ANGACOM-2403.05-rotation

Dienstag, 16. April 2024

Sachsen:
Wasserstoffstrategie vorgestellt


[29.6.2023] In Sachsen wurde jetzt der erste Umsetzungsbericht zur Wasserstoffstrategie des Landes vorgelegt. Daraus geht hervor, dass ein Großteil der 24 Maßnahmen bereits in der Bearbeitung oder Umsetzung ist.

Sachsens Energie- und Klimaschutzminister Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) hat am Dienstag im Kabinett den ersten Umsetzungsbericht zur Sächsischen Wasserstoffstrategie vorgestellt. Wie das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft mitteilt, wurde damit seit Veröffentlichung der Strategie im Januar 2022 ein Großteil der 24 Maßnahmen abgearbeitet oder umgesetzt. Das Spektrum reiche von der Wissenschaft über die Technologieförderung und die Unterstützung von Projekten mit europäischer Bedeutung bis hin zur Bündelung und Vermittlung von Kompetenzen.
Zu den wesentlichen Maßnahmen und Umsetzungsschritten gehörten unter anderem folgende Aktivitäten: Aufgrund der Anwendungsbreite und Komplexität des Energieträgers sei im Dezember 2022 die sächsische Kompetenzstelle Wasserstoff (KH2) an den Start gegangen. Sie bündle und vermittle Wissen rund um das Thema Wasserstoff. Die KH2 werde im Auftrag des Freistaats von einer Bietergemeinschaft aus Energy Saxony und HZwo betrieben.

Kofinanzierung von IPCEI-Projekten

Um strategisch wichtige Projekte zu unterstützen, habe Sachsen im Jahr 2022 die Kofinanzierung von Important-Projects-of-Common-European-Interest (IPCEI)-Wasserstoffprojekten gesichert. Die Mittel würden für den Aufbau von Fabriken zur Herstellung von Elektrolyseuren im großen Maßstab, für die Anbindung Sachsens an ein deutschlandweites Wasserstoff-Fernleitungssystem sowie für den Aufbau von Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff und nachhaltigen Flugkraftstoffen verwendet.
Mit der Technologieförderung des Freistaats sowie einem breiten Instrumentenkasten zur Etablierung innovativer Technologien und Geschäftsmodelle für KMU und Start-ups biete der Freistaat vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten.
Sachsen beteilige sich auch am Austausch der Netzbetreiber zum Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur. Ergänzend dazu hätten sächsische Akteure mit Unterstützung der Staatsregierung Projekte auf nationaler und europäischer Ebene akquirieren können, die gleichzeitig zur Umsetzung der Wasserstoffstrategie beitragen.

Gründung einer Wasserstoffunion

Die drei Technischen Universitäten Chemnitz, Dresden und Freiberg hätten im Jahr 2022 eine Wasserstoffunion gegründet, um im Verbund gestärkt agieren zu können. Zudem sei das Aus- und Weiterbildungsangebot im Themenfeld verstärkt worden, sodass bereits in zahlreichen Studiengängen, Weiterbildungsreihen, Seminaren und Schulungen Wissen zum Themenfeld vermittelt werde.
Das Thema Wasserstoff habe sich nicht nur in den sächsischen Energienetzwerken weiter manifestiert, sondern es hätten sich auch Unternehmensnetzwerke – wie die Energie- und Wasserstoffallianz im Industriebogen Meißen – gebildet, die in Zukunft verstärkt grünen Wasserstoff und erneuerbare Energien einsetzen werden.
Der internationale Handel mit Wasserstoff und Wasserstoffderivaten habe mit der Gründung und Ansiedlung der Firma HINT.CO in Leipzig begonnen. Zudem habe die Energiebörse EEX (European Energy Exchange) Ende Mai 2023 den Wasserstoffindex HYDRIX eingeführt, der ein Preissignal für Angebot und Nachfrage sendet.
Die Staatsregierung arbeite zudem an der Bildung von Energiekooperationen und -partnerschaften. Dazu dienten unter anderem der Austausch mit internationalen Partnerregionen sowie die Organisation und Teilnahme an Kongressen. (th)

https://www.smekul.sachsen.de

Stichwörter: Politik, Sachsen, Wasserstoffstrategie, IPCEI



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