Das bedeutet laut den beiden Unternehmen eine Einsparung von bis zu 16.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Möglich wurde das Vorhaben durch ein völlig neues Rauchgasreinigungskonzept, das die MVV entwickelt, in kleineren Anlagen erprobt und erstmals in Merseburg großtechnisch zum Einsatz gebracht habe. Hierdurch werde zusätzliche Abwärme nutzbar und könne aus dem Rauchgasstrom ausgekoppelt in das Fernwärmenetz eingespeist werden.
Das Vorhaben werde in großem Umfang aus Mitteln des Bundes gefördert. So wurde der erste Umbau einer Abgaslinie aus dem Umweltinnovationsprogramm und der Bau der sonstigen Anlagen zur Wärmeauskopplung und der Fernwärmetransportleitungen aus dem KfW-Programm 494 zur Nutzung von Abwärme gefördert. Ohne diese Mittel wäre eine Realisierung wirtschaftlich wohl nicht umsetzbar gewesen, heißt es vonseiten der Projektpartner. Während der knapp zweijährigen Bauphase haben beide Unternehmen insgesamt rund 20 Millionen Euro in das Vorhaben investiert. Die Rauchgasreinigungsanlagen der beiden Verbrennungslinien mussten umgebaut und um zusätzliche Wärmeübertrager ergänzt werden. Um die Wärme künftig nach Merseburg transportieren zu können, wurden zwei neue Fernwärmetrassen DN 250 mit einer Gesamtlänge von 3,2 Kilometern unter teilweise sehr schwierigen Bedingungen verlegt. Künftig werden bis zu 50 Prozent der Fernwärmenetzeinspeisung der Stadtwerke Merseburg aus umweltfreundlicher Abwärme gedeckt. Jährlich können in den Kraftwerken somit rund 80 Millionen Kilowattstunden Erdgas, die zur Erzeugung von Wärme und Strom eingesetzt wurden, eingespart werden. (ur)

https://www.mvv.de
https://www.stadtwerke-merseburg.de

Stichwörter: Fernwärme, MVV Energie, Merseburg, Stadtwerke Merseburg, Abwärme

Bildquelle: Stadtwerke Merseburg

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Fernwärme

STEAG: Grubenwasser für Fernwärmenetz
[22.1.2021] STEAG will für die Fernwärmeversorgung der saarländischen Gemeinden Camphausen und Sulzbach Abwärme aus Grubenwasser erschließen. mehr...
Kann auch mit Grubengas befeuert werden: BHKW der STEAG-Anlage in Camphausen.
STEAG Fernwärme: CO2-Bonus für Neukunden
[15.1.2021] STEAG Fernwärme bietet Neukunden in Essen, Bottrop und Gelsenkirchen künftig einen CO2-Bonus an. Dieser kann bis zu 1.500 Euro betragen. mehr...
enercity: Nachhaltige Wärme in Rothenburgsort
[11.1.2021] enercity liefert nun nachhaltig erzeugte Wärme nach Hamburg-Rothenburgsort. Genutzt wird dazu Industriewärme von Kupferproduzent Aurubis. Diese ist fast CO2-frei. mehr...
Durch die Energiezentrale Oberhafen und die neu gebaute Fernwärme-Leitung kann Hamburg-Rothenburgsort seit Beginn des Jahres 2021 mit nachhaltiger Industrieabwärme versorgt werden.
Stadtwerke Lüdenscheid: Wärmenetz übernommen
[22.12.2020] Die Stadtwerke Lüdenscheid übernehmen die Fernwärmeversorgung in Lüdenscheid-Wehberg von der Fernwärmeversorgung Niederrhein. 320 Kunden werden davon mit 15 Gigawatt Wärme pro Jahr versorgt. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde am 17. Dezember 2020 in Lüdenscheid unterzeichnet. mehr...
Das Fernwärmeheizkraftwerk Lüdenscheid-Wehberg wird nun von den Stadtwerken Lüdenscheid betrieben.
Dresden: Elbdüker für Fernwärme in Betrieb
[14.12.2020] Die DREWAG hat für ihre neue Fernwärmetrasse in Dresden einen Elbdüker verlegt. Dieser ist nun offiziell in Betrieb und ermöglicht eine zweite Elbquerung für die Fernwärme. mehr...
Vorstand und Geschäftsführer der DREWAG, Frank Brinkmann (links) und Netzmeister DREWAG NETZ Jens Wünsch, bei der Inbetriebnahme des Dükers.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 1/2 2021
stadt+werk, Ausgabe 11/12 2020
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Fernwärme:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
Savosolar GmbH
22761 Hamburg
Savosolar GmbH

Aktuelle Meldungen