Mittwoch, 22. September 2021

Hamburg-Wilhelmsburg:
Erdwärme aus 3.500 Metern Tiefe


[25.2.2021] Hamburg-Wilhelmsburg soll mit Erdwärme aus bis zu 3.500 Metern Tiefe versorgt werden. Die Freie und Hansestadt will damit neue Wege bei der Wärmewende gehen.

Schema der geothermischen Versorgung für Hamburg-Wilhelmsburg. Die städtische Entwicklungsgesellschaft IBA Hamburg und das Versorgungsunternehmen Hamburg Energie wollen den Stadtteil Wilhelmsburg in Zukunft klimafreundlich heizen. Denn an die zukünftige Wärmeversorgung der Quartiere der IBA Hamburg in Wilhelmsburg sind hinsichtlich Klima- und Umweltschutz hohe Anforderungen gestellt: Die Energie soll zu 100 Prozent erneuerbar im Stadtteil produziert werden. Das berichten die beiden Projektpartner. Basis der klimafreundlichen Versorgung der Quartiere Wilhelmsburger Rathausviertel, Elbinselquartier und Spreehafenviertel durch Hamburg Energie, sei die Nutzung natürlicher Erdwärme. Dazu werde eine Geothermie-Anlage im Wilhelmsburger Hafengebiet errichtet, die heißes Thermalwasser aus einer Tiefe von bis zu 3.500 Metern nach oben holt. Über Wärmetauscher werde die Energie dem Wasser entzogen und in das dezentrale Nahwärmenetz eingespeist. Das abgekühlte Wasser wird laut den Projektpartnern zurück in die Erde geleitet. Perspektivisch soll die gesamte Elbinsel von der klimafreundlichen, zuverlässigen und sicheren Energieerzeugung profitieren.
Die geplante Geothermie-Anlage ist das Herzstück des Projekts IW3 – Integrierte Wärmewende Wilhelmsburg, ein vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes Reallabor der Energiewende, das zur Blaupause für die umweltfreundliche Versorgung mit Erdwärme in Norddeutschland werden soll. Nach umfangreichen Voruntersuchungen über die vergangenen zehn Jahre, soll die Bohrung in Wilhelmsburg in diesem Jahr beginnen. „Mit dem Pilotprojekt wollen wir neue Erkenntnisse gewinnen auch für andere Tiefengeothermie-Standorte in Hamburg und in der Region", erklärt Hamburgs Senator Jens Kerstan, Präses der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft. „Wir etablieren erstmals eine zuverlässige wie bezahlbare Erdwärmeversorgung, die für alle ein Gewinn ist: für die Menschen, die in den Quartieren wohnen ebenso wie für unsere Stadt und das Klima. Ökowärme ist neben unserem Ökostromangebot ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung", sagt Michael Prinz, Geschäftsführer von Hamburg Energie. (ur)

https://www.hamburgenergie.de
https://www.iba-hamburg.de

Stichwörter: Geothermie, Hamburg-Wilhelmsburg, IBA Hamburg, Hamburg Energie

Bildquelle: BMWi/ / Hamburg Energie

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Geothermie

Leicon: Spezialist für kalte Nahwärme
[6.8.2021] Ein Gemeinschaftsunternehmen von LeineNetz und Avacon Natur will Quartiere CO2-neutral machen. Die neue Firma Leicon setzt dabei auf eine spezielle Geothermie-Variante. mehr...
Ismaning: Zehn Jahre Geothermie
[13.7.2021] Vor zehn Jahren hat die Gemeinde Ismaning ihr kommunales Geothermie-Projekt gestartet, aus der die Wärmeversorgung Ismaning (WVI) hervorgegangen ist. Anlass genug, um einen Rückblick auf das Projekt zu werfen. mehr...
Der Bohrturm im Sommer 2012.
NRW : Masterplan Geothermie gefordert
[7.6.2021] In einem Antrag an den Bundesrat zur Änderung des Klimaschutzgesetzes fordert das Land NRW eine umfassende Förderung der Geothermie und einen Masterplan für Deutschland. mehr...
Wärmepumpen, hier Rück- und Vorlauf einer Geothermieanlage, sollen eine entscheidende Rolle bei der Wärmewende in NRW spielen.
GeoTHERM: Als Avatar über die Messe streifen
[30.4.2021] Ein digitales Erlebnis der besonderen Art bietet vom 24. bis 25. Juni 2021 die GeoTHERM expo & congress: Besucher und Aussteller können sich als Avatar durch die Messehallen bewegen und dabei miteinander interagieren. mehr...
badenova: Potenziale der Geothermie am Oberrhein
[29.4.2021] Das badenova-Tochterunternehmen WÄRMEPLUS will das Potenzial für Tiefe Geothermie in der Region rund um Freiburg untersuchen und hat hierfür nun die entsprechende Aufsuchungserlaubnis erhalten. mehr...

Suchen...

 Anzeige

 Anzeige

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 9/10 2021
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2021
stadt+werk, Ausgabe Sonderheft 2021
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2021

GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH
A/V/E GmbH
06112 Halle (Saale)
A/V/E GmbH
rku.it GmbH
44629 Herne
rku.it GmbH

Aktuelle Meldungen