Freitag, 1. Juli 2022

Fraunhofer IEG / STAWAG:
Tiefe Geothermie für Aachen


[19.2.2021] Wie viel geothermische Energie in der Aachener Region steckt, wollen jetzt die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG und die STAWAG herausfinden. Das Ziel: Mehr klimafreundliche Wärme für Aachen.

Die Aachener Stadtwerke STAWAG wollen gemeinsam mit der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG mehr klimafreundliche Wärme gewinnen. Hierfür soll Wärme aus der Tiefe geholt und in das Aachener Wärmenetz eingespeist werden. Wie das Fraunhofer IEG mitteilt, haben die beiden Partner nun eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die die Grundlage für die gemeinsame Forschung und Entwicklung bilde. „Rechnerisch erzeugen wir schon heute die gesamte Menge des Stromverbrauchs der Aachener Haushalte und kleineren Gewerbebetriebe in eigenen Ökostromanlagen. Jetzt gilt es, auch die Wärmeversorgung auf grün zu stellen", erläutert STAWAG-Vorstand Christian Becker. Bislang wird der größte Teil der Aachener Nah- und Fernwärme aus der Abwärme des Kohlekraftwerks Weisweiler bezogen, heißt es in der Meldung der Fraunhofer IEG weiter. Diese soll bis 2030 durch hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbare Energien wie Geothermie ersetzt werden. Auch solarthermische Projekte und innovative Nahwärmekonzepte stehen auf der Agenda der STAWAG. „Wärme ist die halbe Energiewende", unterstreicht Rolf Bracke, Leiter der IEG. Eine Technologie, die wesentlich dazu beitragen kann, sei die hydrothermale Geothermie, die heißes Wasser aus dem tiefen Untergrund als Wärmequelle nutzt. Wie viel geothermische Energie in der Aachener Region steckt, wolle man nun gemeinsam mit der STAWAG klären.
STAWAG und Fraunhofer IEG wollen laut der Meldung bald in einem Aufsuchungsfeld im Aachener Nordosten mit der wissenschaftlichen Voruntersuchung beginnen. Erstes Ziel sei es, die vielversprechendsten Gesteinsschichten in einer Tiefe von drei bis fünf Kilometer zu kartieren und Hinweise auf darin fließendes Thermalwasser mit Temperaturen von über 100 Grad Celsius zu finden. Dazu könnten Echolot-Verfahren und Explorationsbohrungen dienen. Ihre Ideen für Aachen haben die beiden Partner auch schon im Förderaufruf Sofortprogramm Plus der Zukunftsagentur Rheinisches Revier vorgestellt und sind dafür im vergangen Jahr mit dem 2. Stern ausgezeichnet worden. Außerdem beteiligen sie sich gemeinsam mit der Stadt Aachen am laufenden Förderwettbewerb Wärme aus Tiefengeothermie für NRW zur klimafreundlichen Umstellung kommunaler Wärmeversorgungen. (ur)

https://www.ieg.fraunhofer.de
https://www.stawag.de

Stichwörter: Geothermie, STAWAG, Fraunhofer IEG, Aachen



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Geothermie

Hamburg: Kohleausstieg dank Abwärme und Elbe
[23.6.2022] Der Hamburger Kohleausstieg soll mit Energie aus der Bille und Elbe mittels Flusswärmepumpen und Abwärme gelingen. mehr...
Der Energiepark Tiefstack aus der Luft.
Fraunhofer IEG: 75 Prozent Wärme durch Geothermie
[10.6.2022] Erdwärmepumpen können Deutschland zu drei Viertel mit Wärme versorgen, so eine Studie der Fraunhofer-Einrichtung für Energie-Infrastrukturen und Geothermie. mehr...
Freiburg im Breisgau: Bürger stimmen für Erdwärmeprojekt
[30.5.2022] Das Vorhaben „Erdwärme Breisgau“ von badenovaWÄRMEPLUS stößt auf Zustimmung der Betroffenen. Mit klarer Mehrheit begrüßte der eigens gegründete Bürgerschaftsrat die Umsetzung des geplanten Geothermieprojekts. mehr...
Essen: Gesamtschule wird klimaneutral
[25.5.2022] In Essen starten diese Woche Probebohrungen für die Wärmeerzeugung mittels Geothermie. Die Wärme soll dazu beitragen, die Gesamtschule Altenessen-Süd klimaneutral zu machen. mehr...
Visualisierung für den Neubau der Gesamtschule Altenessen-Süd.
LIAG: Geothermie gegen Gaskrise
[4.5.2022] Eine Studie des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik empfiehlt den sofortigen Ausbau der Ökowärme mit Geothermie, um unabhängiger von Erdgasimporten zu werden. mehr...
Geothermiebohrung: Studie empfielt Erdwärme als Ersatz für fossile Brennstoffe in der Wärmeversorgung.

Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 5/6 2022
stadt+werk, Ausgabe 3/4 2022
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2022
stadt+werk, Ausgabe 11/12 2021

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Savosolar GmbH
22761 Hamburg
Savosolar GmbH
VOLTARIS GmbH
67133 Maxdorf
VOLTARIS GmbH
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen