Freitag, 7. Oktober 2022

BDEW:
Kohle sollte Gas bei Strom ersetzen


[21.6.2022] Der BDEW spricht sich dafür aus, aufgrund der sinkenden Gaslieferungen aus Russland die Gasverstromung zu reduzieren und mittels Kohlekraftwerke aufzufangen.

Die akut bedrohte Gasversorgung und der mögliche Ersatz von Gas- durch Kohlekraftwerke in der Stromerzeugung erzeugt hohe Wellen. „Wir beobachten die aktuelle Lage sehr genau. Trotz reduzierter Gaslieferungen aus Russland ist die Gasversorgung derzeit weiterhin stabil. Die jüngsten Entwicklungen verstärken jedoch die Sorge, dass im Winter mit Engpässen bei der Gasversorgung zu rechnen ist. Umso wichtiger ist die Befüllung der Gaspeicher in den nächsten Monaten“, erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Hierfür brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung. Die Bundesregierung hat die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Industrie aufgerufen, dort wo es geht, heute schon Energie einzusparen. Je mehr Gas heute schon eingespart werde, desto mehr könnten wir für die Speicherbefüllung nutzen.
Um den Gasverbrauch in Deutschland zu senken, wird die Stromerzeugung aus Gas im Bedarfsfall dort reduziert, wo es möglich sei. Als Ersatz sollten Kohlekraftwerke aus der Netz- und Sicherheitsreserve und solche, die im Rahmen des Kohleausstiegs dieses oder im kommenden Jahr aus dem Markt ausgeschieden wären, in Betriebsbereitschaft versetzt werden. So könnten Stein- und Braunkohle-Kraftwerke in einem begrenzten Zeitraum wieder Strom erzeugen, um mögliche Mindermengen aus Gaskraftwerken auszugleichen. Dafür seien an den Kraftwerken zahlreiche vorbereitende Maßnahmen erforderlich, wie die Personal- und Brennstoffvorhaltung sowie die Ersatzteil- und Betriebsmittelbeschaffung. Bei Steinkohle-Kraftwerken bestehe die zusätzliche Herausforderung, dass die Steinkohle in ausreichender Menge aus anderen Ländern als Russland importiert und bevorratet werden muss. Hier seien die Kraftwerksbetreiber bereits seit einiger Zeit in der Vorbereitung. „Klar ist, der kurzfristige Einsatz von Kohlekraftwerken, die bereits aus dem Markt hätten ausscheiden sollen, kann nur eine Übergangslösung sein. Ziel ist es, insgesamt unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden, um die Klimaziele zu erreichen. Daher müssen wir insbesondere beim Ausbau der erneuerbaren Energien einen Zahn zulegen und die Erzeugung und Beschaffung klimaneutraler Gase wie Wasserstoff oder Biomethan voranbringen“, sagt Andreae weiter. (ur)

https://www.bdew.de

Stichwörter: Erdgas, Ukrainekrieg, Gaskrise, BDEW, Kohle



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