TARForum-2403.15-rotation

Sonntag, 14. April 2024

IÖW:
Tools für dezentrale Energiewende


[3.5.2021] Die BMBF-Nachwuchsforschungsgruppe SteuerBoard Energie untersucht die Rolle dezentraler Akteure, digitaler Tools und Finanzierungsmöglichkeiten. Das Fünfjahresprojekt wurde vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, der Leuphana Universität Lüneburg und dem Ecolog-Institut gestartet.

Die Nachwuchsforschungsgruppe SteuerBoard Energie vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), der Leuphana Universität Lüneburg und dem Ecolog-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung untersucht mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), wie das erneuerbare dezentrale Energiesystem auf verschiedenen Ebenen gesteuert werden kann. Das berichtet das IÖW. „Die Energiewende muss deutlich an Fahrt aufnehmen. In den letzten Jahren hat sich aber die Dynamik vor Ort verlangsamt. Grund dafür sind Änderungen in den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die lokale Akteure wie Energiegemeinschaften oder Quartiersprojekte ausbremsen. Diese Entwicklung ist bedenklich, denn die Energiewende braucht die innovativen, dezentralen Akteure“, sagt Swantje Gährs, Energieexpertin am IÖW und Leiterin der Nachwuchsforschungsgruppe. „Können lokale Akteure selbstorganisiert handeln, erhöht das die Motivation und Akzeptanz. Doch: Selbstorganisation braucht Handlungsräume. Noch fehlt ein rechtlicher Rahmen, der diesen Handlungsspielraum klar umreißt“, so Gährs weiter. Die Forschenden gehen laut IÖW vom Konzept der Polyzentrizität aus. Mehrere steuernde Autoritäten auf unterschiedlichen Ebenen setzen Normen und Regeln.
Die Forschungsgruppe untersuche insbesondere, wie passende Finanzierungs- und Beteiligungsinstrumente, aber auch digitale Anwendungen unterstützen können, damit noch mehr lokale Akteure bottom-up eigenständig und selbstorganisiert zur Energiewende beitragen. Die Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen entwickeln gemeinsam mit Praxisakteuren der Energie- und Finanzwirtschaft sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen eine Vision des Energiesystems der Zukunft. „Die Akteure brauchen Finanzierungsinstrumente, mit denen sie etwa Erneuerbare-Energien-Anlagen oder Netze betreiben können“, erklärt Lars Holstenkamp, Leiter der Gruppe und Finanzierungsexperte der Leuphana Universität Lüneburg. So bergen etwa Ausschreibungen oder direkte Abnahmeverträge – so genannte Power Purchase Agreements – zusätzliche Risiken, die kleine Akteure schwerer tragen können. Und die Anforderungen von Banken an diese Akteure steigen. Die Forschenden untersuchen zudem, wie digitale Tools polyzentrische Ansätze im Energiebereich unterstützen können – etwa, indem smarte Automatisierungen, Datenaustausch oder Visualisierungswerkzeuge die Komplexität für lokale Akteure verringern. (ur)

https://www.ioew.de
https://www.leuphana.de

Stichwörter: Politik, Informationstechnik, IÖW, Leuphana



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik

BEE: 100 GW flexible Leistung möglich
[19.3.2024] Der BEE fordert in einem Grundsatzpapier, die Potenziale erneuerbarer Energien umfassend zu nutzen, um die Versorgung verlässlich zu sichern. Dafür seien 100 GW zusätzliche flexible erneuerbare Leistung möglich und nötig. mehr...
100 GW zusätzliche flexible erneuerbare Leistung sind in einem reformierten Strommarkt möglich.
AGEE-Stat: Erneuerbare auf Rekordkurs
[12.3.2024] Im vergangenen Jahr überholte die Windenergie erstmals die Kohleverstromung. Nach einer aktuellen Analyse der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch auf den Rekordwert von fast 52 Prozent. mehr...
BDEW: Energiebranche kontert Kritik
[11.3.2024] Angesichts der Kritik des Bundesrechnungshofs verweist die Energiewirtschaft auf sichtbare Fortschritte bei der Energiewende: Mit einem Anteil von über 50 Prozent erneuerbarer Energien an der Stromversorgung und Verbesserungen beim Netzausbau widerspricht der BDEW der Prognose einer Versorgungslücke. mehr...
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, kontert die Kritik des Bundesrechnungshofs.
Bundesrechungshof: Energiewende nicht auf Kurs
[8.3.2024] Die Bundesregierung verfehlt ihre Ziele bei der Energiewende, warnt der Bundesrechnungshof. Vor allem der Ausbau der erneuerbaren Energien und die damit verbundenen Investitionen in die Infrastruktur blieben weit hinter den Erwartungen zurück, heißt es in einem Sonderbericht der Behörde. mehr...
BET-Studie: Weitblick in der Personalplanung
[9.2.2024] Eine aktuelle Studie zeigt, dass Energieversorgungsunternehmen (EVU) für die grüne und digitale Transformation nicht nur in Technologien, sondern auch in eine zukunftsorientierte Personalplanung investieren müssen. mehr...

Suchen...

 Anzeige

 Anzeige



Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Meriaura Energy Oy
22761 Hamburg
Meriaura Energy Oy
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
VIVAVIS AG
76275 Ettlingen
VIVAVIS AG
Uniper
40221 Düsseldorf
Uniper

Aktuelle Meldungen