Freitag, 19. August 2022

Bonn:
Seit 70 Jahren mehr als heiße Luft


[25.7.2022] Die Stadtwerke Bonn Energie und Wasser (SWB EnW) versorgen die Bundesstadt seit mehr als 70 Jahren mit klimafreundlicher Wärme. Für das Ziel der Stadt Bonn, bis zum Jahr 2035 Klimaneutralität zu erreichen, spielt diese eine wichtige Rolle.

Bonn: Eine Übergabestation für Fernwärme an der Kennedyallee in Plittersdorf. Ein ökologisches Traditionsprodukt ist die Fernwärme, welche die Stadtwerke Bonn Energie und Wasser (SWB EnW) liefern. Seit 70 Jahren entsteht sie in Bonn und kommt fertig ins Haus – die Abnehmer brauchen weder Heizkessel noch Schornstein oder Brennstofflager. Die Energieform ist somit nachhaltig, unabhängig und günstiger als andere – was momentan aktueller denn je ist.
Ihren Ursprung hat die Bonner Fernwärme nach Angaben der Stadtwerke Bonn im Jahr 1952. Damals fiel der Beschluss, das städtische Elektrizitätswerk an der Karlstraße in ein Heizkraftwerk (HKW) umzubauen. Bald kam Betriebsdirektor Erwin Hennessen eine Idee: Den während der Stromerzeugung im Heizkraftwerk anfallenden Dampf wollte er nutzen, um benachbarte öffentliche und private Gebäude zu versorgen. Schon 1953 konnten einige hundert Meter des neuen Bonner Fernwärmenetzes in Betrieb genommen werden, zwei Jahre später führten die mittlerweile rund 4,5 Kilometer langen Leitungen zu 40 Empfängern, davon acht Privathäusern. In den Genuss der Bonner Fernwärme kam auch Bundeskanzler Konrad Adenauer: Denn das Bundespresse- sowie das Bundeskanzleramt, welche an den äußersten Punkten des damaligen Netzes lagen, zählten zu dieser Zeit neben den Universitätsinstituten und dem Poppelsdorfer Schloss zu den größten Abnehmern.
Heute ist das Bonner Fernwärmenetz rund 121 Kilometer lang – und wächst weiter, wie die Stadtwerke Bonn berichten. Geplant ist etwa, in Kürze große Liegenschaften wie das Rhein-Sieg-Berufskolleg und das Helmholtz-Gymnasium anzuschließen. Auch in der Bonner Nord- und Weststadt verfolgen die SWB Anschlusspläne, und werden dabei von BonnNetz unterstützt. Bereits im Bau befindet sich der 4,4 Megawatt-Anschluss der LVR-Klinik am Kaiser-Karl-Ring, der voraussichtlich noch im August von BonnNetz fertiggestellt wird.
Besonders klimaschonend ist die Bonner Fernwärme nicht zuletzt deshalb, weil die Stadtwerke in ihrem Heizkraftwerk das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sowie Hausmüll als „nachwachsenden Rohstoff“ nutzen. Nach Informationen der Stadtwerke sorgt das für einen Primärenergiefaktor von 0,25 und ein CO₂-Äquivalent von Null; das HKW Nord spare auf diese Weise rund 194.000 Tonnen CO₂ im Jahr ein.
Die SWB-Fernwärme erfülle so im Hinblick auf das Bestreben der Stadt Bonn, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu sein, eine Schlüsselrolle: Wärme effizient und nachhaltig bereitzustellen. Derzeit wird zudem eine neue Gas- und Dampfturbinenanlage am Heizkraftwerk Nord gebaut und die alte Anlage ertüchtigt, damit die Stadtwerke Bonn ab 2025 auch Wasserstoff nutzen können, um Strom und Fernwärme zu erzeugen. (bw)

https://www.stadtwerke-bonn.de
https://www.bonn.de

Stichwörter: Wärmeversorgung, Bonn, Stadtwerke Bonn, Fernwärme, Kraft-Wärme-Kopplung

Bildquelle: Stadtwerke Bonn/Magunia

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Wärmeversorgung

Kehl: Blaupause für klimaneutrale Baugebiete
[15.8.2022] Ein klimaneutrales Quartier wird derzeit in Kehl geplant. Zum Einsatz kommen Grundwasser-Wärmepumpen, ein Niedertemperatur-Wärmenetz und Solaranlagen. Das beispielhafte Projekt wird vom badenova-Innovationsfonds finanziell unterstützt. mehr...
Das geplante klimaneutrale Baugebiet in Kehl wird mit 150.000 Euro vom badenova-Innovationsfonds unterstützt.
Wedel: Richtfest für Power-to-Heat-Anlage
[21.7.2022] In Wedel wurde jetzt der Rohbau für eine der größten Wind-zu-Wärme-Anlagen dieser Art in Deutschland fertiggestellt. Die Anlage wird künftig überschüssigen Windstrom in Fernwärme umwandeln, mit der rund 27.000 Wohneinheiten versorgt werden können. mehr...
Rosenheim: Erstes Netzwerk-Treffen
[19.7.2022] In Rosenheim hat jetzt das erste Treffen des bayerischen Netzwerks der Plattform Grüne Fernwärme stattgefunden. Das Netzwerk unterstützt Kommunen bei den Herausforderungen der Fernwärme. mehr...
Sie kümmern sich darum, dass Kommunen in Bayern Orientierung erhalten.
Wärmeversorgung: Leckagen erkennen, Effizienz steigern Bericht
[18.7.2022] Auch Fernwärmenetze müssen ihren Energieeinsatz optimieren. Ein Mittel hierzu: die Senkung der Vorlauftemperatur. Dabei gilt es, Leckagen im Netz so schnell wie möglich zu erkennen und zu beseitigen. Moderne Sensor- und Datenübertragungstechnik kann hier einen Beitrag leisten. mehr...
Die Datenübertragung vom LPN CM-4 Sensor von comtac funktioniert auch unter einer massiven, metallverstärkten Abdeckplatte.
Wärmeversorgung: Niedrige Temperaturen entscheidend Bericht
[13.7.2022] Die Fernwärme spielt im Wärmemix der Zukunft eine wichtige Rolle. Dafür braucht sie regenerative Energiequellen, die jedoch nicht ausreichend und überall zur Verfügung stehen und deren Nutzen bezweifelt wird. Wärmequellen im Hochtemperaturbereich haben kaum eine Zukunft. mehr...
Diese Solarthermieanlage in Berlin dient der Anhebung der Rücklauf­temperatur einer Fernwärmetrasse.

Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 7/8 2022
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2022
stadt+werk, Ausgabe 3/4 2022
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Wärmeversorgung:
Savosolar GmbH
22761 Hamburg
Savosolar GmbH
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen