Montag, 5. Dezember 2022

Augsburg:
Stadt fährt Energieverbrauch herunter


[13.7.2022] Keine Fassadenbeleuchtung an historischen Gebäuden, gedimmte Straßenbeleuchtung und kältere Wassertemperatur in den Freibädern – aufgrund der angespannten Energieversorgungssituation setzt die Stadt Augsburg jetzt Maßnahmen zur Energieeinsparung um.

Im Dunkeln ist gut munkeln: Auf die Fassadenbeleuchtung an historischen Gebäuden wie dem Rathaus oder dem Perlachturm wird in Augsburg ab sofort verzichtet. Die Stadt Augsburg setzt aufgrund der angespannten Energieversorgungssituation jetzt Maßnahmen zur Energieeinsparung um. Wie die Stadt mitteilt, umfassen diese den Verzicht auf Fassadenbeleuchtung an historischen Gebäuden, gedimmte Straßenbeleuchtung und kältere Wassertemperatur in den Freibädern. Auch Bürgerinnen und Bürger seien dazu angehalten, den eigenen Energieverbrauch zu senken.
Nach aktuellem Stand würden laut Berechnungen der Stadt die jährlichen Kosten für Strom, Erdgas, Fernwärme und sonstige Energiedienstleistungen von rund 15,9 Millionen Euro auf rund 28,3 Millionen Euro für das laufende Jahr 2022 steigen. Das entspreche einer Steigerung von knapp 80 Prozent. Daher habe die Stadtverwaltung eine Liste aus kurz- und mittelfristig umsetzbaren Maßnahmen erarbeitet, die einzeln betrachtet als relativ gering erscheinen, in der Summe aber Einiges an Einsparpotenzial ergeben. Grundsätzlich gelte: Je weniger Energie – auch Strom – verbraucht wird, desto weniger Gas werde gebraucht. Darüber hinaus habe die Stadt unter der Leitung des Wirtschaftsreferenten Wolfgang Hübschle einen Krisenstab zur Energieversorgungslage eingerichtet. Auch das Kommunale Energiemanagement (KEM) und das betriebliche Notfall-Management seien daran beteiligt.

Kurzfristige städtische Maßnahmen

Ab sofort werde die Fassadenbeleuchtung an historischen Gebäuden wie Rathaus, Perlach, Verwaltungsgebäude, Jakobertor, Vogeltor, Dom, St. Ulrich, Freilichtbühne und den städtischen Museen abgeschaltet. Auch bei den Brunnen werde eingespart. So seien die drei Monumentalbrunnen des UNESCO-Welterbes noch täglich von 9:00 bis 19:00 Uhr in Betrieb, während andere Brunnen ganz abgeschaltet werden. In den Freibädern seien die Wassertemperaturen zwar bereits um ein Grad gesenkt worden, doch eine Absenkung um ein weiteres Grad – außer in den Kinderbecken – sei ebenso unausweichlich wie die Absenkung der Wassertemperatur für die Freibadduschen.
Die Straßenbeleuchtung werde gedimmt. Sie komplett auszuschalten sei aus Gründen der Verkehrssicherheit und der sozialen Kontrolle nicht möglich. Auch das Abschalten von Verkehrsampeln werde derzeit geprüft. Welche Verkehrsampeln sicherheitsrelevant sind und welche abgeschaltet werden können, klärten Stadt und Polizei derzeit miteinander ab.

Mittelfristige städtische Maßnahmen

Wo möglich, würden im Herbst und Winter die Raumtemperaturen in den städtischen Gebäuden gesenkt. Ausgenommen hiervon seien beispielsweise Einrichtungen der städtischen Altenhilfe. Ebenfalls würden in den städtischen Hallenbädern die Wasser- und Duschtemperaturen – analog zu den Freibädern – um ein bis zwei Grad gesenkt. Auch Warmbadetage entfielen. Außerdem werde die Stadt mit der Installation von Photovoltaik-Anlagen in die eigene Stromerzeugung einsteigen; ein aktuelles Beispiel finde sich auf dem Dach des Norddepots des Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebs (AWS). Außerdem würden zusätzliche Mittel bereitgestellt, um LED-Umrüstungen zu ermöglichen. Für die Schulen erstelle die Verwaltung eine Check-Liste für Energieeinsparmöglichkeiten. Davon abgesehen seien an elf Augsburger Schulen bereits alte Küchengeräte ausgetauscht und neue energiesparende Geräte im Wert von 45.000 Euro angeschafft worden.

Verwaltungsinterne Maßnahmen

Derzeit werde in der Verwaltung geprüft, wo über die Wintermonate noch weiteres Potenzial zur Energieeinsparung besteht. Dabei erhebe sich auch die Frage, welche städtischen Dienststellen etwa über die Weihnachtsferien nur sehr eingeschränkt erreichbar sein können und wo durch effektives Raum-Management Gebäudekomplexe energetisch ganz heruntergefahren werden können. Derzeit werde damit begonnen, die Vorlauftemperatur für die Heizung in den Büros neu zu justieren, damit in der Heizperiode nicht ad hoc auf hohe Temperaturen hochgefahren werden kann. Dazu würden jetzt die Betriebszeiten und Raumtemperaturen in den städtischen Gebäuden überprüft und angepasst. Alle städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien zudem aufgerufen, sich energiesparend zu verhalten – hierfür sei bereits eine interne Check-Liste erstellt worden. (th)

https://www.augsburg.de
Hier finden Sie eine Energiesparen-Broschüre der Stadtwerke Augsburg. (Deep Link)
Hier gelangen Sie zur Videobotschaft der Augsburger OB Eva Weber zum Energiesparen. (Deep Link)

Stichwörter: Erdgas, Augsburg, Energiekrise, Sparmaßnahmen

Bildquelle: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Erdgas

Baden-Württemberg: Biogas statt Erdgas
[10.10.2022] Biogasanlagen im Südwesten könnten durch Leistungssteigerung dank flexibler Einsatzzeiten Erdgas in Teilen schnell ersetzen, so eine Berechnung der Plattform EE BW. mehr...
enervis: Atomkraft spart Gas
[30.9.2022] Nach einer enervis-Studie erhöht der AKW-Weiterbetrieb die Versorgungssicherheit und reduziert den Gasverbrauch. mehr...
EWI-Studie: Erdgas aus den USA muss es richten
[23.9.2022] Eine EWI-Studie betrachtet die Folgen ausbleibender Gasmengen aus Russland auf die globalen Gasmärkte bis 2030. Flüssigerdgas aus den USA hat demnach das größte Potenzial für Lieferungen nach Europa. mehr...
LNG-Terminal (3D-Darstellung): Vor allem die USA werden Flüssiggas nach Europa liefern.
Hamm: Gaskraftwerk erhält Leistungs-Upgrade
[2.9.2022] Das Trianel Gaskraftwerk in Hamm wird nach 15 Jahren Betrieb jetzt technisch überprüft. Im Zuge der Revision soll die Leistung des Kraftwerks gesteigert und am Einsatz von Wasserstoff gearbeitet werden. mehr...
Das Trianel Gaskraftwerk in Hamm wird jetzt einer Revision unterzogen.
Brunsbüttel: Zeitplan für Flüssiggasterminal steht
[25.7.2022] Im Elbehafen Brunsbüttel in Schleswig-Holstein wird künftig ein schwimmendes Flüssiggasterminal dazu beitragen, die Gasversorgung in Deutschland zu sichern. Bereits zum Jahreswechsel 2022/2023 soll es den Betrieb aufnehmen. 
  mehr...
Der Brunsbütteler Elbehafen wird zum Standort für ein schwimmendes Flüssiggasterminal.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 11/12 2022
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2022
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2022
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Erdgas:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
Uniper
40221 Düsseldorf
Uniper

Aktuelle Meldungen