Dienstag, 6. Dezember 2022

Stromkosten:
Iberisches Modell für Preisbremse


[4.11.2022] Der Verband edna fordert, dass die Strompreisbremse nicht zu Lasten der kleinen Verteilnetzbetreiber geht. Für eine Umsetzung soll das iberische Modell genutzt werden.

Das Modell der Bundesregierung zur Umsetzung der Strompreisbremse bringt einen bürokratischen Aufwand mit sich, der von den kleineren Verteilnetzbetreibern nicht zu stemmen ist, so die Einschätzung des edna Bundesverbands Energiemarkt & Kommunikation und der Initiative evu+. Stattdessen sollte auch in Deutschland das iberische Modell umgesetzt werden, also die Subventionierung der Gaskraftwerke, um im Merit Order-Prinzip die teuerste Stromerzeugung günstiger zu machen und dadurch den Strompreis für alle Kraftwerke im Markt zu senken. „Das iberische Modell wurde nach hartem Ringen mittlerweile von der EU akzeptiert. Die Einwände Deutschlands gegen die iberische Lösung sind zudem Petitessen im Vergleich zur angedachten deutschen Monster-Bürokratie“, erklärt edna-Geschäftsführer Rüdiger Winkler. Darüber hinaus muss nach Ansicht von edna und evu+ der Idee einer rückwirkenden Abschöpfung der Zufallsgewinne ab März 2022 eine klare Absage erteilt werden. „Die Einnahmen daraus sind bei kleineren Unternehmen wie dem unseren schon wieder reinvestiert worden“, betont Andrea von Haniel, Geschäftsführerin der E-Werke Haniel Haimhausen OHG für die Initiative evu+.
„Gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen ist die technische, organisatorische und wirtschaftliche Abwicklung unzumutbar. Der Vertrauensschutz muss jedoch insbesondere für kleinere Erzeuger gewahrt bleiben“, so Haniel weiter. Erzeuger bis zu einer Leistung von einem Megawatt (MW) sollten deswegen grundsätzlich vom Verfahren ausgenommen werden. Eine Option, die von der EU ausdrücklich zugestanden wurde. Was als Problem für die Kunden beim iberischen Modell bliebe, sind die hohen Preise für 2023. Denn dieses Modell würde sich nur auf die zukünftigen Termingeschäfte auswirken. Für das Jahr 2023 sind die klassischen Versorger zu den hohen Preisen jedoch schon weitestgehend eingedeckt. „Eine Strompreisbremse für 2023 müsste deswegen zunächst staatlich finanziert werden. Nach unserer Meinung wäre zum Beispiel das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) als staatliche Organisation geeignet, die Abwicklung zu übernehmen, zumal durch den Entfall der Besonderen Ausgleichsregelung bei der EEG-Umlage dafür Freiraum geschaffen wurde“, so Winkler abschließend. (ur)

https://edna-bundesverband.de

Stichwörter: Politik, Stromkosten, Preisbremse, edna



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik

Deutscher Landkreistag: Kritik an Abschaffung der Netzentgelte
[6.12.2022] Der vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf zur Strompreisbremse sieht eine Abschaffung der Entgelte für dezentrale Einspeisung vor. Dies stößt auf Kritik von kommunalen Spitzenverbänden, der Energiewirtschaft und Gewerkschaftsvertretern. mehr...
Kreis Steinfurt: Energiewende in Bürgerhand
[28.11.2022] Neue Leitlinien für die Beteiligung der Bürger an der regionalen Energiewende hat der Kreis Steinfurt veröffentlicht. Dabei wurden die bereits bewährten Leitlinien für Bürgerwind um den Bereich Bürgerphotovoltaik ergänzt. mehr...
Vorstellung der neuen Leitlinien: Kreis Steinfurt will Bürger umfassend an Projekten zur Wind- und Solarenergie beteiligen.
Strompreisbremse: Gefahr für die Energiewende
[25.11.2022] Der Bundesverband Solarwirtschaft und die Deutsche Umwelthilfe sehen in der geplanten Strompreisbremse eine Gefährdung der Energiewende. mehr...
BEE: Grüne Wärme bis 2045 machbar
[22.11.2022] Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat sein Wärmeszenario 2045 vorgestellt. Demnach sind 100 Prozent erneuerbare Wärme gegen die fossile Preis- und Klimakrise machbar. mehr...
Das Ziel von 50 Prozent erneuerbarer Wärme bis 2030 ist laut BEE ambitioniert, aber machbar.
RheinEnergie / ENTEGA: Soforthilfe soll schnell kommen
[22.11.2022] Sowohl RheinEnergie als auch der Ökoenergieversorger ENTEGA wollen die Soforthilfe bei Gas und Wärme schnell und unbürokratisch umsetzen. Entsprechende Abbuchungen soll es im Dezember nicht geben. mehr...

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 11/12 2022
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2022
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2022
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH
Kremsmüller Anlagenbau GmbH
A-4641 Steinhaus
Kremsmüller Anlagenbau GmbH

Aktuelle Meldungen