Donnerstag, 13. Mai 2021

Reallabor:
Förderbescheid für Norddeutschland


[19.4.2021] Das Verbundprojekt Norddeutsche Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein erprobt großflächig die Sektorkopplung und Wasserstoff. Die Gesamtinvestition liegt bei 300 Millionen Euro, davon kommen rund 52 Millionen Euro vom Bund.

Mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik geht jetzt das länderübergreifende Verbundprojekt Norddeutsches Reallabor (NRL) an den Start. Wie die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAAW) Hamburg mitteilt, will die Allianz den nächsten großen Schritt zur Klimaneutralität über alle Sektoren hinweg ermöglichen. Dazu werden in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein in 25 Projekten 18 große Anlagen für die Sektorkopplung errichtet. Sie sollen im gesamtsystemischen Ansatz des NRL die ganzheitliche Transformation des Energiesystems erproben. Der Fokus liege auf der Nutzung von grünem Wasserstoff als Energieträger für Industrie, Wärme und Verkehr sowie auf energieeffizienten Quartieren, insbesondere im Wärmebereich. Ziel des fünfjährigen Projekts sei es, bislang eingesetzte fossile Energieträger durch CO2-freie Alternativen zu ersetzen. Der Einsatz von grünem Wasserstoff soll dabei in den vielfältigen Nutzungspfaden umfassend demonstriert werden. Rund 500.000 Tonnen CO2 sollen jährlich bereits im Projekt eingespart werden, perspektivisch über eine Million Tonnen. Zum Start des NRL hat Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, in einer digitalen Auftaktveranstaltung den Förderbescheid für die Reallabore der Energiewende an Werner Beba, Sprecher und Projektkoordinator des NRL übergeben.

Demonstrationsanlagen in vier Hubs

Die nachhaltigen Innovationen in der Sektorkopplung sollen im NLR in großen skalierbaren Demonstrationsanlagen entstehen. Laut HAAW sollen diese wirtschaftliche Impulse für die Entwicklung des Zukunftsmarktes klimafreundlicher Technologien in der Industrie, in den jeweiligen Wertschöpfungsketten, ermöglichen. Insgesamt werden 300 Millionen Euro investiert, davon rund 52 Millionen Euro aus dem Förderprojekt Reallabore der Energiewende des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Weitere Förderungen aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit werden erwartet. Die Demonstrationsanlagen des NRL sind in vier geografischen Hubs verteilt mit Erzeugungs- und Verbrauchsschwerpunkten. Die vier regionalen Hubs im NRL bestehen aus zwei Hubs in Hamburg, einem weiteren Hub in Mecklenburg-Vorpommern (Schwerpunkt Schwerin) und dem Hub Schleswig-Holstein, der von zwei Standorten (Brunsbüttel und Haurup), gebildet wird. (ur)

https://www.haw-hamburg.de/cc4e/

Stichwörter: Politik, Reallabor, Wasserstoff, Sektorkopplung



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik

Zukunft Altbau: Eckpunkte für ein GEG 2.0
[6.5.2021] Eine neue Studie bietet Impulse, wie der Gebäudebestand in Deutschland klimaneutral werden kann. mehr...
IÖW: Tools für dezentrale Energiewende
[3.5.2021] Die BMBF-Nachwuchsforschungsgruppe SteuerBoard Energie untersucht die Rolle dezentraler Akteure, digitaler Tools und Finanzierungsmöglichkeiten. Das Fünfjahresprojekt wurde vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, der Leuphana Universität Lüneburg und dem Ecolog-Institut gestartet. mehr...
PwC-Studie: Grüner Wasserstoff 2030 marktfähig
[27.4.2021] Eine Studie von PwC sieht grünen Wasserstoff im Jahr 2030 als wettbewerbsfähig. Erste Herausforderung auf dem Weg dorthin sei, die Nachfrage über Subventionen gezielt anzukurbeln. mehr...
Ausschreibungen: Verbände begrüßen Erhöhung
[23.4.2021] Bei VKU, BEE und BWE treffen die Erhöhungen der Ausschreibungsmengen für erneuerbare Energien durch die Bundesregierung auf ein positives Echo. mehr...
EWI-Analyse : Erneuerbare bis 2030 bei 55 Prozent
[20.4.2021] Erneuerbare Energien sollen im Jahr 2030 insgesamt 65 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs decken. Dieses Ziel wird Deutschland voraussichtlich nicht erreichen. Das zeigt eine Analyse des Kölner Energiewirtschaftlichen Instituts. mehr...

Suchen...

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2021
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2021
stadt+werk, Ausgabe 11/12 2020
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020

GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH
VOLTARIS GmbH
67133 Maxdorf
VOLTARIS GmbH
telent GmbH
71522 Backnang
telent GmbH

Aktuelle Meldungen