Mittwoch, 17. August 2022

NRW:
Klimaneutrale Wärme bis 2045


[28.9.2021] Eine Potenzialstudie des Landes Nordrhein-Westfalen zeigt auf, dass ein Viertel der Wärmeversorgung aus klimaneutraler Fernwärme gedeckt werden könnte.

Das Heizen von Gebäuden und die Erzeugung von Prozesswärme in der Industrie machen mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs aus. Die Landesregierung treibt deshalb die Versorgung von Gebäuden und Industrieanlagen mit klimafreundlicher Fernwärme voran, um ihre ehrgeizigen Ziele beim Klimaschutz zu erreichen. Das teilt das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie Nordrhein-Westfalen mit. Das große Potenzial für klimaneutral erzeugte Fernwärme zeigt nun eine Studie, die Wirtschafts- und Energieminister Andreas Pinkwart (FDP) in Duisburg vorgestellt hat. Demnach kann 2050 jede vierte Kilowattstunde Heizenergie aus Fernwärme stammen. Derzeit ist es etwa jede zehnte Kilowattstunde. Die Studie hatte das Wirtschafts- und Energieministerium beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in Auftrag gegeben.
„Die Potenzialstudie zeigt, dass die vorhandene Infrastruktur für Fernwärme in Nordrhein-Westfalen gute Voraussetzungen bietet, um die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 zu schaffen. Jetzt gilt es, Fernwärme aus erneuerbaren Energien zu stärken und Wärmenetze weiter auszubauen. Dann können wir die über 5,5 Millionen Gebäude und die Industrie in unserem Land auch in Zukunft zuverlässig und klimagerecht mit Heizenergie versorgen“, erklärt Pinkwart. Um das nachhaltige Potenzial der Fernwärme optimal zu nutzen, muss der Anteil der erneuerbaren Energien an den gegenwärtig noch mehrheitlich mit fossiler Energie betriebenen Wärmenetzen erheblich gesteigert werden. Besonders industrielle Abwärme sollte laut der Studie dafür deutlich stärker als bislang genutzt werden. Aber auch Solarthermie, Biomasse, Klärgas, Abfall, warmes Grubenwasser, Wärmepumpen und Wasserstoff sind als Wärmequelle geeignet. Für die Versorgung über Wärmenetze kommen vor allem dicht besiedelte Regionen wie das Ruhrgebiet oder das Rheinland infrage, da dort das Platzangebot für individuelle Heizlösungen wie beispielsweise oberflächennahe Geothermie stark begrenzt ist. Auch die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) genannte gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme wird in Zukunft eine bedeutende Rolle für die Wärmeversorgung in Nordrhein-Westfalen spielen. Von einem in der Studie angenommenen jährlichen Wärmeenergiebedarf von 136 Terawattstunden im Jahr 2050 wird fast ein Fünftel aus KWK-Anlagen benötigt. Dabei sollte die Heizenergie vor allem aus Wasserstoff und Biomasse statt von fossilen Energieträgern stammen. (ur)

Die Potenzialstudie kann hier heruntergeladen werden. (Deep Link)
Wichtige Datengrundlagen für kommunale Wärme- und Energieplanungen des LANUV im Wärmekataster des Energieatlas NRW wurden hier veröfentlicht. (Deep Link)
https://www.lanuv.nrw.de
https://www.land.nrw

Stichwörter: Wärmeversorgung, NRW



Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Wärmeversorgung

Kehl: Blaupause für klimaneutrale Baugebiete
[15.8.2022] Ein klimaneutrales Quartier wird derzeit in Kehl geplant. Zum Einsatz kommen Grundwasser-Wärmepumpen, ein Niedertemperatur-Wärmenetz und Solaranlagen. Das beispielhafte Projekt wird vom badenova-Innovationsfonds finanziell unterstützt. mehr...
Das geplante klimaneutrale Baugebiet in Kehl wird mit 150.000 Euro vom badenova-Innovationsfonds unterstützt.
Bonn: Seit 70 Jahren mehr als heiße Luft
[25.7.2022] Die Stadtwerke Bonn Energie und Wasser (SWB EnW) versorgen die Bundesstadt seit mehr als 70 Jahren mit klimafreundlicher Wärme. Für das Ziel der Stadt Bonn, bis zum Jahr 2035 Klimaneutralität zu erreichen, spielt diese eine wichtige Rolle. mehr...
Bonn: Eine Übergabestation für Fernwärme an der Kennedyallee in Plittersdorf.
Wedel: Richtfest für Power-to-Heat-Anlage
[21.7.2022] In Wedel wurde jetzt der Rohbau für eine der größten Wind-zu-Wärme-Anlagen dieser Art in Deutschland fertiggestellt. Die Anlage wird künftig überschüssigen Windstrom in Fernwärme umwandeln, mit der rund 27.000 Wohneinheiten versorgt werden können. mehr...
Rosenheim: Erstes Netzwerk-Treffen
[19.7.2022] In Rosenheim hat jetzt das erste Treffen des bayerischen Netzwerks der Plattform Grüne Fernwärme stattgefunden. Das Netzwerk unterstützt Kommunen bei den Herausforderungen der Fernwärme. mehr...
Sie kümmern sich darum, dass Kommunen in Bayern Orientierung erhalten.
Wärmeversorgung: Leckagen erkennen, Effizienz steigern Bericht
[18.7.2022] Auch Fernwärmenetze müssen ihren Energieeinsatz optimieren. Ein Mittel hierzu: die Senkung der Vorlauftemperatur. Dabei gilt es, Leckagen im Netz so schnell wie möglich zu erkennen und zu beseitigen. Moderne Sensor- und Datenübertragungstechnik kann hier einen Beitrag leisten. mehr...
Die Datenübertragung vom LPN CM-4 Sensor von comtac funktioniert auch unter einer massiven, metallverstärkten Abdeckplatte.

Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 7/8 2022
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2022
stadt+werk, Ausgabe 3/4 2022
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Wärmeversorgung:
Savosolar GmbH
22761 Hamburg
Savosolar GmbH
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen