Sonntag, 27. November 2022

Stadtroda:
DDR-Plattenbau wird klimaneutral


[16.2.2022] Die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnis 90/Die Grünen) hat jetzt der Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Stadtroda einen Förderbescheid über 2,4 Millionen Euro ausgehändigt. Mit dem Geld soll im thüringischen Stadtroda ein DDR-Plattenbau mit 144 Wohnungen so saniert werden, dass er klimaneutral ist.

Die Thüringer Energieministerin Anja Siegesmund hat jetzt einen Förderbescheid über 2,4 Millionen Euro an die Wohnungsbaugesellschaft Stadtroda überreicht. Ein DDR-Plattenbau mit 144 Wohnungen im thüringischen Stadtroda wird jetzt Klimaneutral. Wie das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz mitteilt, handelt es sich hierbei um ein Musterprojekt für effizientes energetisches Sanieren und es soll Vorbild für tausende öffentliche Wohnungen in Thüringen werden.
Zum offiziellen Start der Arbeiten habe Energieministerin Anja Siegesmund (Bündnis 90/Die Grünen) einen Förderbescheid über 2,4 Millionen Euro aus der Wärmeoffensive ihres Ressorts an die Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Stadtroda überreicht.
Energieministerin Siegesmund erläutert: „Damit bis 2045 alle Gebäude in Thüringen klimaneutral sind, brauchen wir hohe Investitionen. Gleichzeitig muss Wohnen bezahlbar sein. Das kann die Wohnungswirtschaft nicht allein stemmen. Hier sind EU, Bund und Land gleichermaßen in der Pflicht, langfristig attraktive Förderprogramme aufzulegen. Die aktuelle Lage zeigt, dass wir die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zügig beenden müssen. Wind- und Sonnenenergie sind bereits heute deutlich günstiger als Kohle, Gas oder Atomenergie. Nur der massive Ausbau der erneuerbaren Energien schafft eine sichere, saubere und bezahlbare Versorgung.“

Mietneutrale Sanierung

Angaben des Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz zufolge werden in Stadtroda Mieterinnen und Mieter dauerhaft vom niedrigeren Energiebedarf profitieren. Die Sanierung werde dank der Förderung des Umweltministeriums mietneutral, die Investitionskosten würden also nicht auf die Miete umgelegt. Dies sei ein wichtiges Signal in Zeiten steigender Preise in vielen Lebensbereichen, insbesondere für fossile Energien, so die Ministerin.
„In Zeiten stark steigender Bau- und Energiepreise sind wir auf Innovation, Verlässlichkeit und erhebliche staatliche Förderung angewiesen. Nur so können die Klimaziele und gutes bezahlbares Wohnen gleichberechtigt erreicht werden“, sagte Frank Emrich, Direktor des Verbandes der Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.
Laut Ministerium soll das Gebäude in der August-Bebel-Straße 13 bis 2023 energetisch modernisiert werden. Dabei machten sich die Planer die in Plattenbauten bereits guten energetischen Grundlagen zunutze. Eine neue Lüftungsanlage, Balkonverglasungen und Photovoltaik auf dem Dach sorgten mit einer vergleichsweise moderaten Investition für den bilanziell klimaneutralen Betrieb des Wohnhauses.
Innovativer Kern sei ein neuartiger Wärmetauscher. Er bringe die Wärmeenergie aus Badewanne, Spül- oder Waschmaschine über die Heizung in die Wohnung zurück. Eine Fassadenbegrünung solle das Wohnhaus später bei sommerlicher Hitze kühlen und gleichzeitig als Restwasserfilter dienen.
Gemeinsam mit dem Verband der Thüringer Wohnungswirtschaft (VTW) hätten die Planer damit am Beispiel der WBG Stadtroda ein musterhaftes Konzept für seriell gefertigte Wohngebäude der 1980er-Jahre entwickelt. Es sei nutzbar für tausende Wohnungen gleichen Typs in ganz Thüringen. Die WBG Stadtroda vermiete derzeit 547 Wohnungen in 20 Objekten. (th)

https://www.stadtroda.de
https://www.wbv-stadtroda.de/wbg-stadtroda
https://umwelt.thueringen.de

Stichwörter: Energieeffizienz, Thüringen, TMUEN, WBG Stadtroda

Bildquelle: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN)

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